Urteil

Gericht schickt Bande von Drogenhändlern hinter Gitter

Mehrere Kilogramm Marihuana haben die Angeklagten in der Oberhausener Innenstadt verkauft.

Mehrere Kilogramm Marihuana haben die Angeklagten in der Oberhausener Innenstadt verkauft.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Oberhausen.  Sechs Angeklagte haben in Oberhausen mehrfach mit Drogen gehandelt. Die Bande war gut organisiert – und das Landgericht fällt deutliche Urteile.

Mit deutlichen Urteilen endete nach elf Verhandlungstagen das Verfahren gegen sechs Männer, die 2018 vor allem in Oberhausen mit Drogen gehandelt haben. Das Landgericht Duisburg verurteilte den 26-jährigen Chef der Bande zu acht Jahren Haft. Sein jüngerer Bruder, der zur Tatzeit noch Heranwachsender war, zur Überzeugung des Gerichts aber als Stellvertreter des Bandenoberhaupts agierte, wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Beider Männer werden einen erheblichen Teil ihrer Strafe allerdings nicht im Gefängnis, sondern in einer Entziehungseinrichtung verbringen dürfen. Das Gericht ordnete die Unterbringung der beiden Drogensüchtigen an. Die Kammer war am Ende der langwierigen Beweisaufnahme, die bereits Ende April begonnen hatte, davon überzeugt, dass der 26-jährige Hauptangeklagte Kopf eines schwunghaften Drogenhandels in der Oberhausener Innenstadt war. In mindestens 15 Fällen habe er ein bis zwei Kilo Marihuana besorgt, die von sogenannten Läufern in kleineren Mengen an die Kunden gebracht wurden.

Bande war gut organisiert

„Die Verkäufer gaben das Geld beim Bandenchef oder bei seinem Bruder ab.“ Ein Mitangeklagter, der als Bunkerhalter die Drogenvorräte der Bande gelagert und verwaltet hatte, muss für fünfeinhalb Jahre hinter Gitter. „Er genoss in besonderem Maße das Vertrauen der Geschäftsleitung“, so der Vorsitzende Richter ironisch in der Urteilsbegründung. Drei weitere Mitangeklagte, die vorwiegend als Verkäufer unterwegs waren, wurden je nach dem Gewicht ihrer Beteiligung zu Haftstrafen zwischen zwei Jahren mit Bewährung und drei Jahren neun Monaten verurteilt.

Die Richter bescheinigten der Bande, gut organisiert und geführt worden zu sein. „Die Ankaufs- und Vertriebswege waren bestens eingespielt“, so der Vorsitzende. Ursprünglich hatte die Anklage noch deutlich mehr Taten aus den Jahren 2017 und 2018 aufgelistet. Das Verfahren war allerdings auf einen Tatzeitraum von drei Monaten beschränkt worden. Für das Strafmaß spielte das ohnedies kaum eine Rolle. Vier weitere Angeklagte, gegen die im gleichen Zusammenhang ermittelt worden war, warten noch auf ihr Verfahren.

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