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Freies Parken in der City ade

Am Altmarkt parken bei den Gottesdiensten der Herz Jesu Kirche die Autos auch schon einmal direkt am Marktplatz – obwohl man dort gar nicht parken darf.

Am Altmarkt parken bei den Gottesdiensten der Herz Jesu Kirche die Autos auch schon einmal direkt am Marktplatz – obwohl man dort gar nicht parken darf.

Foto: WAZ FotoPool

Oberhausen. Mal eben aus dem Wagen springen und in der City zum Metzger? Schon klebt ein Knöllchen an der Windschutzscheibe. Parken in der Innenstadt ist ein Problem meinen auch die Leser Herbert Remmele und Heinz Zimmek. Sie wünschen sich dort mehr und vor allem kostenfreien Parkraum. Wir fragten nach.

„In den Kernbereichen der Stadt gibt es rund 2400 gebührenpflichtige Stellplätze“, erläutert Sabine Janclas, Fachbereichsleiterin Verkehrsplanung. Weitere 3800 stünden – teils mit eingeschränkter Parkdauer – kostenfrei zur Verfügung. Die Parkgebühren im Innenstadtbereich betrügen für die erste Stunde maximal einen Euro, der Höchstsatz für vier Stunden belaufe sich auf vier Euro. „Sofern eine Parkdauer von mehr als vier Stunden zugelassen ist, beträgt der Tageshöchstsatz aber nur zwei Euro“, führt Janclas aus.

Im Jahr 2010 erwirtschaftete die Stadt allein durch diese Einnahmen zirka 660.000 Euro, im Jahr 2011 waren es rund 650.000 Euro. Das Geld floss jeweils dem städtischen Haushalt zu.

Schlechte Zahlungsmoral

Die Einführung einer Brötchentasten-Regelung habe die Stadt für die Innenstadt bereits nach einer Parkraumuntersuchung im Jahr 2005 verworfen. Denn dabei habe sich ergeben: „Die Zahlungsmoral der Kurzparker in den Querstraßen der Fußgängerzone war sehr schlecht. Nur rund 2 Prozent der Kurzparker bis 15 Minuten und nur 22 Prozent der Kurzparker bis 30 Minuten lösten einen Parkschein.“ Daraus habe der Gutachter geschlossen, dass bei Kurzparkern entsprechend auch die Bereitschaft, für einen begrenzten Zeitraum einen kostenlosen Parkschein zu lösen, gering sein dürfte.

Janclas weiter: „Gegen die Einführung einer Brötchentaste sprechen aber auch die hohen Umrüstungskosten.“ Dazu käme noch mehr Verkehr in den Seitenstraßen, noch mehr Fahrzeuge, die die Fußgängerzone passieren würden sowie eine Verschlechterung der Parksituation für Anwohner.

2009/2010 sei die Parkraumsituation in der Innenstadt im Rahmen der Umgestaltung des Saporisha-Platzes dann erneut untersucht worden. Sabine Janclas erläutert: „Der Gutachter kam zu ähnlichen Ergebnissen wie 2005. Die meisten (82 Prozent) fanden ihren Wunschparkplatz, rund ein Viertel war mit dem Parkangebot sehr zufrieden, die Hälfte war zufrieden, rund ein Viertel unzufrieden.“ 50 Prozent der Autofahrer parkten höchstens eine Stunde.

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