Kinotipps

Düsterer Ägäis-Krimi und Eloge für die fantastischen Vier

Abgefeiert: Die Fantastischen Vier lassen sich bejubeln.

Abgefeiert: Die Fantastischen Vier lassen sich bejubeln.

Foto: NFP

Oberhausen.  An drei Kino-Abenden gibt’s in der Lichtburg die große „Fanta 4“-Feier und täglich einen paneuropäischen Thriller mit bitterer Note.

Musik als hymnisch gefeierte Heldenverehrung – und als bewusst schnulziges Kontrastprogramm für einen harten Polizistinnen-Krimi: Diese Kontraste liefert das Arthouse-Programm in der Lichtburg.

Eine filmische Ode an die Deutschrapper

Den leichter bekömmlichen Anfang machen die Fantastischen Vier am Sonntag, 15. September, Samstag, 21. 9., und Mittwoch, 25. 9., jeweils um 18.30 Uhr mit „Wer Vier sind“. Mit dem Spaß-Song „Die da !?!“ kam 1992 der Durchbruch. Praktisch über Nacht waren die vier Stuttgarter bundesweite Berühmtheiten. Thomas D., Smudo, Michi Beck und And.Ypsilon nannten sich die vier Hip-Hopper, die mit grellbunten Klamotten, seltsamen Tanzbewegungen und einem bizarren Musikvideo auf MTV und Viva rauf und runter gespielt wurden. Seitdem ist viel Zeit vergangen, doch die Fantastischen Vier produzieren weiter fleißig Musik.

Bei den Aufnahmen zu „Captain Fantastic“ beobachtete Thomas Schwendemann das Quartett und ihre nähere Umgebung und formte aus dem Material eine Ode an die Deutschrapper. Ähnlich wie zuletzt die Tote Hosen-Eloge „Weil du nur einmal lebst“, enthält sich der Filmemacher jeder kritischen Einordnung, belässt es bei euphorischen Kommentaren von Freunden und Wegbegleitern und bleibt stets ganz und gar Fan. Zum Glück sind die Fantastischen Vier selbst reflektiert genug, um ihren eigenen Werdegang mit einiger Distanz zu betrachten.

Eine Polizistin gegen den Chauvi-Corpsgeist

Das Wunder im Meer von Sargasso“ ist eine paneuropäisch deutsch-schwedisch-niederländisch-griechische Produktion, zu sehen in der Lichtburg täglich um 18 Uhr. Der Thriller erzählt von Elisabeth, die sich in Athen einen Namen als unnachgiebige Polizei-Ermittlerin erworben hatte. Doch nach einem fehlgeschlagenen Einsatz wurde sie versetzt, angeblich zu ihrem eigenen Schutz – doch vor allem, weil sie als Frau nicht dem männlichen Corpsgeist bei der Polizei entsprach. So landete sie in Mesolongi, einem Fischerstädtchen in der griechischen Provinz.

Ihr Teenager-Sohn Dimitris verachtet sie für das langweilige Leben, zu dem er sie verdonnert hat. Elisabeth selbst erträgt ihr Dasein nur mit Alkohol, Drogen und hinter einer aggressiven Fassade. Erst als die Leiche von Manolis gefunden wird, einem lokalen Disco-Besitzer und Schnulzensänger, besinnt sich Elisabeth auf ihre Fähigkeiten als Ermittlerin – nicht zuletzt, weil sie in Manolis Schwester Rita eine verwandte Seele erkennt. So offenbart sich ein Komplott aus Drogenhandel und sexuellem Missbrauch, in das alle wichtigen Männer des Städtchens verwickelt zu sein scheinen.

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