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Handwerker stoppen Ameisen in Oberhausener Grundschule

Der Schulcontainer der Brüder-Grimm-Grundschule zwischen dem Hallenbad und der Willy-Jürissen-Halle in Oberhausen.

Foto: Kerstin Bögeholz

Der Schulcontainer der Brüder-Grimm-Grundschule zwischen dem Hallenbad und der Willy-Jürissen-Halle in Oberhausen. Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.   Die provisorischen Container für Grundschüler in Alt-Oberhausen sorgten für Unmut bei Lehrern und Eltern. Jetzt sind fast alle Mängel beseitigt.

Sie werden zwar nur für eine Übergangszeit von zwei Jahren für den Unterricht genutzt, doch die für einen Teil der Brüder-Grimm-Grundschüler auf einer ehemaligen Hundewiese an der Willy-Jürissen-Halle platzierten Container ha­ben Unmut bei Eltern und Lehrern hervorgerufen. Zu feucht, zu laut, zu dreckig, zu klein – und dann gab es da auch noch lebendige Ameisen im Gebäude und eine tote Ratte draußen. So zumindest lauteten die ersten Erfahrungen mit den neuen, angemieteten Containern nach den Sommerferien.

Nicht getröstet

Da tröstete Schüler und Lehrer auch nicht, dass die Stadt den Hauptstandort der Grimm-Schule an der Lothringer Straße in der Innenstadt nach Beschluss des Rates schon bald erweitern und verschönern will. Denn nach Abriss der St.-Martin-Schule an der Frieden-straße wird dort eine neue Kindertagesstätte gebaut – für die Kinder des Kindergartens an der Grimm-Schule. Deren Räume wiederum sollen danach von den Grimm-Schülern benutzt werden.

Die Fraktion der Linken brachte die Beschwerden Ende September auf die politische Tagesordnung. Die Linken schilderten in einer emotional formulierten Pressemitteilung jedenfalls verheerende Zustände nach einem Vorort-Besuch: Heizkörper mit Verbrennungsgefahr, Rattenplage, Ungeziefer und eine Wiese um die Schulcontainer, die weiter von Hundebesitzern als Köttelbecken missbraucht wurde.

„Das Kindeswohl wird mit Füßen getreten“, zeigte sich Hildegard Kirsten, Linken-Mitglied in der Bezirksvertretung, entsetzt.

Nun – das war vielleicht ein wenig dick aufgetragen, denn von Rattenplagen fanden selbst Fachleute keine Spuren, aber immerhin entdeckten die Immobilienexperten der Stadt einige berechtigte Mängel unter den 16 Beschwerden. Diese wurden laut einem aktuellen Statusbericht der Stadtspitze für den Schulausschuss (fast) komplett abgestellt.

So wurden undichte Stellen zwischen Containerelementen ausgebessert, die recht heiß werdende Elektroheizung erhält maßgefertigte Verkleidungen, Schmutzfangmatten wurden endlich ausgelegt, die Fläche vom Weg zum Containereingang bis zum Zaun an der Lothringer Straße wird nun gepflastert – die bisherige Rasenfläche wurde bei Regen einfach zu matschig. Der Auftrag ist bereits erteilt, der Baubeginn noch unklar.

Hunde bleiben künftig fern

Zwar stellten die Fachleute auch noch ungewöhnliche Nässe nach Wochenenden auf Schubladen und an der Decke fest – doch das stellte sich als Kondenswasser heraus, das durch leichtes Heizen auch am Wochenende beseitigt werden konnte. Auch Ameisenstraßen in den Containern wurden erfolgreich blockiert – durch zusätzliche Abdichtungen am Boden.

Und Hunde bleiben künftig mit ihren Besitzern außerhalb des Schulgeländes: Ein Zaun und ein Tor verwehrt ihnen den Zutritt.

Schuldezernentin Elke Münich bat für die Pannen zu Beginn um Verständnis. „Sie waren dem ungeheuren Zeitdruck geschuldet: Die Container sollten nach den Sommerferien nutzbar sein, damit die Kinder nicht zweimal umziehen müssen. Dabei fehlte zunächst ein Tor, so dass Hunde aufs Gelände konnten. Das war sehr misslich.“

Der Schulausschuss zeigte sich insgesamt zufrieden damit, dass bis auf die Pflasterung alle Mängel bereits jetzt behoben sind. Aber was ist mit dem Vorwurf, die Klassenzimmer seien zu klein? Die Schulverwaltung schaute in die Schulbaurichtlinien – und siehe da: Bei der Höchstzahl von 25 Kindern je Klasse wären 50 Quadratmeter angemessen – zwei Quadratmeter pro Kind. Die Container-Räume sind aber 55 Quadratmeter groß.

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