Fahrrad

Fahrradclub sieht Handlungsbedarf bei Radwegen in Oberhausen

Der Umbau der Duisburger Straße ist ein Negativbeispiel für den ADFC.

Der Umbau der Duisburger Straße ist ein Negativbeispiel für den ADFC.

Foto: Gerd Wallhorn

Oberhausen.  Der Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) wirft Oberhausen vor, Belange der Radfahrer in letzter Zeit vernachlässigt zu haben. Der Umbau der Duisburger Straße und Concordiastraße seien Beispiele dafür. Und das, obwohl Oberhausen regelmäßig Spitzenplätze als fahrradfreundliche Stadt belegt.

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Die Stadt Oberhausen ist bei der Fahrradfreundlichkeit beständig in der Spitzengruppe der deutschen Kommunen vertreten – das zeigt zuletzt der Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). „Bei einigen Neubauprojekten in den vergangenen Monaten wurden aber leider die Belange der Radfahrer vernachlässigt“, sagt nun Burkhard Schmidt, Sprecher der ADFC-Ortsgruppe.

Ein Beispiel dafür finde sich auf der Duisburger Straße zwischen Concordia- und Buschhausener Straße. Aus Schmidts Sicht sei zwar positiv zu sehen, dass sich der Straßendurchschnitt deutlich verringert habe und somit für Fußgänger und Radfahrer mehr Platz zur Verfügung steht. „Unserer Meinung nach wäre es aber sinnvoller gewesen, den Radverkehr auf die Fahrbahn zu bringen.“ Dahinter steht die Philosophie, Radfahrer auf einen Level mit Autofahrer zu setzen. „Wenn sich beide die Fahrbahn teilen, sehen sich die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer besser, als wenn der Radfahrer auf dem Seitenstreifen unterwegs ist.“ Die Sicherheit werde so erhöht.

Mehr Sauberkeit verlangt

Unverständnis gibt es auch für die Umgestaltungen am Bero-Zentrum. „Der gesamte Straßenbereich an der Concordiastraße wurde neu hergerichtet“, so Schmidt. „Eine vierstreifige Fahrbahn ist entstanden, auf der Fahrbahnseite des Bero-Zentrums gibt es nun auch einen neu gepflasterten Geh- und Radweg.“ Doch auf der anderen Fahrbahnseite sei nichts passiert. „90 Prozent der Straße werden nach heutigem Standard neu gebaut, die restlichen zehn Prozent aber, die von Radfahrern und Fußgängern genutzt werden, bleiben im alten Zustand.“ Generell müsse mehr für die Sauberkeit der Radwege unternommen werden.

Doch Schmidt will nicht nur die Negativ-Beispiele aufzählen. „Wenn ich mir überlege, was in den vergangenen 30 Jahren bewegt wurde, ist das schon sehr beachtlich“, sagt Schmidt. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt ist insgesamt gesehen sehr konstruktiv.“ Sehr positiv sei etwa die weitere Öffnung von Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radfahrer. Bisher sind etwas mehr als die Hälfte der rund 200 Einbahnstraßen freigegeben. „Allgemein alle Einbahnstraßen freizugeben ist falsch. Man sollte von Fall zu Fall entscheiden, wie die Verkehrssituation vor Ort ist.“

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