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Findige Scouts suchen Gesamtschul-Talente in Schmachtendorf

Das Team der Heinrich-Böll-Gesamtschule nahm die Talentscouting-Plakette in Empfang; rechts: Suat Yilmaz aus Oberhausen, der als Initiator des NRW-Talentscouting gilt.

Foto: Kerstin Bögeholz

Das Team der Heinrich-Böll-Gesamtschule nahm die Talentscouting-Plakette in Empfang; rechts: Suat Yilmaz aus Oberhausen, der als Initiator des NRW-Talentscouting gilt. Foto: Kerstin Bögeholz

OBERHAUSEN.   Talente sollen nicht im Verborgenen schlummern. Spezielle Scouts fahnden danach jetzt auch an der Heinrich-Böll-Gesamtschule in Oberhausen.

Die individuelle Förderung wird an Oberhausener Schulstandorten immer weiter ausgebaut. Nach der Gesamtschule Weierheide ist jetzt auch die Heinrich-Böll-Gesamtschule in Schmachtendorf offiziell ein Standort für das NRW-Talentscouting.

Die Koordinatorin des Talentscoutings an der Hochschule Ruhr West (HRW), Kerstin Franz, überreichte jetzt die entsprechende Plakette an Lehrer und Schüler der Schmachtendorfer Gesamtschule, wobei auch Suat Yilmaz anwesend war.

Yilmaz ist mittlerweile deutschlandweit bekannt und hat das Talentscouting federführend an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen-Buer entwickelt. Von dort aus wird dieses Programm nun auch in andere Teile des Ruhrgebiets und des ganzen Landes NRW getragen, wobei auch weitere Hochschulen wie etwa die HRW mit eingebunden werden.

„Gezielte Förderung verleiht Flügel“

Die Idee dabei: Scouts gehen in der gesamten Region in die Schulen, bieten langfristig und verlässlich eine persönliche Beratung für die Schülerinnen und Schüler an, entdecken deren verborgene Fähigkeiten und ebnen ihnen so den Weg in ein Studium oder auch in eine duale Berufsausbildung.

Und dabei geht es keineswegs um Elitenförderung, wie Suat Yilmaz immer wieder bei seinen Auftritten im gesamten Land NRW unterstreicht: „Wir wollen die Leistungsmitte fördern“, sagte er. „Wir wollen die jungen Leute dazu befähigen, mit ihren Talenten dorthin zu gelangen, wo sie wirklich hingehören.“ Wobei nicht nur junge Menschen mit Migrationshintergrund angesprochen sind, sondern alle Schülerinnen und Schüler.

Mut machen, motivieren und Antworten geben

Ganz in diesem Sinne ist das Talentscout-Projekt seit diesem Schuljahr nun auch an der Heinrich-Böll-Gesamtschule in Schmachtendorf präsent. Die Talentsucher machen Mut, motivieren und beantworten im persönlichen Kontakt Fragen: Wie wird man Ingenieur? Welche Anforderungen stellt ein Wirtschaftsstudium? Kann ich mir ein Studium überhaupt leisten? Gibt es Stipendien nur mit Einser-Abi? Können Sie nicht mal mit meinen Eltern sprechen?

Suat Yilmaz ist sich sicher: „Gezielte Förderung verleiht den jungen Leuten Flügel.“ Wobei der Sozialwissenschaftler zur Heinrich-Böll-Gesamtschule noch einen ganz besonders motivierenden Bezug hat. Er drückte hier einst selbst die Schulbank. Suat Yilmaz (Jahrgang 1975) kam als kleines Kind mit seinen Eltern aus der Türkei nach Oberhausen. Mutter und Vater sprachen nur Türkisch, auch er selbst konnte im ersten Grundschuljahr kein Deutsch.

>>> WEITERE INFORMATIONEN

Die Internetseite www.meinetalentfoerderung.de bietet einen umfassenden Überblick über das Projekt. Hier wird auch deutlich, wie viele Institutionen mittlerweile in das Projekt eingebunden sind.

Auf dieser Website erzählen einzelne Talente über ihren Werdegang und die wertvollen Tipps, die ihnen den Weg ebneten – frei nach dem Motto: „Wenn sich eine Tür öffnet: Chance nutzen!“

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