Verwaltungsgericht

Gewaltbereiter RWO-Fan behält vorerst seinen Führerschein

RWO-Anhänger im Stadion Essen - hier bei einem Derby im Jahr 2014.

RWO-Anhänger im Stadion Essen - hier bei einem Derby im Jahr 2014.

Foto: imago (Archiv)

Oberhausen/Düsseldorf.   Verwaltungsgericht sieht formale Mängel bei Anordnung eines „Idiotentests“. Ein juristischer Sieg ist das für den Kläger aber nur bedingt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ein zu Gewalt neigender Anhänger von Fußball-Regionalligist Rot-Weiß Oberhausen bleibt im Besitz seines Führerscheins – zumindest vorerst. Die Stadt scheiterte am Dienstag vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf mit dem Versuch, dem 24-Jährigen die Fahrerlaubnis zu entziehen und den Oberhausener zu einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU), kurz „Idiotentest“ zu verpflichten. Die Richterin habe in der mündlichen Verhandlung am Vormittag signalisiert, dass das Vorgehen der Stadt zwar grundsätzlich in Ordnung sei, die Anordnung einer MPU in diesem konkreten Fall habe allerdings formale Fehler gehabt, sagte ein Gerichtssprecher. Fragen für einen die Untersuchung durchführenden Gutachter seien nicht richtig formuliert worden. Ein juristischer Sieg ist das für den Kläger nur bedingt. Vertreter der Stadt hätten in der Verhandlung signalisiert, nun „so schnell wie möglich“ eine neue Anordnung ausstellen zu wollen.

Ermittlungen auch wegen Landfriedensbruch

Der 24-Jährige ist in den vergangenen Jahren mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten. Wegen Straftaten nach dem dramatischen Niederrhein-Pokalfinale zwischen Rot-Weiss Essen und Rot-Weiß Oberhausen im Mai 2015, das die Essener im Elfmeterschießen für sich entscheiden konnten, war der Mann vom Amtsgericht Borbeck 2016 wegen gefährlicher Körperverletzung zu 210 Tagessätzen zu je 30 Euro verurteilt worden. Auch wegen Landfriedensbruch und der Beteiligung an einer Schlägerei zwischen zwei Hooligan-Gruppen wurde gegen ihn schon ermittelt.

Die Stadt Oberhausen begründet ihr Vorgehen damit, dass sich gewaltbereite Fußball-Fans auch im Straßenverkehr daneben benehmen könnten. Von Seiten des Vereins RWO war diese Argumentation stets zurückgewiesen worden. Vier weitere Verfahren gegen Rot-Weiß-Anhänger waren im Sommer vor dem Verwaltungsgericht mit Vergleichen geendet. Die Fußball-Fans erklärten sich daraufhin bereit, eine MPU zu absolvieren, um wieder in den Besitz ihrer Führerscheine zu kommen. Am Dienstag blieb der Kläger der Verhandlung fern. Schon das Amtsgericht Borbeck hatte ihn in Abwesenheit verurteilt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben