Zustand der Bahnhöfe

Erneut nur dürftige Noten für Oberhausener Bahnhöfe

Wandschmiereien im  Tunnel wurden von den Prüfern moniert.

Wandschmiereien im Tunnel wurden von den Prüfern moniert.

Foto: Christoph Wojtyczka

Oberhausen.   Der aktuelle VRR-Stationsbericht sieht den Sterkrader Bahnhof in schlechtem Zustand. Der Hauptbahnhof wird positiv bewertet.

Der Sterkrader Bahnhof bleibt in Sachen Sauberkeit und Graffiti-Schmierereien ein Problemfall. Wie in den vergangenen Jahren sahen ihn Fachleute des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) in einem desolaten Zustand mit erheblichen Mängeln. Der Hauptbahnhof überzeugte sie dagegen und erhielt erneut mit einem grünen Punkt die bestmögliche Bewertung. In Holten und Osterfeld-Süd ist die Lage noch halbwegs akzeptabel. Im Vergleich zum Vorjahr ging es nur für den Holtener Bahnhof von grün auf gelb eine Bewertungsstufe herab. Für die größten Abwertungen sorgten Graffiti-Krakeleien, die nur mühsam zu entfernen sind.

Teure Vandalismusschäden

Die Schmierereien wurden an allen Stationen gefunden: Nicht nur auf den Zugängen, sondern auch auf den Bahnsteigen. Die Deutsche Bahn (DB) sieht darin einen Vandalismus-Schwerpunkt. 2018 belief sich der Schaden NRW-weit auf 2,8 Millionen Euro.

Eine kleine Tradition haben die Wertungen bereits für den Hauptbahnhof und den Sterkrader Bahnhof. In den vergangenen vier Jahren erhielt der Hauptbahnhof von den Testern jeweils einen grünen Punkt, die Sterkrader Station je einen roten - die schlechteste Wertung. Doch in den Testbewertungen zeigt sich, dass die Bahn sich bemüht, durch regelmäßige Reinigungen die Sauberkeit von Zugängen und Bahnsteigen zu erhalten. Nur Sterkrade schneidet hier wieder schlechter ab.

Die Funktionen der Stationselemente wie Sitzgruppen, Lesbarkeit der Hinweisschilder und die Fahrplananzeige sieht der Bericht an allen Stationen gut oder akzeptabel.

Die DB sieht insbesondere Handlungsbedarf beim Thema Graffiti. „In der Gesamtbetrachtung ist die im Vergleich zum Jahr 2017 schlechtere Bewertung im Wesentlichen auf Graffitischäden zurückzuführen“, sagt ein Bahnsprecher. In Sterkrade sorgten Krakeleien im Zugang für eine Abwertung der VRR-Tester - an diesem Punkt ist aber die Stadt zuständig.

„Wir reagieren zügig auf neue Schmierereien“, sagt der Sprecher. In der Regel würde die Bahn neue Schäden innerhalb von 24 bis 72 Stunden beseitigen. Lediglich Frost und Lärmschutzwände würden etwas größere Probleme bereiten: „Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt geht es nicht, bei Lärmschutzwänden muss oft erst der Verkehr gestoppt werden.“

Obwohl der Hauptbahnhof am Willy-Brandt-Platz erst in den 90er Jahren umfangreich modernisiert wurde, wird die Bahn im Rahmen der Modernisierungsoffensive (MOV) 3 einen Neubau der Bahnsteige sowie den RRX-Ausbau bis 2023 in Angriff nehmen. Für Sterkrade und Holten steht ebenfalls der Ausbau für den RRX auf dem Plan. In Osterfeld-Süd sieht der VRR-Bericht eine Modernisierung erforderlich, allerdings sei die Finanzierung nicht gesichert.

>>> UNTERSUCHT WURDEN 296 STATIONEN

296 Bahnstationen haben die VRR-Tester untersucht, 61 sind in einem desolaten Zustand.

Da es keine direkten vertraglichen Beziehungen zu den Betreibern, meist die DB Station und Service, gebe, kann der VRR nicht direkt auf Verbesserungen hinwirken.

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