Verkehr

Die Abfahrt Grafenbusch bleibt erhalten, aber Tempo 40 kommt

Die Proteste der Anwohner und Gewerbetreibenden der Siedlung im vergangenen Jahr haben gefruchtet: Die Abfahrt soll erhalten bleiben.

Die Proteste der Anwohner und Gewerbetreibenden der Siedlung im vergangenen Jahr haben gefruchtet: Die Abfahrt soll erhalten bleiben.

Foto: Gerd Wallhorn

Oberhausen.   Statt 60 km/h sollen Autofahrer auf der Konrad-Adenauer-Allee streckenweise nur noch 40 km/h fahren. Umständliche Umleitung ist vom Tisch.

Autofahrer auf der B223 und Anwohner im Osterfelder Kessel können zunächst aufatmen: Nach energischen Bürgerprotesten und einer Demo haben sich Stadtverwaltung und Bezirksregierung darauf geeinigt, dass die Abfahrt Grafenbusch, also die, die zum „Baustoffmann“ und zur einstigen Kneipe „Distel“ führt, geöffnet bleibt. Autofahrer müssen also keine Umleitungen nehmen – und auch die Feuerwehr kann auf direktem Weg die Siedlung im Falle eines Einsatzes erreichen.

Nach einigen Gesprächen steht nun folgendes Ergebnis fest: Statt wie ursprünglich geplant, die Abfahrt komplett zu sperren, werden Auto- und Lastwagenfahrer nun doch abbiegen können. Im vergangenen Jahr war noch der Bau einer Betonmauer geplant, um die Abfahrt zu sperren.

Zwei Linien auf der Straße

Die Planung für den Streckenabschnitt von Oberhausen kommend in Richtung Sterkrade über die A516 sieht nun so aus: Hinter der Auffahrt zur Autobahn 42 wird die rechte Spur mit einer weißen Sperrfläche markiert und eine durchgezogene Linie zur Abfahrt Grafenbusch aufgebracht. Daneben wird eine gestrichelte Linie gezogen, die das Abbiegen erlaubt.

Gleichzeitig wird das Tempo an der Ausfahrtrampe der A42 und für den Abschnitt der B223 zwischen Anschlussstelle Oberhausen-Zentrum und Oberhausen-Eisenheim in Fahrtrichtung Norden um 20 km/h auf dann 40 km/h reduziert. „Ich kann nur an jeden appellieren, auch wirklich 40 Stundenkilometer zu fahren“, sagte Planungsdezernentin Sabine Lauxen auf Anfrage der Redaktion. Denn: Kommt es nicht zu einer Verringerung der Unfälle, wird die Sperrung der Abfahrt Grafenbusch wieder zum Thema.

Unfallzahlen werden erhoben

Mit dem jetzigen Entwurf haben die Planer einen Kompromiss gefunden, damit die Ausfahrt Grafenbusch nicht gesperrt werden muss. „Sollte sich herausstellen, dass sich die Unfalllage auf den Verflechtungsbereich der B223 für den Bereich der Ausfahrt Grafenbusch verlagert, wäre in letzter Konsequenz die Ausfahrt Grafenbusch zu sperren“, heißt es in der Vorlage der Stadtverwaltung für die nächste Sitzung der Bezirksvertretung Osterfeld.

Um das zu kontrollieren, wird die Polizei für diesen Bereich die Unfallzahlen im Drei-Monats-Rhythmus erheben.

Sobald das Wetter Arbeiten an Fahrbahnmarkierungen zulässt, soll die neue Verkehrsführung eingerichtet werden. Die Stadtverwaltung spricht vom zweiten Quartal 2019.

60 Unfällen pro Jahr

Hintergrund der neuen Verkehrsführung: Bei der Konrad-Adenauer-Allee handelt es sich einem Runderlass des NRW-Innenministeriums zufolge um eine Unfallhäufungsstelle. Im Durchschnitt komme es hier zu 60 Unfällen pro Jahr an der Abfahrtsrampe der A42 auf die A516 Richtung Norden.

Die Bezirksregierung hat die Stadt Oberhausen bereits 2016 angewiesen, die vom Landesbetrieb Straßen NRW geplante Verkehrsführung umzusetzen.

>>>> Info: Thema in der Bezirksvertretung

Die neue Verkehrsführung auf der Konrad-Adenauer-Allee wird Thema in der Sitzung der Bezirksvertretung Osterfeld am Dienstag, 19. März, in der Aula der Gesamtschule Osterfeld, Westfälische Straße 17, sein.

Die Sitzung ist öffentlich. Das Gremium tagt um 18 Uhr.

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