Schlager-Festival

Hitziges Oberhausen Olé - Wetter heiter, Wendler heiser

Olé, Olé und Schalala: Beim Schlagerfestival „Oberhausen Olé“ feierten am Samstag knapp 30.000 Fans rund zehn Stunden lang den Sommer mit Mallorca-Hymnen.

Olé, Olé und Schalala: Beim Schlagerfestival „Oberhausen Olé“ feierten am Samstag knapp 30.000 Fans rund zehn Stunden lang den Sommer mit Mallorca-Hymnen.

Foto: Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Knapp 30.000 Fans feierten laut Veranstalter bei Oberhausen Olé eine Sonnenparty. Michael Wendler bat auf der Bühne um Unterstützung.

Mallorca hat sie wieder! Knapp 30.000 Besucher haben nach Angaben der Veranstalter über den Samstag verteilt beim Schlagerfest Oberhausen Olé abgefeiert. Die Polizei spricht von 22.000 Anhängern. Die Sonne sorgte am Centro für eine Hitzeparty, aber auch für reichlich Sonnenbrand-Gefahr. Das Wetter heiter, Michael Wendler heiser: Der Schlagersänger reiste leicht angeschlagen auf das Festivalgelände neben dem Centro und bat die Fans: „Ich hatte einige heftige Auftritte. Ich hoffe, ihr unterstützt mich!“ SDD

„Malle ist nur einmal im Jahr“, der Gassenhauer der Party-Urlauber, wird in sämtlichen Tonlagen schon am Oberhausener Hauptbahnhof wie ein Kaugummi in die Länge gezogen bis die Fensterscheiben wackeln. Die Temperaturen spielen den angekündigten Genre-Akrobaten wie Mia Julia und Isi Glück in die Karten. Mancher Nacken färbt sich dagegen schon am Nachtmittag nach kurzer Zeit rötlich. 30 Grad, Sonne satt. „Schatzi, schenk‘ mir die Sonnencreme!“

Aus dem Süden ist der Sänger Almklausi angereist, der nicht etwa für ruhige Wanderstunden Reklame macht, sondern nach der ultimativen Lieblingsinsel fragt. „Mallorca? Ibiza? Ibiza? Mallorca?“ Das Zwiegespräch mit den Fans in den dicht besetzten Reihen vor der Monsterbühne wirkt wie eine hoffnungslos scheiternde Unterhaltung vor einer hämmernden Diskotheken-Box. Man versteht kein Wort, aber doch wissen alle, was gemeint ist.

Die Songs „Die pure Lust am Leben“ und „Montag, du Arschloch“ kennen hier alle. Hoch die Tassen! Das ist übrigens nicht nur das selbst gewählte Festivalmotto, sondern auch ein weiterer Discofox-Hit des Interpreten.

Fans feiern in Shirts der Mallorca-Disco Megapark

Vorne klatschen sie mit aufblasbaren Plastik-Röhren und fächern sich dabei Luft zu. An den Seiten wird manchmal Wasser aus Feuerwehr-Schläuchen verspritzt. Wasserbecher werden am Bühnengraben verteilt. Ein Tropfen auf den heißen Stein. Manche Festivalbesucher bemängeln hinterher zu wenig Schatten auf dem Fetengelände.

Einer Gruppe mit roten Megapark-Shirts, so wie der Wallfahrtsort des Zicke-Zacke-Zirkels an der Playa de Palma heißt, scheint die Hitze recht wenig zu stören. Sie werfen gerade Lorenz Büffel (Hit: „Johnny Däpp“) Handküsse zu. Der moderierende Sänger hatte jüngst Geburtstag. 40 Jahre! Vollkrise! Aber eben auch nur einmal im Jahr. Auf der Bühne gibt es von Olé-Erfinder Markus Krampe zur Aufmunterung eine Sahnetorte, die in der Sonne bedenklich an einen schmelzenden Gletscher erinnert.

Hinter der Bühne herrscht rege Betriebsamkeit im Schottersand. Überraschung: DSDS-Juror Pietro Lombardi („Señorita“) sagte nicht ab und singt trotz einer Handverletzung mit einer Schiene. Er wirkt auf der Bühne vorsichtig, aber gut bei Stimme. Die Verletzung zog sich der 26-Jährige zuletzt beim Fußballspielen zu. Er musste in einer Klinik behandelt werden.

Bei Oberhausen Olé gibt es zudem ein Wiedersehen: Lombardi bittet den Oberhausener DSDS-Sieger Davin Herbrüggen, der als Gast zum Festival gekommen ist, für einen Plausch in sein Garderobenzelt. Auch 90er-Jahre-Import Oli P. („Flugzeuge in meinem Bauch“) fährt mit dem Wagen am Künstlereingang vor. Doch während sich Sänger wie Willi Herren von bulligen Begleitern kutschieren lassen, sitzt Oli P. persönlich hinter dem Steuer. Das erwärmt das Fanherz in der brütenden Sonne: Für Selfies und Autogramme ist an der Bühnenkante noch Zeit.

Viel zu tun für die Sanitäter

Die heißen Temperaturen sorgten allerdings häufiger für Kreislaufprobleme. Die Johanniter-Unfall-Hilfe behandelte 268 Gäste. Grund dafür waren Prellungen, Schnittwunden und zu viel Alkohol. Für 43 Besucher endete das Festival abrupt, sie mussten zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Vier Besucher landeten im Gewahrsam der Polizei, zwei Personen nahmen die Beamten fest. Die Beamten leiteten 13 Strafverfahren ein. Dabei ging es um Beleidigungen, Körperverletzungen, Widerstand gegen Polizeibeamte und ein Diebstahlsdelikt. Die Polizei spricht von einem eher ruhigen Verlauf des Festivals. (dihei)

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