Fraunhofer Umsicht

Forscher aus Oberhausen entwickeln neuen Bio-Klebstoff

Der neue Biokleber haftet mehrfach, wie bei dem bekannten „Post it“-Zettel.

Der neue Biokleber haftet mehrfach, wie bei dem bekannten „Post it“-Zettel.

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Oberhausen.   Ein neuer Bio-Kleber aus dem Oberhausener Hause Fraunhofer Umsicht schont die Ressourcen. Wie beim berühmten „Post it“ haftet er mehrfach.

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Nachhaltiger Klebstoff, eine Ultraschlammbehandlung von Klärschlamm und biobasierte Kunststoffe: Mit innovativen neuen Projekten präsentieren sich die Oberhausener Forscher des Fraunhofer-Instituts Umsicht bei der diesjährigen Messe „BAU“ in München. Vom 14. bis zum 19. Januar wollen die Wissenschaftler zeigen, wie die boomende Baubranche ressourcenschonend weiter wachsen kann und wie Städte künftig lebenswerter, effizienter und nachhaltiger gestaltet werden können.

Den neuen Bio-Klebstoff haben die Umsicht-Forscher auf Basis nachwachsender Rohstoffe entwickelt. Das ist neuartig, denn die marktüblichen Spezialkleber, die auch mehrfaches Anheften und Abziehen der Zettel ermöglichen, werden in der Regel aus fossilen, also unwiederbringlichen Rohstoffen hergestellt.

Mit Partnern aus Forschung und Wirtschaft erarbeitet

Umsicht hat für die Entwicklung mit Partnern aus Forschung und Wirtschaft zusammengearbeitet, wie der Westfälischen Hochschule Recklinghausen und der Henkel AG. Die Forscher sind stolz darauf, einen Kleber entwickelt zu haben, der nicht nur preislich mit den Konkurrenten mithalten, sondern sich auch in großen Mengen herstellen lässt. „Wir arbeiten weiter an Verbesserungen der Rezeptur und ihrer Herstellung, so dass die Klebstoffe in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden können“, sagt Inna Bretz, Gruppenleiterin des Umsicht-Bereiches Polymer-Chemie. Ein Patent haben die Forscher bereits angemeldet.

In München ebenfalls präsentieren werden die Wissenschaftler ein neues Ultraschallverfahren, das dabei helfen soll, Klärschlamm besser aufzuschließen, um die jeweiligen Inhaltsstoffe voneinander zu trennen. So könnte man künftig Wertstoffe aus den Schlämmen zurückgewinnen und recyceln. Bislang werden Klärschlämme in der Landwirtschaft verwendet oder komplett verbrannt.

Hinter der Entwicklung steckt ein kompliziertes Verfahren. Vereinfacht: Ein spezieller Ultraschall lässt im Schlamm Blasen entstehen. Diese wachsen auf ein Vielfaches an und implodieren schließlich. Bei diesem Prozess lassen sich die Bestandteile des Schlamms voneinander trennen.

>>> 2250 Aussteller aus 45 Ländern

Die Messe „Bau 2019“ versteht sich als Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme. 2250 Aussteller aus 45 Ländern präsentieren sich in den Münchener Messehallen.

Mit dabei auch Forscher von Fraunhofer Umsicht. Ihre Projekte präsentieren sie vom 14. bis 19. Januar in der Halle C2 der Münchener Messe.

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