Schulische Ausbildung

Frisör-Schülerinnen zeigen Handwerkskunst rund ums Haar

Bühnenabschlusspräsentation der Friseuroberstufe am Käthe-Kollwitz-Kolleg: Thema waren Frisuren und Schminke  aus den 1920er und 1930er Jahren.

Bühnenabschlusspräsentation der Friseuroberstufe am Käthe-Kollwitz-Kolleg: Thema waren Frisuren und Schminke aus den 1920er und 1930er Jahren.

Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.   Im nächsten Jahr steht für sie die Gesellenprüfung im Frisörhandwerk an. Bei der Laufsteg-Show am Käthe-Kollwitz-Kolleg gab’s einen Vorgeschmack.

Hut und Hosenanzug, Fächer und Federboa und dazu eine Wasserwelle: Am Käthe-Kollwitz-Berufskolleg dreht sich alles um die 1920er Jahre, denn die Berufsfachschule für Frisöre hat ihre diesjährige Projektwoche unter ein besonderes Motto gestellt. Die Schülerinnen der Oberstufe verpassten ihren Klassenkameraden deshalb aufwendige Frisuren und grelle Make-Ups. Höhepunkt war eine Modenschau am Montagmittag in der Aula der Schule, zu der sich fachkundiger Besuch angekündigt hatte.

Stark, selbstbewusst und zum Teil auch etwas maskulin: An acht Models präsentierten die Schülerinnen die verschiedenen Facetten der Frauen zur Zeit zwischen den Weltkriegen. Denn nicht nur Hosenanzüge und der klassische Bob, sondern auch in die Frisur eingearbeitete Haarbänder und verschiedenste Varianten, Haare zu Locken zu formen, waren typisch für die „Goldenen Zwanziger“.

„Das ist ganz klassische Handwerkskunst“, erklärt Peter Högerle, stellvertretender Schulleiter des Käthe-Kollwitz-Berufskollegs. Er ist stolz darauf, was die Auszubildenden im dritten Lehrjahr geleistet haben. Denn die Berufsschüler haben nicht nur Frisuren und Make-Up selbst erarbeitet und geprobt, sondern auch die Kostüme zusammengestellt und die Modenschau choreographiert und moderiert. Eine gute Übung für ihre anstehende Gesellenprüfung im kommenden Sommer.

Doch nicht nur die Frisörinnen konnten am Montag ihr Können unter Beweis stellen. Eine Klasse der Berufsfachschule für Medientechnik des Kollegs begleitete sowohl die Vorbereitungen als auch die Bühnenpräsentation. Während der Proben waren sie mit der Kamera dabei, es entstand ein Dokumentationsfilm über die Vorarbeit für die Modenschau. Während der Präsentation unterstützten die angehenden Medientechniker ihre Mitschüler bei Licht und Ton.

Immer weniger Frisör-Azubis

Nicht nur Schüler, Eltern, Lehrer und Freunde der Frisörinnen kamen zur Modenschau. Auch Vertreter der Oberhausener Frisör-Innung waren anwesend. Eine wichtige Werbeveranstaltung nicht nur für die Schule, sondern auch für die Frisörzunft. Immer weniger junge Menschen entscheiden sich für eine Frisör-Ausbildung, wie auch Peter Högerle beobachten muss. „Ich glaube, dass es nicht mehr so einfach ist, Auszubildende zu bekommen.“ Schuld an der Flaute auf dem Ausbildungsmarkt ist seiner Meinung nach der niedrige Lohn, der viele Frisöre nach ihrer Ausbildung erwartet. „Es ist aber ein so kreativer Beruf“, betont Högerle, der die Entwicklung bedauert. Um Ausbilder und potentielle Azubis zusammenzubringen, organisierte er deshalb mit der Arbeitsagentur ein „Speed-Dating“, bei dem Betriebe und Schulabgänger sich unbefangen kennen lernten.

>>FACHSCHULE FÜR FRISÖRE

35 Auszubildende besuchen aktuell die Fachschule für Frisöre am Käthe-Kollwitz-Berufskolleg. Während ihrer dreijährigen dualen Ausbildung verbringen sie jede Woche einen ganzen Tag in der Schule.

In der Lehrwerkstatt lernen angehende Frisöre alles rund um Frisur und Schminke. Auch die Frisör-Innung ist oft vor Ort.

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