Zirkus

Höhner in der Manege: Applaus für Rockin’ Roncalli am Centro

Ja, da sind se dabei! Die Zirkusshow „Höhner Rockin’ Roncalli Show“ begeistert die Besucher im Zeltpalast am Oberhausener Centro.

Ja, da sind se dabei! Die Zirkusshow „Höhner Rockin’ Roncalli Show“ begeistert die Besucher im Zeltpalast am Oberhausener Centro.

Foto: Tamara Ramos / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Die Zirkusshow „Höhner Rockin’ Roncalli“ begeistert mit Mundart und Akrobatik das Publikum am Centro. Ein Kölner Stimmungssänger glänzt im Frack.

Dieser Zirkus schickt keine Tiere in seine Manege – nur Höhner! Spektakuläre Akrobatik und Kölner Mundart finden derzeit im 1400 Fans fassenden Zeltpalast auf dem Arena-Freigelände neben dem Centro zusammen. Die Zirkusshow „Höhner Rockin’ Roncalli“ gastiert hier noch bis zum 16. Juni und schon bei der ausverkauften Premiere feierten die Fans die mutige Melange mit lange anhaltendem Applaus.

Wer nun eine zu früh aus den Startlöchern gesprintete Karnevalssitzung erwartet, der sieht sich getäuscht. Die Show vertraut auf den urbanen Zauber unter der Zirkusplane und weniger auf ein Dauerfeuerwerk der Schunkeleinlagen. Doch selbst Besucher, die bei den Ikonen der Stimmungsmusik skeptisch mit den Schultern zucken, werden positiv überrascht. Die Höhner harmonieren hervorragenden mit einer klug durchdachten Zirkusshow. Der rote Direktoren-Frack steht Höhner-Frontmann Henning Krautmacher ausgezeichnet.

An Charme mangelt es der Gruppe sowieso nicht. Fast 50 Jahre musizieren sich die Höhern durch Festsäle und Karnevalssitzung. Seit 19 Jahren gibt es die enge Verbundenheit mit dem Zirkus Roncalli. Erstmals besuchen sie mit der Show nun aber Oberhausen. Man möchte rufen: „Wenn nicht jetzt, wann dann?!“

Höhner haben „Keine Angst vor Risiko“

Funambola heißt ihr Programm, was übersetzt so viel bedeutet wie Seiltanz. Und den gibt es in der Manege tatsächlich reichlich. In der Manege singen die Höhner munter „Keine Angst vor Risiko“, dazu zeigt der Kolumbianer José Henry Caycedo fulminante Trick mit langer Leine. Man meint, der Mann verwandelt das stramm gespannte Seil in ein Trampolin. Hat er gerade wirklich? Er hat!

Die Songs der Höhner sind teils speziell für die Show geschrieben worden. Sie erzählen menschliche Geschichten, lassen sich aber durch ihre Wortwahl dramaturgisch problemlos auf die Darbietungen übertragen. Lachen gehört zur Kölner Mundart, das beweisen auch die belgischen Artisten Bert und Fred. Sie, streng. Er, ängstlich. Clownerie und Akrobatik lassen die Besucher jubeln. Die Mutproben mit Messern, Peitschen und Dartpfeilen sind trotz der Lacher spektakulär. „Aber bitte nicht im heimischen Wohnzimmer nachmachen, liebe Kinder“, ergänzt Höhner-Zauber Krautmacher. Die Fachvokabeln aus der Zirkuswelt beherrscht er.

Eleganter Tanz mit der Stange

Probleme vor dem Kleiderschrank scheinen Elena und Viktor Minasov nicht zu kennen – im Sekundentakt tauschen sie ihre Klamotten. Auch wer ganz genau hinschaut, rätselt angeregt. Luftballons werden nicht aufgepustet, sondern mal eben bestiegen und aus dem Latex-Innenleben bespielt. Wie jetzt? Geht nicht!

Als charmante Hochstapler wirbeln die Jambo Brothers umher, die sich zu spektakulären Türmen mit menschlichen Körpern formieren. Mit maximaler Körperbeherrschung setzt auch die Hernerin Anna Herkt einen Höhepunkt. Fast schwerelos wirkt ihre Pole-Performance. Ein eleganter Tanz mit der Stange, der auf den Zuschauerrängen die Münder offen stehen lässt. Staunen für Fortgeschrittene!

Man könnte sie alle nennen, doch das zweieinhalbstündige Programm bietet viel Abwechslung. Die Höhner halten sich nicht nur im Hintergrund, sondern schreiten zwischendurch auch nach vorne. Wenn der Clown Kotini Junior tapsig und schüchtern eine Holde aus dem Publikum um einen Tanz bittet, dann stehen Bandmitglieder mit Rat und Tat zur Seite. Klar: Schenk mir heut’ Nacht dein ganzes Herz und bleib’ bei mir!

Nichts für Zartbesaitete

Den Abschluss des Reigens bietet das Duo Chilly & Fly – und wie! Flugeinlagen am Trapez, dazu Blindflugeinlagen, die nicht nur Zartbesaiteten kurz den Atem stocken lassen. Ein gelungener Abend, bei dem das Publikum zu „Hey Kölle“ dann selbst in der Manege tanzen darf. Und die großen Hits „Wir halten die Welt“ oder „Viva Colonia“ noch auf dem Heimweg pfeifen kann. Ja, da simma dabei!

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