Ausstellung

Elektrofahrzeuge begeistern viele Oberhausener Testfahrer

Fahrzeuge mit Elektroantrieb sind schwer im Kommen, vor allem kleinere. Maik Ballmann, Andreas Blanke, Sabine Lauxen und Manfred Flore testeten am Samstag verschiedene Modell vor dem Technischen Rathaus.

Fahrzeuge mit Elektroantrieb sind schwer im Kommen, vor allem kleinere. Maik Ballmann, Andreas Blanke, Sabine Lauxen und Manfred Flore testeten am Samstag verschiedene Modell vor dem Technischen Rathaus.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Oberhausen.  Elektrofahrzeuge sind im Kommen. Das zeigte auch eine Ausstellung vor dem Technischen Rathaus in Sterkrade, die auf ein großes Interesse stieß.

Die Welle der Elektromobilität rollt, wenn auch erst etwas zögerlich bei den Autos, so doch bei kleineren Vehikeln, vor allem bei Fahrrädern. Das machte die Ausstellung von Elektrofahrzeugen am Samstag vor dem Technischen Rathaus in Sterkrade deutlich. Die Stadt Oberhausen hatte dazu eingeladen. Und am gut besuchten Wochenmarkttag nutzten denn auch viele Passanten in der Sterkrader Innenstadt die Gelegenheit, sich mit dem Fahrzeugangebot zu beschäftigen.

Großes Angebot an Kleinfahrzeugen

„Das machen wir jetzt jedes Jahr“, kündigte Umweltdezernentin Sabine Lauxen angesichts des großen Interesses an. In diesem Jahr (die Veranstaltung hatte im Vorjahr Premiere gefeiert) hatte man das Angebot um Kleinfahrzeuge, auch solche für Gehbehinderte, erweitert. Lauxen selbst startete schließlich in einem kleinen Ari zu einer kurzen Probefahrt. Der Ari ist ein vierrädriger Zweisitzer aus chinesischer Produktion, der immerhin für rund 150 Kilometer Reichweite gut ist und knapp 80 km/h schnell, an der normalen Steckdose aufgeladen werden kann. Kostenfaktor: rund 11.000 Euro.

Die beiden Stadtverordneten Andreas Blanke (Grüne) und Manfred Flore (SPD) gerieten beim Besuch der Ausstellung ins Fachsimpeln. Blanke hatte es ein Elektro-Dreirad mit Namen El Chiro TL angetan. „Das kostet nur 2500 Euro und kommt 60 Kilometer weit, ist im Stadtbetrieb also vollkommen ausreichend“, sagte er. Das giftgrüne Dreirad ist zwar nur ein Einsitzer, bietet aber eine große Ladefläche, erreicht 25 km/h und kann mit dem Mofaführerschein gefahren werden. „Es ist bei Gewerbetreibenden sehr gefragt, bei Gärtnern zum Beispiel, die nur kurze Wege zurücklegen“, erklärte Dunka Schneiders, die das Dreirad für die Ostra GmbH aus Dinslaken vertreibt.

Der Weltmarktführer aus den USA

Manfred Flore dagegen zeigte sich vom Tesla Model 3 beeindruckt. Der US-amerikanische Marktführer bei Elektroautos war im vorigen Jahr mit dem großen Tesla Model S in Sterkrade vertreten. „Der war ja mit über 80.000 Euro unerschwinglich“, sagte Flore. Beim halb so teuren Model 3 sehe das schon anders aus. Der ist das weltweit meistverkaufte Elektroauto, das seit Februar auch in Europa angeboten wird und gegen Benzin- oder Diesel-Konkurrenten antritt.

„Die Akku-Autos sind wegen ihrer umweltschädlichen Produktion nur eine Übergangstechnologie“, meint Andreas Blanke. Aber man benötige sie, um sauberere Luft in den Innenstädten zu erreichen. „Wasserstoff ist die Zukunft“, prophezeite der Grünen-Vertreter. Darin war er sich mit Manfred Flore einig. Der Durchbruch bei den Autos werde erst mit dem Brennstoffzellenantrieb kommen. Dabei wird an Bord mit Hilfe von Wasserstoff Strom erzeugt. Aus dem Auspuff tropft Wasser. Damian Schulte aus Münster, der den kleinen Ari-Stadtflitzer vertreibt, ist dagegen überzeugt, dass der Batterieantrieb im Kurzstreckenverkehr konkurrenzlos bleiben wird. „Die Brennstoffzellen-Technik ist dafür viel zu aufwendig.“

Deutschlands Marktführer aus Frankreich

Mit knapp 18 Prozent Marktanteil unter den Elektroautos ist der Renault Zoe das meistverkaufte Elektroauto in Deutschland. Sein größtes Manko war bislang die bescheidende Reichweite der Batterie. „Mit der heutigen Batterie sind aber schon 280 Kilometer realistisch“, erklärte Mirko Niggemann von der Renault-Autohauskette Bernds. Kurz- und Mittelstrecken könnten also problemlos bewältigt werden. Auch sei der Preis, früher das zweite Manko, weiter zurückgegangen. Niggemann rechnete vor, dass der Wagen in der beliebten unteren Mittelklasse für 23.500 Euro zu haben sei, verschiedene Förderprämien eingerechnet. Bleibt als drittes Manko noch die monatliche Batteriemiete von mindestens 69 Euro. Die müsse man zum preisgünstigen Stromverbrauch hinzurechnen, nicht zu den Anschaffungskosten, argumentierte der Verkäufer.

„Unter dem Strich sei so ein Elektroauto im Betrieb zwar nicht günstiger als ein Benziner, aber umweltfreundlicher. „Man fährt emissionsfrei.“ Bleibt noch das Problem mit den Ladestationen. Denn der Renault benötigt eine Schnelllade-Station, um seine Batterie in weniger als zwei Stunden komplett aufzuladen. Wie schon im Vorjahr, demonstrierte die Verbraucherzentrale an ihrem Stand dann aber auch gleich, wie man das bei einem Eigenheim geschickt mit der häuslichen Stromerzeugung mittels Solartechnik kombinieren könnte.

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