Bildung und Betreuung

Familienzentren sollen Eltern seit zehn Jahren unterstützen

Sarah und ihre Tochter Annabelle spielen gemeinsam im Familienzentrum St. Barbara in Oberhausen.

Sarah und ihre Tochter Annabelle spielen gemeinsam im Familienzentrum St. Barbara in Oberhausen.

Oberhausen.   Sie sind die erste Anlaufstelle für Eltern und können deshalb am besten helfen. So das Konzept der Familienzentren. 28 gibt es in Oberhausen.

Die erste Institution, mit der Familien längerfristig Kontakt haben, sind Kindergärten, heute Kindertageseinrichtungen genannt. In diesen Kitas nicht nur die Kleinen zu betreuen, sondern bei Bedarf auch ihren Eltern zu helfen – das ist die Idee der Familienzentren. Vor zehn Jahren erhielten in NRW die ersten Kitas das Gütesiegel „Familienzentrum“, auch in Oberhausen. Heute hat die Stadt 27 davon in unterschiedlicher Trägerschaft (von insgesamt 80 Kitas), eine weitere, die Ev. Kindertageseinrichtung „Karibu Sana“ in Alstaden/Lirich, will sich zertifizieren lassen.

Anlaufstelle für die Familie

In dieser Woche feiern die Oberhausener Familienzentren ihr zehnjähriges Bestehen mit Tagen der offenen Türen, Festen und Mitmach-Angeboten. Damit zeigen sie zugleich, was es heißt, ein Familienzentrum zu sein: eine Anlaufstelle für die Kinder, die Mütter und Väter. Für die Kitas bedeute dieser Weg „mehr Aufwand“ und sei sehr zeitintensiv, sagt Elke Münich, Beigeordnete für Familie, Bildung und Soziales. „Es freut mich, dass sich die Kitas auf diesen Weg eingelassen haben.“ Das Land teilt den Kommunen das Budget zu, dem entsprechend können Kitas an dem Gütesiegel-Verfahren teilnehmen. Seit 2012 fordert das Land zudem, das Familienzentren in Sozialräumen mit hohem Armutsrisiko und stärkerem Bedarf zur Bildungsförderung entstehen. Finanziell bedeutet ihr Engagement für die Einrichtungen eine zusätzliche Landesförderung von maximal 14 000 Euro insgesamt.

Großes Aufgabenpaket

Dem steht ein großes Aufgabenpaket gegenüber: Das Familienzentrum soll sich in das Wohnviertel hinein öffnen, Familien ansprechen, Erziehungsberatung und Gesundheitsförderung in Form von Kursen oder Vorträgen anbieten, Kontakt mit Tagesmüttern oder Therapeuten knüpfen. Die Bilanz nach einem Jahrzehnt fällt durchaus positiv aus. So heißt es in einer Beschreibung des Familienzentrums St. Barbara an der Krähenstraße: „In den letzten zehn Jahren hat sich in Oberhausen eine gewinnbringende Zusammenarbeit für Eltern, Kinder, Babysitter, Therapeuten, Tagespflegeeltern, städtische Institutionen und Erzieher entwickelt.“

„Es war wichtig, Kitas so zu qualifizieren, dass sie Eltern, Familien unterstützen können“, sagt die zuständige Beigeordnete Elke Münich. Eigentlich sei der Gedanke des Familienzentrums so gut, dass man ihn auch auf Schulen übertragen müsste – in einer komplexeren Form.

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