Wirtschaft

Der Handel in Oberhausen möchte mehr verkaufsoffene Sonntage

So viele Innenstadt-Besucher wie zum Frühlingsfest 2015 wünschen sich die Händler auch für dieses Jahr.

Foto: Kerstin Bögeholz

So viele Innenstadt-Besucher wie zum Frühlingsfest 2015 wünschen sich die Händler auch für dieses Jahr. Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.  Landesregierung entscheidet wohl im März über eine Erweiterung der Ladenöffnungszeiten. In Oberhausen wünscht man sich künftig Rechtssicherheit.

Wie oft Oberhausener in diesem Jahr sonntags einkaufen gehen können, entscheidet der Rat der Stadt frühestens am 19. März. Die Beschlussvorlage ist noch nicht fertig, es fehlen auch noch Anträge der Händler. Doch Wünsche haben die Geschäftsleute bereits geäußert: Sterkrade möchte drei Termine, Osterfeld zwei, das Centro vier und die Innenstadt drei. Zwei Anträge für den 7. Januar 2018 hatte die Stadt im Vorjahr abgelehnt.

Der Handel möchte also zurück zur alten Regelung, der die Gewerkschaft Verdi 2017 mit erfolgreichen Klagen im vergangenen Jahr einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte. Sogar bereits genehmigte verkaufsoffene Sonntage mussten wieder abgesagt werden. Das Centro durfte nur an zwei Sonntagen öffnen statt an vier.

Kaufleute gehen Risiko ein

Deshalb muss sich der Rat im März nicht nur mit der reinen Zahl der Aktionstage beschäftigen, sondern auch mit der Frage nach der Rechtssicherheit. „Es darf nicht noch einmal passieren, dass genehmigte Termine kurz vor knapp abgesagt werden müssen“, sagt Marc Heistermann, Geschäftsführer des Handelsverbandes Ruhr. „Die Kaufleute gehen ein unternehmerisches Risiko ein und fahren bei einer Absage Verluste ein.“

Ob die für März anstehende Entscheidung der schwarz-gelben Landesregierung diese Rechtssicherheit bieten wird, sieht SPD-Ratsfraktionschef Wolfgang Große Brömer skeptisch. Denn Verdi bezieht sich mit der Kritik auch auf das Grundgesetz: auf das Recht auf einen sonntäglichen arbeitsfreien Ruhetag. Wie bekannt will die Landesregierung die Ladenöffnung in NRW erweitern. Für Oberhausen hätte das folgende Konsequenzen: Jeder Oberhausener Stadtteil dürfte künftig acht statt bislang vier Mal sonntags öffnen, verteilt auf 16 Kalendersonntage (bislang: elf).

Attraktivere Innenstädte

Neben dem Land bestimmt aber auch die Stadt die Sonntagsöffnung mit. Um beide Vorgaben unter einen Hut zu bringen, setzen sich die Beteiligten an einen Tisch, um sich abzustimmen. Bis 2016 hat der Handelsverband im Anschluss die Anträge gesammelt und bei der Stadt eingereicht. Dies ist jetzt nicht mehr so. Denn durch die Klagen von Verdi stehen die Antragssteller unter Druck. Sie müssen deutlich mehr Datenmaterial zusammentragen, um darlegen zu können, dass nicht der Einzelhandel, sondern hauptsächlich die Rahmenveranstaltung die Menschen in die Städte lockt. Das Spiel- und Sportwochenende in Sterkrade ist so ein Ereignis, ebenso die Oldtimershow in Osterfeld.

Doch will man verkaufsoffene Sonntage überhaupt? Die SPD steht weiter zur alten Regelung, die im Einvernehmen aller getroffen wurde. Regina Boos, Geschäftsführerin der FDP-Ratsgruppe, plädiert für freie Öffnungszeiten. Vehement dagegen sind die Grünen, die mit FDP und SPD eine Koalition im Rat bilden. Freie Sonntage sollten auf ein Minimum reduziert werden, sagt Fraktionssprecher Andreas Blanke. Er versteht, dass die Händler unter Druck stehen, aber „jeder Oberhausener gibt den Euro nur ein Mal aus.“ Daran ändere auch ein Verkaufs-Sonntag nichts.

Die CDU sieht es anders. „Verkaufsoffene Sonntage und Feiertage sind sicher ein Weg, unsere Innenstädte noch attraktiver zu machen“, sagt Fraktionsvorsitzende Simone-Tatjana Stehr. „Unser Ziel ist es, den stationären Einzelhandel zu stärken, der vor allem unter dem Onlinehandel zu leiden hat.“

>>> Wunschtermine für 2018

Noch liegen der Stadt nicht alle Anträge vor. Dem Vernehmen nach sollen in Osterfeld die Geschäfte am 27. Mai im Rahmen der Oldtimershow sowie am 2. September zum Stadtfest öffnen. Sterkrader Geschäfte möchten am 29. April zum Spiel- und Sportwochenende, am 3. Juni während der Fronleichnamskirmes sowie am 4. November zum Sterkrader Lichterfest öffnen. Das City-O-Management wünscht sich verkaufsoffene Sonntage am 8. April zum Frühlingsfest, am 9. September zum Sport- und Kulturfest sowie am 28. Oktober (Cityfest). Centro-Manager Markus Remark wünscht sich für dieses Jahr wieder vier verkaufsoffene Sonntage für das Shopping-Center in der Neuen Mitte – alle in der zweiten Jahreshälfte.

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