Stadthistorie

Freunde der Archäologie starten mit neuen Aktionen durch

Die Umgebung der Burg Vondern steht vorerst im Mittelpunkt der archäologischen Forschungen von Faro.

Die Umgebung der Burg Vondern steht vorerst im Mittelpunkt der archäologischen Forschungen von Faro.

Foto: Lars Heidrich / FUNKE

Oberhausen.  Der Verein, der nun ein Domizil hat, plant neue Aktivitäten: Im Mittelpunkt der archäologischen Arbeit steht weiter Burg Vondern.

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Neun Jahre alt ist der Verein Faro (Freunde der Archäologie Raum Oberhausen) mittlerweile, und jetzt konnte er erstmals seine Jahreshauptversammlung in eigenen Räumlichkeiten abhalten. In aufwendiger Eigenleistung haben die Mitglieder in der ehemaligen Hauptschule St. Michael im Knappenviertel den „Vereinsraum“ für ihre Zwecke tauglich gemacht und wollen nun „durchstarten“.

An einer Vorhabenliste fehlt es nicht, und sie ist so breitgefächert wie anspruchsvoll. Neben archäologischen Arbeiten wie Suche, Sichern, Bewahren stehen auf ihr auch Inventarisierung und Katalogisierung. Eine Fachbibliothek etwa wächst allmählich und wartet darauf, aufbereitet und zur Verfügung gestellt zu werden, was auch für zahlreiche Fundstücke gilt, die aus privaten und öffentlichen Sammlungen nach Oberhausen „heimkehren“.

Eine ganz besonders wertvolle und umfangreiche Sammlung ist dabei die zum Thema „Steinzeit“, die Faro-Mitglied Karl Lange jetzt seinem Verein als Dauerleihgabe überlässt. Der über 90 Jahre alte ehemalige Lehrer und Rektor war jahrzehntelang als Heimatforscher im Raum Schmachtendorf tätig und ist kürzlich nach Xanten gezogen. Faro-Vorsitzender Udo Peters: „Karl Lange ist einer der Pioniere der Heimatforschung, und die Überlassung dieser Sammlung ehrt uns sehr.“

Die Fachbibliothek wächst

Vor Jahrzehnten sind in Sterkrade Siedlungsreste und Gräberfelder aus fränkischer Zeit (6. Jahrhundert) festgestellt, aber nie über Ansätze hinaus gründlich erforscht und ausgewertet worden. Hier will sich ein Team des Vereins ebenso auf Spurensuche begeben wie im Grafenbusch, wo es um die Suche nach einer Anlage ähnlich der Burg Vondern geht.

Die Burg Vondern bleibt ein Schwerpunkt der Faro-Forschung, haben Bodenproben und Luftbildauswertungen doch ergeben, dass der Komplex offenbar größer war als angenommen und wohl auch Vorgänger hatte. Zu den Bodendenkmälern, um die der Verein sich weiter kümmern will, gehört auch die so genannte „Klever Landwehr“, deren Reste an der Weißensteinstraße dadurch gefährdet sind, dass ein Zubringer zum geplanten Edeka-Zentrallager sie in Mitleidenschaft ziehen könnte.

Kostenloser Vortrag zur Kochkunst im Mittelalter

Am kommenden Montag, 24. Juni, eröffnet um 19 Uhr ein Vortrag von Faro-Mitglied Dr. Rainer Mentel eine Reihe von Veranstaltungen, mit denen der Verein auch um neue Mitglieder wirbt. Thema: „Mittelalterliche Kochkunst; Tischsitten und Rezepte“.

Darin soll auch klar werden, dass mitunter angebotene „Ritterabende“ mit der historischen Wahrheit so ziemlich nichts gemein haben. Im Mittelalter konnte man nämlich durchaus raffiniert kochen und war in mancher Hinsicht auch anspruchsvoll. Der Vortrag im Vereinsraum an der Knappenstraße 123 ist kostenfrei.

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