Kinderhilfe

Friedensdorf baut in Oberhausen eigenen Operations-Saal

Einen Computerraum haben die Friedensdorf-Kinder schon – ein OP-Saal soll kommen. Im Bild lernen Kinder angespendeten, gebrauchten Computern mit Lernprogrammen in ihren Muttersprachen.

Foto: Jakob Studnar

Einen Computerraum haben die Friedensdorf-Kinder schon – ein OP-Saal soll kommen. Im Bild lernen Kinder angespendeten, gebrauchten Computern mit Lernprogrammen in ihren Muttersprachen.

OBERHAUSEN.   Das Friedensdorf in Oberhausen reagiert auf Engpässe bei Krankenhaus-Freibetten. In der Heim-Einrichtung soll ein Operationssaal entstehen.

Das Jahr 2017 stand im Friedensdorf im Zeichen des 50-jährigen Bestehens. Das kommende Jahr wird die Kinderhilfseinrichtung einmal mehr vor eine neue, große Herausforderung stellen. Mit einem Investitionsvolumen von rund 2,5 Millionen Euro soll in der Heim-Einrichtung ein Operationssaal entstehen. Friedensdorf-Leiter Thomas Jacobs: „Damit reagieren wir auf die immer schwieriger werdende Akquise von Freibetten in Krankenhäusern.“

Seit einigen Jahren ist diese Zahl rückläufig: „Manches Krankenhaus, das uns jahrelang unterstützt hat, hat geschlossen oder schreibt rote Zahlen“, so Jacobs. Damit gerate sogar eines der Hauptstandbeine der Friedensdorf-Hilfe, die Einzelfallhilfe, in Gefahr.

Im Laufe des Jahres 2017 habe es viele Gespräche mit Ärzten gegeben, um eine Lösung zu finden. „Sie haben uns ermuntert, den Bau einer OP-Einheit zu wagen“, sagt Jacobs. Nach dessen Fertigstellung sollen dort vor allem handchirurgische und einige orthopädische Eingriffe vorgenommen werden – von Medizinern, die ihre Arbeit ehrenamtlich zur Verfügung stellen. Jacobs: „Schon jetzt haben rund acht Chirurgen ihre Unterstützung zugesagt. Bedarf haben wir noch bei Anästhesisten.“ Gedacht ist die Einrichtung als Tagesklinik.

Mit dem Bau der OP-Einheit betritt die Hilfsorganisation kein Neuland. Von 1971 bis ’75 gab es eine solche schon einmal: „Die Räume gibt es bis heute im ehemaligen Reha-Bereich.“ Noch ist dort die Hausmeisterei untergebracht, doch diese wird wieder umziehen müssen: „Der neue OP-Saal wird an alter Stelle entstehen. Das bisherige Gebäude wird abgerissen, der Neubau zweigeschossig gebaut, OP-Einheit und Reha werden zusammengefasst.“

Ausschreibungen für Fachkräfte

Derzeit wartet das Friedensdorf auf die Bewilligung des Bauantrages. Jacobs: „Die Stadt hat uns dabei tatkräftig unterstützt.“ Die Bauarbeiten könnten schon im Frühjahr 2018 beginnen.

Die 2,5 Millionen Euro, ist Jacobs optimistisch, werde das Friedensdorf stemmen können: „Mein Optimismus rührt von den guten Erfahrungen der Revitalisierung vor einigen Jahren her, als wir 7,5 Millionen Euro aufbringen mussten. Wir haben auch damals zweckgebundene hohe Spenden erhalten und Gelder der NRW-Stiftung.“ Thomas Jacobs hofft, für dieses Projekt vor allem Handwerksbetriebe aus der Region zu finden.

Mit der neuen OP-Einheit wird es auch personelle Neuerungen im Friedensdorf geben: „Wir brauchen dafür Fachkräfte; entsprechende Ausschreibungen wird es im Herbst 2018 geben.“

>>> BEDINGUNGEN FÜR DIE BEHANDLUNG IN DEUTSCHLAND

Die Einzelfallhilfe ermöglicht es kleinen Patienten aus Kriegs- oder Krisengebieten, in Deutschland die notwendige medizinische Versorgung zu erhalten.
Nur dann, wenn eine medizinische Behandlung in ihrer Heimat nicht möglich, diese in Deutschland aber erfolgversprechend ist, es einen Klinikplatz zur kostenlosen Behandlung gibt und die Familie sich keine Behandlung im Ausland leisten kann, findet ein Kind Aufnahme im Friedensdorf. Ohne die Unterstützung von Krankenhäusern bundesweit wäre das nicht möglich.

Mehr Info: friedensdorf.de

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