Riverdance-Nachfolger

„Heartbeat Home“: Füße fliegen zu kitschigen Bildern

Die 27 Tänzerinnen und Tänzer leisten in der neuen Show „Heartbeat of Home“ echte Schwerstarbeit in der König-Pilsener Arena.

Die 27 Tänzerinnen und Tänzer leisten in der neuen Show „Heartbeat of Home“ echte Schwerstarbeit in der König-Pilsener Arena.

Foto: Michael Dahlke

Oberhausen.   Tanz-Show „Heartbeat of Home“ bietet in der Arena eine Mischung von Irish Tap Dance bis zur Flamenco-Ekstase. Es war ein durchwachsener Abend.

Das irische Tanzspektakel „Riverdance“ war ein Welthit sondergleichen. Ob dieser Erfolg der Nachfolge-Show „Heartbeat of Home“ auch beschieden ist, wird sich zeigen. Allerdings darf man nach einem durchwachsenen Abend in der drastisch verkleinerten Arena da durchaus seine Zweifel haben.

Über die Sicht auf die mit einer riesigen Projektionsfläche versehenen Bühne konnten sich die bestenfalls 1500 Besucher jedenfalls nicht beklagen. Man war dicht am von einer paritätisch mit drei Frauen und drei Männern besetzten Band äußerst opulent untermalten Geschehen, das zum Auftakt der farbenreichen Show mit einer virtuosen irischen Tap-Dance-Nummer zunächst an „Riverdance“ anknüpfte.

Klischierte Sounds von Geige und Dudelsack

Da flogen die Füße zu den klischierten Sounds von Geige und Dudelsack vor sagenhaft kitschigen Bildern, die im Laufe des ersten Sets mit sturer Regelmäßigkeit zwischen blutroten Sonnenuntergängen über wogenden Wellen samt duster dräuender Wolken und bläulich schimmernden, mit Sternen übersäten Mondhimmeln wechselten.

Davor leisteten die 27 Tänzerinnen und Tänzer echte Schwerstarbeit, über die man nur staunen konnte. Aus der schwachen Choreographie, die von raumgreifenden Chorus-Lines über ballettöse Paar-Tänze bis zu virtuosen Solo-Performances alle Register zog, formten sie jedenfalls ansehnliche Aufzüge, die gleichermaßen graziös wie kraftvoll für Begeisterung sorgten.

Von Leder hin zu bunten Hotpants

Es war ein Wechselbad großer Emotionen, die der Musical Director Mark Alfred vom riesigen Schlagzeug aus stimmungsvoll mit seinen Multi-Instrumentalisten beflügelte. Wobei ihr mit einem Grammy ausgezeichneter Sound-Designer Ciaran Byran am Mischpult alle Hände voll zu tun hatte, wurde die Live-Musik doch von jeder Menge Effekte und Overdubs ins orchestral Opulente aufgebrezelt.

Weshalb man sich auch nie sicher sein konnte, ob Kayla Lomas-Kirton, die mit wunderbarem Wuschelkopf und Pailetten-schillernden Hosenanzügen in Begleitung zweier muskulöser Afro-kubanischer Tänzer für die Latin-Momente zuständig war, nun tatsächlich mit duftigem Musical-Sopran live sang oder auch nicht. Der aberwitzige Wirbel klackender Füße kam aber unzweifelhaft von dem grandiosen Irish Dancer Kieran Hardiman, der ebenso wie die beiden Flamenco-Interpreten Rocio Montoya und Jasiel Nahin den Boden mächtig strapazierte.

Von Leder zu schreiend bunten Hotpants

Zwischendurch immer wieder Kostümwechsel, von Leder zu schreiend bunten Hotpants etwa, die Mark Alfred mit grandiosen Bodhran-Soli hinreißend überbrückte. Was die Arena mit schäbigsten Flatter-Echos fies kommentierte, während man ansonsten über die klanggewaltige Akustik, so bei den Geigen-, Gitarren- und Bläser-Soli, nicht meckern konnte.

Warum der stete Wechsel von Irish Tap Dance, spannungsreicher Flamenco-Ekstase und groovigen Latin-Nummern im zweiten Teil des Abends dann von verblüffend schlecht animierten Großstadt-Impressionen illustriert wurde, erschloss sich wohl niemandem. Freunde fliegender Beine und sportiver Tanzszenen bekamen jedenfalls einiges geboten an diesem Abend, der ausgerechnet vor der Kulisse des nächtlichen Shanghai mit einer letzten Hochleistungs-Show aller Beteiligten sein Grande Finale fand. Das Publikum klatschte artig, tosender Jubel tönt allerdings anders.

>>> Weitere Auftritte in anderen Städten

Die neue Show „Heartbeat of Home“ geht nun auf Tournee durch Deutschland.

Am 14. Februar tritt das Ensemble wieder in NRW auf, in der Bielefelder Stadthalle. Weitere Auftritte stehen in diesem Monat in Frankfurt, Berlin und Stuttgart an.

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