Brettspiele-Tipps

Fünf Brettspiel-Tipps für gute Unterhaltung im trüben Herbst

Sein Hobby zum Beruf gemacht: Mit Youtube-Videos und ausführlichen Rezensionen berät der Oberhausener Dennis Matthias Spiele-Fans beim Kauf.

Sein Hobby zum Beruf gemacht: Mit Youtube-Videos und ausführlichen Rezensionen berät der Oberhausener Dennis Matthias Spiele-Fans beim Kauf.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Oberhausen.  Nicht zuletzt in Corona-Zeiten hat die Nachfrage nach Brettspielen zugelegt. Ein Oberhausener Spiele-Experte gibt Tipps für die trübe Jahreszeit.

Wenn die Tage länger werden und das Wetter draußen ungemütlicher wird, gewinnt das eigene Zuhause noch mehr an Bedeutung. Um genau dort Langeweile zu vermeiden, greifen viele Menschen in ihrer Freizeit wieder vermehrt zum traditionellen Brettspiel . Vor allem die Corona-Krise hat der Gesellschaftsspiel-Branche einen kräftigen Schub beschert. Dabei weiß auch der Oberhausener Dennis Matthias, der Anfang des Jahres einen Online-Spiele-Shop namens „staygeeky“ eröffnete , dass die Auswahl bei allein über 1400 Herbstneuheiten gewaltig ist.

„Vor allem die Nachfrage nach kooperativen Spielen ist enorm gewachsen, weiß Dennis Matthias aus Erfahrung: „Anstatt, dass wie bei vielen Spielklassikern jeder gegeneinander spielt, wollen die Menschen gemeinsam ein Ziel erreichen.“ Zusammen mit dem Spiele-Experten stellt die Redaktion fünf Brettspiele vor, die auf unterschiedliche Weise für Spannung, Spaß und Überraschung sorgen. Beste Voraussetzungen also, damit einem während der trüben Jahreszeit in den eigenen vier Wänden nicht die Decke auf den Kopf fällt.

Für Hobby-Kriminologen

In der wenig beschaulichen Stadt „Crime City“ wimmelt es nur so von Verbrechen. Diese gilt es in bester Sherlock-Holmes-Manier zu lösen – beim Detektiv-Spiel „Micro Macro“ sind dies 16 verschiedene Kriminalfälle, vom einfachen Jungenstreich bis zum Mord. Dabei muss man allein oder als Team die nötigen Hinweise und Tatgegenstände mithilfe eines großen Stadtplan-Wimmelbild-Posters aufspüren. Ein gutes Auge ist also gefragt, sind es doch Kleinigkeiten, die den Täter überführen können. „Wer Spaß an Bilderrätseln hat, der wird hier viel Freude haben“, sagt Dennis Matthias.

„Micro Macro Crime City“ von Johannes Sich, erschienen bei Hard Boiled Games. 1 bis 4 Spieler ab 8 Jahren, 15 bis 45 Minuten Spieldauer, ca. 20 Euro.

Für die ganze Familie

Willkommen auf der „Insel der Katzen“ : Hier leben ganz besondere Fellknäuel, die von Lord Vesh bedroht werden. Die Tiere gilt es zu retten und auf das sichere Schiff zu bringen. Dabei setzen die Spieler unterschiedliche Karten ein, um das Boot möglichst voll zu bekommen und lohnende Aufträge zu erfüllen. Je mehr Katzen nach fünf gespielten Runden auf dem Schiff sind, desto mehr Punkte erhält man. Dabei ist das taktische Puzzle-Legespiel nicht nur etwas für Katzenfreunde, wie der Experte erklärt: „Im ersten Moment klingt die Geschichte zwar etwas wirr, aber das Regelwerk ist sehr gut verständlich. Ein hervorragender Mix aus verschiedenen Spielmechanismen für die ganze Familie.“

„Die Insel der Katzen“ von Frank West, erschienen bei City of Games. 1 bis 4 Spieler ab 8 Jahren, 60 bis 90 Minuten, ca. 43 Euro.

Für Grübler

Beim Gedächtnisspiel „Der perfekte Moment“ schlüpft man in die Rolle eines Fotografen. Der will das perfekte Foto knipsen. Doch noch machen die Gäste alle kein wirklich glückliches Gesicht. Dies gilt es mithilfe von Umschlägen, die während des Spiels rotieren, zu ändern. In diesen erfahren die Spieler nämlich, was die Wünsche der einzelnen Gäste sind und wo sie im Raum platziert werden möchten. Wer die meisten Wünsche erfüllt, macht das beste Foto und gewinnt das Spiel. „Ein sehr schönes und originelles Logikrätsel, wo auch das Gedächtnis gefragt ist“: Der Daumen von Dennis Matthias geht klar nach oben.

„Der perfekte Moment“ von Anthony Nouveau, erschienen bei Corax Games. 2 bis 4 Spieler ab 10 Jahren, 50 bis 90 Minuten, ca. 38 Euro.

Für die Urlaubssehnsucht

Wie der Name bereits verrät befindet man sich bei „Paris – die Stadt der Lichter“ mitten in der Stadt der Liebe. Allerdings nicht in der Gegenwart, sondern im späten 19. Jahrhundert, als sich die Elektrizität in der Metropole immer mehr verbreitete. Die zwei Spieler nehmen bei diesem Puzzle-Spiel die Rolle von wichtigen Persönlichkeiten ein und gestalten ein Stadtviertel, um es in neuer Schönheit erstrahlen zu lassen. Der Spieler mit den am besten beleuchteten Gebäuden holt sich den Sieg. „Das Plättchenlegespiel fängt das französische Flair jener Zeit toll ein“: Deshalb dürfte „Paris – die Stadt der Lichter“ laut Dennis Matthias so manche Urlaubssehnsucht stillen.

„Paris – die Stadt der Lichter“ von José Antonio Abascal, erschienen bei Kosmos. 2 Spieler ab 10 Jahren, 30 Minuten, ca. 20 Euro.

Für die ganz Kleinen

Im Kinderspiel des Jahres 2020 „Speedy Roll“ steht ein kleiner Igel im Mittelpunkt, der die Pilze, Äpfel und Blätter, die auf dem Spielfeld liegen, einsammeln möchte. Dazu kommt ein Tennisball mit filzigen Stacheln zum Einsatz, an der die Fundstücke aus dem Wald haften bleiben. Pro erwischtem Teil darf sich der Spieler ein Stück weit über den Spielplan bewegen, vorausgesetzt, er hat die richtigen Dinge erwischt. Geschicklichkeit ist somit gefragt, wobei der Spaß für die Kleinen nicht zu kurz kommt. „Die witzige Spielmechanik sorgt für viel Abwechslung, wobei gemeinsam oder gegeneinander gespielt werden kann“, so Dennis Matthias.

„Speedy Roll“ von Urtis Šulinskas, erschienen bei Piatnik, 1 bis 4 Spieler ab 4 Jahren, 20 Minuten, ca. 15 Euro.

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