Einzelhandel

Erster arabischer Supermarkt in Oberhausen eröffnet

An der Langemarkstraße in Oberhausen hat eine syrische Familie einen kleinen Supermarkt eröffnet; v.l. Ahmad, Salah und Abu Baker Remmo.

An der Langemarkstraße in Oberhausen hat eine syrische Familie einen kleinen Supermarkt eröffnet; v.l. Ahmad, Salah und Abu Baker Remmo.

Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.   Produkte aus der arabischen Welt bietet Familie Remmo ab sofort in der Oberhausener Innenstadt an. Die neugierige Kundschaft ist international.

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Neugierig schaut die Kundin durch das Schaufenster an der Langemarkstraße. Nach kurzem Zögern betritt sie den Laden und sieht sich um. Weniger zaghaft folgt ein stattlicher Mann. „Hamse Datteln?“, fragt er charmant-ruhrpöttisch. Salah Remmo schaut kurz irritiert, lächelt dann aber und antwortet. „Leider erst morgen.“ Sein kleiner Supermarkt an der Langemarkstraße ist wenige Tage geöffnet; noch wird das Sortiment stetig aufgestockt.

Salah Remmo und seine Frau Mona führen das neue Geschäft; die Söhne helfen, wenn es die Zeit zulässt. Schon in seiner alten Heimat, dem Libanon, hatten die Remmos einen Lebensmittel-Laden. In der neuen Heimat führen sie die Tradition fort.

Brot, Oliven, Geschirr, Gewürze

Und sie sind nicht die einzigen. Die Oberhausener Innenstadt bekommt immer mehr internationale Angebote. Auf der Marktstraße betreiben einst Geflüchtete wie berichtet ein Restaurant. Andere Imbisse ziehen nach und nehmen arabische Spezialitäten ins Sortiment auf. An der Ecke Helmholtz-/ Goebenstraße soll in den kommenden Tagen ein internationales Lebensmittel-Geschäft eröffnen – mit Produkten aus der Türkei, Griechenland, Russland, Polen und dem arabischen Raum.

Als rein arabischer Supermarkt sei sein Geschäft das erste seiner Art in Oberhausen, sagt Salah Remmo. Das Ladenlokal ist zwar klein, aber viele verschiedene Produkte haben hier Platz. Frisches und eingelegtes Obst und Gemüse sind im Sortiment, ebenso Gewürze wie getrocknete Limetten, Brot, Oliven, Geschirr und Teekannen.

Und die Kunden nehmen sein Angebot an. Neben neugierigen einheimischen Oberhausenern vor allem auch solche mit arabischen Wurzeln. Wenn Salah Remmo das Geschäft morgens um 8 Uhr öffnet, warten schon die ersten Kunden, um Brot zu kaufen. Typisches, weiches, dünnes Fladenbrot. Oder Gebäck, hergestellt in einer syrischen Bäckerei in Neuwied.

Er sei auch schon von Flüchtlingshelfern angesprochen worden. Ihrer Erfahrung nach hätten sich hier lebende Geflüchtete lange nach Produkten aus der Heimat gesehnt. Und seien es nur Kleinigkeiten, die sie an die alte Heimat erinnern und so die Integration in die neue erleichtern.

Nudeln? Nein, ein Schwamm!

Wie groß die Umstellung auf westliche Produkte fallen muss, zeigt ein Blick ins Sortiment. Lange, schlauchartige Gebilde hängen in Tüten von der Decke. Was soll das sein? Eine Art Reisnudeln? Salah Remmo ist erstaunt über die fragenden Blicke. Er nimmt das Gebilde aus der Tüte schrubbt sich zur Erklärung damit die Haut. Ein Luffa-Schwamm! Den gibt’s auch in hiesigen Drogeriemärkten, allerdings in der Mini-Version. Bei den Remmos hängen die getrockneten Luffa-Gurken in Gänze von der Decke. Für Menschen aus dem arabischen Raum gehören die Schwämme zum alltäglichen Leben wie andernorts Badebürsten oder Baumwoll-Waschlappen.

Die Remmos öffnen ihr Geschäft an der Langemarkstraße 15-17 von montags bis samstags, 8 bis 20 Uhr.

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