Gerichtsverfahren

Einbrecher holen wenig Beute, verursachen aber hohen Schaden

Das denkmalgeschützten Land- und Amtsgericht in Duisburg.

Das denkmalgeschützten Land- und Amtsgericht in Duisburg.

Foto: Stephan Eickershoff / FUNKE Foto Services

Oberhausen.   Eine sechsköpfige Einbrecherbande soll sich bei ihren Taten in Sterkrade besonders dumm angestellt haben: Der Schaden war höher als die Beute.

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Sterkrade, oder genauer gesagt ein eng umgrenztes Gebiet an der Weierstraße, war einer der bevorzugten Tatorte einer sechsköpfigen Bande, die sich seit Donnerstag wegen Einbruchsdiebstahls vor dem Landgericht Duisburg verantworten muss.

Die Anklage wirft den 21 bis 36 Jahre alten Rumänen insgesamt zwölf Taten vor. Die meisten von ihnen waren ohne festen Wohnsitz in Deutschland. Im Oktober 2018 sollen sie sich zu einer kriminellen „Brigade“ zusammengeschlossen und in wechselnder Täterschaft agiert haben – darunter auch ein 36-jähriger Mann, der zur Tatzeit ebenfalls in Sterkrade wohnte. Vielleicht erklärt dies die Vorliebe für die Weierstraße.

Ihr größter Erfolg: Ein Kleinlaster im Wert von 30.000 Euro

Am 29. Oktober soll die Bande dort in einen Getränkehandel eingestiegen sein. Die Beute: ein Kleinlaster im Wert von 30.000 Euro. Das war ihr größter Erfolg. Ansonsten zeichnete sich die Bande eher damit aus, dass in ihren zahlreichen Fällen der angerichtete Schaden beim Einbruch höher lag als der Wert der Beute. So am 29. November, als sie – wieder an der Weierstraße – in eine Firma für Drucklufttechnik einstiegen und Handys sowie Arbeitshandschuhe im Wert von 50 Euro erbeutet haben sollen.

Tankstelle löst Alarm aus

Noch weniger Glück hatten sie bei dem Versuch, in den Verkaufsraum einer offenbar gut gesicherten Tankstelle einzubrechen. Sie lösten den Alarm und eine Vernebelungsanlage aus. Beim Einbruch in einen Getränkemarkt an der Lessingstraße bestand die Beute am 13. Dezember 2018 aus 18 Flaschen im Wert von 27 Euro. Und in einer Tanzschule an der Brinkstraße konnte die Bande einen Getränkeautomaten mit 640 Euro Münzgeld knacken.

Festgenommen wurden die Angeklagten drei Tage später nach einem Einbruch in Bielefeld. Da der Prozess recht kurzfristig für den späten Nachmittag terminiert wurde, verlas der Staatsanwaltschaft zu Prozessbeginn nur die Anklage. Für das Verfahren sind bis Ende Juli acht weitere Sitzungstage vorgesehen.

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