Kirchen

Großer Bahnhof für scheidenden Kantor Konrad Paul

Die ev. Christusgemeinde in Oberhausen verabschiedet ihren Kantor Konrad Paul mit einem Gottesdienst in der Christuskirche und einem Empfang im Gemeindehaus. Paul Konrad (Mitte) zieht es nach Münster.

Die ev. Christusgemeinde in Oberhausen verabschiedet ihren Kantor Konrad Paul mit einem Gottesdienst in der Christuskirche und einem Empfang im Gemeindehaus. Paul Konrad (Mitte) zieht es nach Münster.

Foto: Franz Naskrent

Oberhausen.   Mit einem Festgottesdienst und einem Empfang im Gemeindehaus verabschiedete die Ev. Christus-Kirchengemeinde ihren Kirchenmusiker nach Münster.

Zum Abschied hatte sich Kantor Konrad Paul von seinen drei Chören bei der Evangelischen Christus-Kirchengemeinde an der Nohlstraße das Lied „Was wäre das für eine Welt“ mit dem Text von Pfarrerin Ilona Schmitz-Jeromin gewünscht, einen humorvollen, aber eindringlichen Appell für eine anständige Po­litik zum Wohl der Menschen.

Susanne Friedrich-Bode stimmte den großen Chor dabei an. Im voll besetzten Gemeindesaal bedankte sich die Gemeinde für das Engagement ihres Kirchenmusikers. Paul wechselt zum 1. April auf die Stelle des Kantors der evangelischen Hauptkirche in Münster.

Zum Abschied einen Mini-Gasometer

„Schade, dass man sich schon wieder trennen muss“, sprach Marlene Hönicke vom Presbyterium aus, was viele Teilnehmer gedacht haben mögen. Die 13 Jahre von Pauls Tätigkeit in Oberhausen schie­nen ihr wie im Fluge vergangen. Oberhausens Kulturdezernent Apostolos Tsalastras überreichte Paul zum Abschied einen Mini-Gasometer und dankte für die Bereicherung der freien Kulturszene in der Stadt durch ihn.

Zuletzt 2018 hatte der Kantor den Anstoß zu der Veranstaltungsreihe über das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren gegeben. Volker Buchloh, Chef des städtischen Kulturbüros, gab ihm zur Erinnerung daran ein Bild mit auf den Weg.

Stimmen von Chormitgliedern

Dann ging die Gemeinde zum gemütlichen Beisammensein mit ih­rem scheidenden Organisten, Chorleiter und Kreiskantor über. „Wir haben viele große musikalische Projekte aufgeführt“, erinnerte sich Michael Krajnc von der Singgemeinde. Bei den Oratorien und Requiems habe sich gezeigt, welch großartiger Musiker und Kapellmeister Paul sei. „Er hat es trotz aller Unwägbarkeiten immer geschafft, dass am Ende alles geklappt hat.“

Anke Kastner vom Vocal-Fun-Chor erinnerte sich, dass sich Paul mit dem modernen Repertoire dieses Ensembles erst habe anfreunden müssen. „Er wusste nicht so recht, was er mit uns anfangen sollte“, sagte sie. „Da traf ,Mitteldeutsch-Kühl’ auf ,Ruhrgebiets-Rau, aber herzlich’“, fasste es Friederike Sanne-Groppe zusammen. „Wir haben uns schnell aneinander gewöhnt und viel von ihm gelernt“, ergänzte Chorsprecherin Michaela Wramba.

Beiträge von allen drei Chören

Zuvor hatte die Gemeinde mit ihrem Kantor in der Christuskirche einen feierlichen Abschiedsgottesdienst gehalten. Alle drei Chöre, Singgemeinde, Fun-Vocal-Chor und Seniorenkantorei, lieferten musikalische Beiträge. Pfarrerin Lisa Fuchs trug die Predigt von Ilona Schmitz-Jeromin vor, die kurzfristig verhindert war.

„Gesang und Musik werden dem Wort Gottes zugeordnet. Lasst es unter euch wohnen“, hieß es darin. Fünf Mitglieder der Gemeinde und Ulrich Faber für den erkrankten Superintendenten gaben Konrad Paul ihre Segenswünsche mit auf den Weg. Der reagierte sichtlich gerührt. Nach Angaben von Jugendleiterin Ute Folly wird die Stelle Pauls frühestens zum Jahresende neu besetzt.

>>> Großes Abschiedskonzert am 30. März

Sein Abschiedskonzert gibt Konrad Paul am Samstag, 30. März, 19.30 Uhr, in der Christuskirche, Nohlstraße, mit der Evangelischen Singgemeinde, begleitet vom Sinfonieorchester Ruhr und den Solisten Rebekka Maeder (Sopran), Dagmar Linde (Alt), Marcus Ullmann (Tenor) und Wolf Latzel (Bass). Aufgeführt wird das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart. Zuvor wird Mozarts 39. Sinfonie in Es-Dur gespielt.

Karten zu zehn und 15 Euro gibt es vorab im Gemeindeamt, Nohlstraße (montags, mittwochs und freitags, 8 Uhr bis 12 Uhr).

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