Oberhausener Schullandschaft

Gymnasien im Oberhausener Stadtsüden demonstrieren Einigkeit

Drei Schulleiter – eine Meinung: Marcus Kortmann (Heinrich-Heine-Gymnasium), Alice Bienk (Elsa-Brändström-Gymnasium) und Sascha Reuen (Bertha-von-Suttner-Gymnasium, v.li.).

Drei Schulleiter – eine Meinung: Marcus Kortmann (Heinrich-Heine-Gymnasium), Alice Bienk (Elsa-Brändström-Gymnasium) und Sascha Reuen (Bertha-von-Suttner-Gymnasium, v.li.).

Foto: Schule

Oberhausen.   Ein Vorschlag der Oberhausener Schulverwaltung lautet, ein Gymnasium im Süden in eine Gesamtschule umzuwandeln. Drei Schulleiter nehmen Stellung.

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Um künftig eine dauerhafte Lösung für Schulformwechsler ab Klasse sieben in Oberhausen zu schaffen, hat die Schulverwaltung mehrere Vorschläge gemacht. Dazu gehört im Kern, die Platzkapazitäten an Real- und Gesamtschulen auszuweiten und insgesamt, vor allem aber im Stadtsüden, Plätze an Gymnasien zu reduzieren. Was seitens der Schulentwicklungsplaner in den Vorschlag mündet, auf freiwilliger Basis ein Gymnasium in eine Gesamtschule umzuwandeln.

Kein ernsthaftes Interesse an Umwandlung

Nichts ist entschieden, ein Arbeitskreis wird sich in den kommenden Monaten mit diesen Varianten beschäftigen und möglicherweise noch weitere aufgreifen. Die Schulleiter der drei Gymnasien im Stadtsüden positionieren sich in einer Stellungnahme zu dem Papier der Schulentwicklungsplanung: „Weder die Elternöffentlichkeit noch die Schulleiter sowie ihre Kolleginnen und Kollegen sehen die Lösung eines Problems in der Schullandschaft Oberhausens durch eine solche Umwandlung“, schreiben Alice Bienk, Leiterin des Elsa-Brändström-Gymnasiums, Sascha Reuen, Leiter des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums und Marcus Kortmann, Leiter des Heinrich-Heine-Gymnasiums. Die drei Schulleiter kommen zu dem Schluss: „Auch Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie der Oberen Schulaufsichtsbehörde bei der Bezirksregierung in Düsseldorf dürften kein ernsthaftes Interesse an diesem Vorgehen haben.“

Gymnasien sprechen sich bei Angeboten ab

In ihrer Stellungnahme betonen die Schulleiter die Zusammenarbeit der drei Gymnasien, die ein attraktives gymnasiales Angebot im Stadtsüden schafft, das Oberhausen hier dringend brauche. So heißt es in der Stellungnahme. „Es ist eine beachtliche gymnasiale Bildungslandschaft, die sich im Laufe der letzten Jahrzehnte im Süden Oberhausens etabliert hat. Jedes Gymnasium hat einen eigenen pädagogischen Schwerpunkt, so dass dem Wunsch der Eltern nach einer individuellen erzieherischen Ausrichtung am Gymnasium entsprochen werden kann.“ Und weiter: „Damit dies so bleibt, sprechen sich die drei Oberhausener Innenstadtgymnasien nicht nur hinsichtlich ihres pädagogischen Angebotes untereinander ab, sondern bieten zudem nachhaltige Sicherheit in traditionellen kooperativen Strukturen. Dies betrifft vornehmlich die gymnasiale Oberstufe, in der die Oberhausener Schüler eine breit gefächerte Wahlmöglichkeit haben. ‘Ganz klar verstehen wir drei uns alle als Schulleiter unseres jeweiligen Gymnasiums. Wir verstehen uns zugleich aber auch als Mitgestalter einer Bildungslandschaft, in der wir eine Gesamtverantwortung für die Schülerinnen und Schüler dieser Stadt tragen. Das möchten wir ganz klar durch unseren Kooperationsgeist und unsere Geschlossenheit zum Ausdruck bringen’“, versichert Sascha Reuen in der Stellungnahme.

Breites Fächerangebot in Sprachen

Die Gymnasien schafften ein breiteres Fächerangebot besonders auch in den Sprachen. Es komme immer wieder vor, dass Schüler Russisch, Italienisch oder Spanisch belegen möchten, was ihnen aber nur durch den Besuch eines Kurses an einem der anderen Innenstadtgymnasien möglich gemacht werde. Die eigene Schule müsse deswegen nicht gleich vollständig gewechselt werden.

„Wir verstehen das schulübergreifende Kursangebot als Angebot der Stadt Oberhausen, durch das unsere Bildungslandschaft auch im Städtevergleich sehr gut mithalten kann“, so Marcus Kortmann. „Dabei ist es für die Schüler auch ein Gewinn, die anderen Gymnasien problemlos fußläufig erreichen zu können.“

Umwandlung stört Bildungslandschaft nachhaltig

Auch die Eltern seien zufrieden mit dem Angebot, erklären die Schulleiter in ihrer Stellungnahme: Wüssten sie doch, dass in Städten ohne Kooperation oft ein sehr eingeschränktes Wahlangebot herrsche. „Eine Einschränkung dieser gefestigten Kooperation, die ein nachhaltiges Bildungsangebot im Süden Oberhausens garantiert, etwa durch die Umwandlung eines der drei Gymnasien in eine andere Schulform, würde die Bildungslandschaft nachhaltig stören“, erklärt Alice Bienk vom Elsa-Brändström-Gymnasium.

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