Forever young

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Kruft-Kulturpreis 2007 an Druckluft vergeben. Hajo Sommers, einer der Männer der ersten Stunde, würdigt in seiner Laudatio die Lebendigkeit der Einrichtung ebenso wie das Engagement der Sponsoren. Mit RockO. wird geteilt

Zum Einheizen optimal, die junge Oberhausener Rock-Formation "Nowhere". Im Druckluft spielten sie schnörkellose Rhythmen, die allerdings richtig gut. Da waren mehr Zugaben nötig als der Zeitdruck der Gruppe eigentlich zuließ. Dadurch verschob sich die Verleihung des Kruft-Kulturpreises 2007 um ein halbes Stündchen. Die Drucklüfter werden es verschmerzen, fließen doch - von den WAZ-Lesern mit überwältigender Mehrheit entschieden - 5000 Euro auf das Konto der 1980 gegründeten Einrichtung.

Jutta Kruft-Lohrengel und Karsten Lohrengel, die geschäftsführenden Gesellschafter des Autohauses Kruft und Sponsoren des Preises, holten einiges der Zeitverzögerung wieder raus, gestalteten den offiziellen Part im Druckluft kurz und knapp - sichtlich beeindruckt vom ungewöhnlichen Umfeld.

Den Rest der Zugaben haute dann Hajo Sommers raus, nicht in seiner Eigenschaft als Bademeister im Ebertbad, sondern als ein Druckluft-Mensch der ersten Stunden. Irgendwie hatte man das Gefühl, dass der auf die 50 zugehende Kulturmacher und RWO-Präsident sich an der Stätte "alter Schandtaten" richtig wohl fühlte.

Das Druckluft sei der einzige Laden, der immer jung bleibt, die anderen Soziokulturellen könnten doch mittlerweile Tanztee für Senioren machen. Absurd wie löblich fand er es, dass ein BMW-Autohaus einen Preis an ein solches Zentrum vergibt, "es weiß doch keine Sau von euch, wer irgendwann mal BMW fährt".

Aber Sommers zeigte auch seine Hochachtung vor den beiden Sponsoren, würdigte deren Engagement für die freie Kultur in Oberhausen, die hier ja auch ein weites Feld sei. Kritik allerdings äußerte er an dem sich abzeichnenden Umfeld ums Druckluft. Die Straße werde wohl bald "Dem Klunk - der zuständige Beigeordnete der Stadt - sein Meisterstück" heißen, Trinkgut, Trink besser. In diesem Sinne empfahl er den Drucklüftern, mit dem Preisgeld zu machen, was sie wollen: "Macht Punk oder versauft die Kohle."

Letzteres wird nicht passieren, denn die Hälfte geht an RockO., den Mitkonkurrenten, für Olgas Rock. Druckluft-Leiter Christoph Kaiser: "Wir haben ja eine ähnliche Zielgruppe. Wir werden uns bei dem einen oder anderen Konzert beteiligen." Und die andere Hälfte fließt in das Kulturprogramm des Druckluft: "Schließlich ist es ja ein Kulturpreis."

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