Körperverletzung

Fast sechs Jahre Haft für Oberhausener Messerstecher

Das Landgericht Duisburg.

Das Landgericht Duisburg.

Foto: Stephan Eickershoff

Oberhausen/Duisburg.  Beim Streit ging es nur um den lächerlichen Betrag von zehn Euro – doch dann stieß der Angeklagte vor dem Oberhausener Hauptbahnhof plötzlich zu.

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Mit einer Verurteilung zu fünf Jahren und neun Monaten Haft wegen gefährlicher Körperverletzung endete am Dienstag vor dem Landgericht Duisburg der Prozess gegen einen 28-jährigen Syrer aus Oberhausen. Am Abend des 15. September 2017 hatte er einen Landsmann (22) vor dem Oberhausener Hauptbahnhof durch einen Messerstich in den Bauch schwer verletzt.

Nach den Feststellungen der Kammer hatte sich der Streit zwischen den beiden Männern an zehn Euro entzündet, die der Angeklagte dem Geschädigten noch für den Kauf einer Hose schuldete. Der 22-Jährige war durch die Weigerung des Angeklagten, das Geld zu zahlen, so genervt, dass er ihm eine Ohrfeige gab. Der zog ein Klappmesser und rammte es dem Gegenüber in den Bauch.

Richter spricht von „brutaler und massiver Tat“

Der Vorsitzende sprach in der Urteilsbegründung von einer „brutalen und massiven Tat“, denn der Stich reichte deutlich tiefer als die Klingenlänge von sieben Zentimetern und verursachte eine klaffende Wunde. Entgegen der Anklage sah die Kammer aber kein Kapitaldelikt: Als der Angeklagte vom Tatort floh, habe das Opfer noch gestanden. Die Richter gingen deshalb vom Rücktritt vom versuchten Totschlag aus.

Strafschärfend wertete das Gericht die schweren Folgen für den 22-Jährigen, dessen Leber und mehrere Arterien verletzt wurden und der nur durch eine Not-Operation gerettet werden konnte. Zu Gunsten des Angeklagten wirkte sich sein Teilgeständnis aus und der Umstand, dass er spontan zum Messer griff.

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