Stadt-Sauberkeit

Durchsichtige gelbe Säcke verdrecken Oberhausen

Gelbe Säcke am Straßenrand – das sieht in Oberhausen selbst dann schmuddelig aus, wenn die Tüten nicht aufgerissen sind. Foto:mape

Gelbe Säcke am Straßenrand – das sieht in Oberhausen selbst dann schmuddelig aus, wenn die Tüten nicht aufgerissen sind. Foto:mape

oberhausen.   Wenn das nicht hässlich aussieht: An den Abhol-Tagen für Verpackungsmüll liegen durchsichtige gelbe Säcke an den Straßenrändern.

Ein kleiner Windstoß oder ein neugieriges Tier – es braucht nicht viel, damit ein gelber Sack aufreißt und stinkende Verpackungen auf der Straße herumliegen. Die Säcke sind leicht, das Material reißt schnell auf, wenn es beispielsweise über einen spitzen Stein schleift.

Immer wieder ärgern sich Oberhausener darüber, dass es in ihrer Heimatstadt an vielen Ecken so schmuddelig aussieht. Ein Grund dafür sind auch die Vielzahl an gelben durchsichtigen Säcken, wenn diese alle 14 Tage zum Abholen an den Straßen liegen.

Als 1991 das „Duale System“ für Verpackungen mit dem grünen Punkt eingeführt wurde, hat sich Oberhausen dafür entschieden, sowohl gelbe Säcke als auch gelbe Abfalltonnen aus hartem Kunststoff anzubieten.

Tüten-Gegner erhalten Aufwind

Doch mittlerweile erhalten Gegner der günstigeren Plastik-Säcke in ganz NRW Aufwind: In Witten wird beispielsweise diskutiert, die gelbe Tonne zusätzlich zum gelben Sack einzuführen. Auch in Brilon im Sauerland gibt es diese Idee: In einer Umfrage sprachen sich drei Viertel der teilnehmenden Bürger für die gelbe Tonne aus. In beiden Städten geht es ebenfalls darum, zu vermeiden, dass Müll auf den Straßen herumfliegt und – besonders im Sommer – übel riecht.

Die Oberhausener haben schon jetzt die Wahl: „Wenn Sie Eigentümer oder Verwalter einer Immobilie sind, dann können Sie selbst entscheiden, ob Sie den gelben Sack nutzen oder auf die gelbe Tonne zurückgreifen“, erklärt Jan Küppers, Sprecher der Wirtschaftsbetriebe Oberhausen (WBO).

Der Sack ist reif für die Tonne

Wenn die gelben Säcke doch so schnell aufreißen, warum verzichtet man dann nicht komplett darauf und setzt ausschließlich auf die gelben Tonnen? Sylvia Kotting-Uhl (Grüne), Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Bundestag, forderte kürzlich, der Sack sei reif für die Tonne. Er trage zur Plastikvermüllung der Umwelt bei.

Laut WBO gibt es etwa 22 000 gelbe Tonnen in der Stadt, die sich auf rund 35 000 Grundstücke verteilen. Wie viele Oberhausener ihren Verpackungsmüll in gelben Säcken entsorgen, kann die WBO nicht sagen. Große Grundstücke mit Mehrfamilienhäusern haben oft mehr als nur eine gelbe Tonne. Außerdem würden sich manche gelbe Säcke abholen, obwohl sie eine gelbe Tonne nutzen dürfen – um die Säcke als kostenlose Tüten einzusetzen.

Nicht genug Platz für die Tonnen

„Möglicherweise ist in einigen Häusern nicht genügend Platz zum Aufstellen von gelben Tonnen“, sagt Jan Küppers. „An einigen Stellen haben wir Halbunterflurbehälter. Da ist nur Platz für die gelben Säcke.“ Manche Hauseigentümer wüssten aber vielleicht auch gar nicht, dass sie die gelbe Tonne kostenfrei bei der Stadt beantragen könnten, vermutet der WBO-Sprecher. Mieter könnten sich dann an den Eigentümer oder an die Hausverwaltung wenden und vorschlagen, eine gelbe Tonne zu beantragen. Ein entsprechendes Formular kann auf der Internetseite der Wirtschaftsbetriebe (wbo-online.de) heruntergeladen werden.

In einen gelben Sack passen 120 Liter, die gelben Tonnen gibt es in der kleinen 240-Liter-Variante oder für Mehrfamilienhäuser mit einem Fassungsvermögen von 1100 Litern.

>>>>>>> Dieser Abfall darf in den gelben Sack

Von „gelben Abfall“ spricht man, wenn es sich um Verpackungen aus Alu, Kunststoff, Weißblech oder Verbundstoffen handelt. Verbundstoffe bestehen aus mindestens zwei Materialien, die man nicht von Hand trennen kann. Auf den Verpackungen für die gelbe Tonne ist ein grüner Punkt aufgedruckt.

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