Zwangsprostitution

Ermittler aus Oberhausen nehmen Menschenhändler fest

Die Oberhausener Polizei ermittelte gegen Menschenhändler und konnte auch Frauen befreien.

Foto: Tim Brakemeier

Die Oberhausener Polizei ermittelte gegen Menschenhändler und konnte auch Frauen befreien. Foto: Tim Brakemeier

Oberhausen.  Beamte des Oberhausener Kommissariats schlagen nach monatelangen Ermittlungen zu – und befreien mehrere Frauen aus der Zwangsprostitution.

Ermittlern des Oberhausener Kommissariates für Organisierte Kriminalität (KK13) ist es jetzt gelungen, eine Zelle von mutmaßlichen, besonders brutalen Menschenhändlern zu zerschlagen.

Vor sechs Monaten hatten die Kriminalbeamten erste Hinweise auf eine verdächtige Wohnung an der Stadtgrenze Oberhausen/Mülheim erhalten. Es folgten intensive Ermittlungen. Dabei wurden von den Verantwortlichen des Polizeipräsidiums Oberhausen nach eigenen Angaben weder Kosten noch Mühen gescheut, um möglichst viele der ausgebeuteten Frauen zu retten.

Am gestrigen Donnerstag, 8. November, schließlich durchsuchten die Oberhausener Ermittler mit Unterstützung von Essener Polizisten Gebäude in Dortmund, Mülheim und Essen. Sechs Nigerianer wurden festgenommen. Darunter waren eine 32-jährige Frau und ihr 25-jähriger Komplize.

Junge Frauen angeworben und mit Hexerei bedroht

Der Vorwurf: Sie hätten junge Frauen in Afrika angeworben – etwa mit dem Versprechen, hier als Au-pair zu arbeiten. Die Reise führte die Opfer zunächst mit gefälschten Papieren nach Italien, wo man sie abholte. In Deutschland hat man sie dann in Wohnungen untergebracht. Die Frauen würden durch massive Gewalt wie etwa Vergewaltigungen gebrochen, heißt es.

In Bordellen zur Arbeit gezwungen

Gleichzeitig bedienten sich die 32-Jährige und ihr Komplize des in Afrika weit verbreiteten Voodoo-Glaubens an Geister und Hexerei. Und sie drohten, der Familie zu schaden.Die Frauen wurden danach in Bordellen und Clubs zur Arbeit gezwungen. Die Häuser der Roten Meile an der Flaßhofstraße waren allerdings nicht betroffen.

Vier Opfer konnten jetzt befreit werden. Es sollen weitere Frauen folgen, die auf das ganze Bundesgebiet verteilt wurden. Einige Frauen wurden auch nach Frankreich gebracht.

Frühere Prostituierte kontrollieren alles

Bei Afrikanerinnen sind oft sogenannte Madames, die sich um die jungen Frauen „kümmern“. Das heißt, sie halten sie unter Kontrolle. Ihr Vorgehen gilt in Polizeikreisen als besonders verwerflich, weil es sich oft um frühere Prostituierte handelt. Denn die müssten eigentlich wissen, was sie den Frauen antun.

Neben den mutmaßlichen Drahtziehern wurden noch zwei mögliche Mittäter, eine Frau (41) und ein Mann (23) festgenommen. Sowie zwei Nigerianer (19,26) wegen Verstößen gegen das Aufenthaltsgesetz.

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