Kirche in Oberhausen

Ev. Kirchenkreis braucht 500.000 Euro mehr von der Stadt

Der Evangelische Kirchenkreis Oberhausen befindet sich im Umbau. Hier die Kirche am Buchenweg.

Der Evangelische Kirchenkreis Oberhausen befindet sich im Umbau. Hier die Kirche am Buchenweg.

Oberhausen.   Der Ev. Kirchenkreis will sich fit machen für die Zukunft. Dazu gehört auch die Frage nach dem Geld - auch wenn die Botschaft „der Reichtum ist“.

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Die Mitglieder der Synode des evangelischen Kirchenkreises Oberhausen haben erste Weichen für eine finanzielle Neuorientierung des Kirchenkreises gestellt. Superintendent Joachim Deterding machte klar: „Dass sich etwas ändern muss, ist inzwischen eigentlich allen klar, die in unserer Kirche haupt- oder ehrenamtlich Verantwortung tragen. Auch wenn der Wunsch hörbar und spürbar ist, dass Schluss sein möge mit den dauernden Veränderungen.“

Sachliche Gespräche

Spürbare finanzielle Entlastung soll eine bessere Refinanzierung von Aufgaben bringen, die vor allem das Diakonische Werk und die Ev. Beratungsstelle für die Stadt durchführen. Deterding: „Eine Mehreinnahme von 450.000 bis 500.000 Euro pro Jahr bis spätestens Ende 2021 ist das Ziel der Verhandlungen.“ Die ersten Gespräche mit der Stadt seien sehr sachlich gewesen, so Deterding: „Wir sind halt in diesem Bereich unterwegs in kommunalen Pflichtaufgaben.“ Für diese müsste die Stadt der Kirche mehr bezahlen.

Ohne Veränderungen auch innerhalb des Kirchenkreises selbst geht es allerdings nicht. So soll es Gespräche geben mit dem Kirchenkreis An der Ruhr – mit dem Ziel einer gemeinsamen Diakonie- und Bildungsarbeit. Die Gespräche sollen im ersten Halbjahr 2019 geführt werden. Inhaltlich könnte so gemeinsam mit dem Nachbarkirchenkreis ein bedeutsamer Arbeitsbereich auf längere Sicht abgesichert werden. Finanziell könnte das Einsparungen in Höhe eines mittleren fünfstelligen Betrags bringen, heißt es im Bericht der Synode.

Neue Strukturen müsse in Zukunft auch die Diakonie erhalten, die mit derzeit 70 Mitarbeitern zu klein sei, um langfristig bestehen zu können. Eine Ausweitung sei eine Möglichkeit, wobei zeitgleich ein Übergang zu einer gGmbH oder einer Vereinsstruktur angemessen sein könnte, heißt es ferner im Bericht der Synode.

Die Diakonie müsse auf jeden Fall, so Deterding, auf längere Sicht von der Kirchensteuer unabhängig werden. „Die Zahl unserer Gemeindemitglieder wird immer weiter sinken, es wird mehr Rentner geben, die keine Kirchensteuer mehr zahlen. Gut verdienende Berufstätige sind bei uns weniger gut vertreten.“ Also müsse eine andere Finanzbasis her.

Modelle für 2030 entwickeln

Um die evangelische Kirche Oberhausen für die Zukunft aufzustellen, soll eine Arbeitsgruppe Vorschläge erarbeiten. Eine Arbeitsgruppe „Evangelisch in Oberhausen 2030“ soll Modelle für eine evangelisch-kirchliche Arbeit in Oberhausen entwickeln.

Das Fazit der Synode: „Für eine Zukunftsfähigkeit des Kirchenkreises und der Gemeinden in Oberhausen brauchen wir mutige Schritte.“ Deterding abschließend: „Bei allen notwendigen Veränderungen hängt die Existenz der evangelischen Kirche aber nicht an Fragen des Geldes, sondern an der Botschaft, die unser Reichtum ist. Das dürfen wir nie aus den Augen verlieren.“

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