Hitzefrei an Schulen

„Hitzefrei“ – großer Jubel in Oberhausener Klassenzimmern

Stühle hoch und ab ins Freibad: Die Schule geben hitzefrei.

Stühle hoch und ab ins Freibad: Die Schule geben hitzefrei.

Foto: dpa Picture-Alliance / Caroline Seidel / picture alliance / dpa

Oberhausen.  Die weiterführenden Schulen geben den Schülern der Sek. I am Montag hitzefrei – die eine früher, die andere später. Morgen wird neu entschieden.

In den Sekretariaten der weiterführenden Schulen in Oberhausen klingeln am Montagmorgen laufend die Telefone: Eltern fragen angesichts der angekündigten Rekord-Temperaturen, ob die Schüler hitzefrei bekommen. Die Schulleitungen haben sich darauf verständigt: Am Montag ja, aber zu unterschiedlichen Zeiten. So durften die Schüler der Sekundarstufe I am Sophie-Scholl-Gymnasium in Sterkrade beispielsweise nach der dritten Unterrichtseinheit gehen, an der Fasia-Jansen-Gesamtschule um 13 Uhr, am Heinrich-Heine-Gymnasium nach der sechsten Stunde, also um 13.25 Uhr.

Oberhausener Schulleiter sprechen sich ab

Ob eine Schule ihren Schülern bei Hitze frei gibt, entscheidet der Schulleiter. Anhaltspunkt dabei: „Wenn von einer Raumtemperatur von mehr als 27 Grad Celsius auszugehen ist“, heißt es in den NRW-Schulvorschriften. Generell ausgenommen davon sind Schüler der Oberstufe. In Oberhausen sprechen sich die Schulleitungen der benachbarten Schulen im Stadtsüden und -norden ab, um möglichst einheitlich zu handeln. Am Montag haben sie entschieden: Die Kinder können gehen. Am „Sophie“ schon um 11.37 Uhr. „Ich habe eine Durchsage gemacht über die Lautsprecher in den Klassenzimmern, da war der Jubel groß und bis ins Sekretariat zu hören“, sagt Jacqueline Maurmann aus dem Vorzimmer von Schulleiter Holger Schmenk.

Essen schon in der vergangenen Woche bestellt

Das Ganztagsgymnasium „Heinrich-Heine“ in Alt-Oberhausen entlässt die Schüler nach der sechsten Stunde. „Wir haben das auch so entschieden, weil schon in der vergangenen Woche das Essen bestellt worden ist“, sagt Schulleiter Marcus Kortmann. „Die Eltern wollen ihre Kinder ja auch versorgt wissen.“ Bei einer Ganztagsschule sei „Hitzefrei“ immer ein Spagat, weil ja auch die Betreuung gewährleistet werden müsse. „Aber 30 Kinder bei dieser Hitze in einem Klassenzimmer, das ist unerträglich“, sagt Kortmann. Deshalb dürfen die Sekundarstufe-I-Schüler am Montag weit vor 16 Uhr gehen.

Wie es die nächsten Tage weitergeht, wird tagesaktuell beschlossen. „Bis zehn Uhr müssen wir das entschieden haben“, sagt Kortmann, der sich mit Alice Bienk vom Elsa-Brändström-Gymnasium, mit Sascha Reuen vom Bertha-von-Suttner-Gymnasium und mit Ursula Niemann von der Anne-Frank-Realschule abspricht. Genauso halten es Holger Schmenk vom „Sophie“ und Uwe Bleckmann vom Freiherr-vom-Stein-Gymnasium sowie Gregor Weibels-Balthaus von der Gesamtschule Osterfeld.

Entschieden wird tagesaktuell bis zehn Uhr

Voraussichtlich wird auch Dienstag und Mittwoch hitzefrei gegeben, aber da die Entscheidung erst am Tag selbst fällt, müssen die Kinder für die ersten Stunden auf jeden Fall in die Schule kommen. Die Information erfolgt dann über die Lehrer, eine Durchsage oder die Internetseite der jeweiligen Schule. Dabei schauen die Schulleitungen auf den Wetterbericht und auf die Situation im Schulgebäude. Ein Thermometer braucht da gar nicht zur Hand genommen zu werden, das Gefühl sagt in diesen Tagen auch so: sehr warm hier.

Auch ohne die Hitzefrei-Anordnung ist die aktuelle Unterrichtswoche strubbelig, es gibt Abweichungsprüfungen im Abitur oder Zeugniskonferenzen – die bekannte Hektik vor den großen Sommerferien. Deswegen hat die Friedrich-Ebert-Realschule in Sterkrade am Dienstag zum Beispiel sowieso einen unterrichtsfreien Studientag für ihre Schüler eingeplant.

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