Kommentar

Freigepustet vom Operetten-Staub

Ralph Wilms kommentiert die Chancen für den Neuzugang im deutschsprachigen Musical-Repertoire.

Ralph Wilms kommentiert die Chancen für den Neuzugang im deutschsprachigen Musical-Repertoire.

Foto: Gerd Wallhorn

OBERHAUSEN.   Eine Erfolgs-Prognose ist es nicht – aber „Bat out of Hell“ gibt dem etwas angestaubten Musical-Genre wieder festeren Biss.

Wenn der gute alte Dionysos als Patron des Theaters und als Gott der Ekstase noch Einfluss hat – er müsste „Bat out of Hell“ eine lange, erfolgreiche Spielzeit bescheren. Denn es wird wieder mal Zeit, dass das Musical den Operetten-Staub aus den Polstern klopft. Und der Witz nebst Selbstironie, mit dem Komponist Jim Steinman schon anno 1977 an der Seite von Meat Loaf zu Werke ging, kann dem oft allzu plüschigen Genre nur gut tun.

Eine belastbare Erfolgs-Prognose ist das leider nicht. Denn der Rock Marke Steinman ist zu ausgefuchst für schlichte Mitsing-Ohrwürmer, ein gewitztes Spiel mit den Sounds der 1950er bis ‘70er Jahre. Ob das reifere Musical-Publikum darauf abfährt? – Wenn nicht, würden sie was verpassen. Denn die jetzt schon prächtige Show hat eine Qualität, die mit dem harten Schliff von wöchentlich acht Aufführungen noch um Einiges steigen dürfte.

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