Naturschutz

Den Staubsauger gegen den Buchsbaumzünsler einsetzen

Albtraum für städtische und private Gärtner: Die Raupe des Buchsbaumzünslers, der aus Asien stammt, frisst die Gewächse kahl.

Albtraum für städtische und private Gärtner: Die Raupe des Buchsbaumzünslers, der aus Asien stammt, frisst die Gewächse kahl.

Foto: Ulla Michels

OBERHAUSEN.   Die gefräßigen Raupen des Buchsbaumzünslers lassen Gärtnern die Tränen in die Augen treten. Naturschützer raten aber von Insektiziden ab.

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„In der letzten Zeit konnte man in den Gärten unserer Stadt immer mehr Hobbygärtner beobachten, die missmutig ihre Buchsbäume betrachteten und auch viele, die zum Spaten gegriffen haben.“ So beginnt ein Beitrag, den der Oberhausener Johannes-Jürgen Heiermann der Redaktion hat zukommen lassen. Der Naturschutzwächter kennt den Grund für diesen Frust: „Die Raupen des Buchsbaumzünslers haben zugeschlagen.“

Beliebte Zierpflanze der Deutschen

Johannes-Jürgen Heiermann holte sich nach eigenen Angaben kundigen Rat bei seinem Sohn Julian, Forstwissenschaftler und Insektenexperte bei der Bundesgeschäftsstelle vom Nabu (Naturschutzbund Deutschland) in Berlin. „Der Buchsbaum ist eine beliebte Zierpflanze der Deutschen.

Die Raupe des aus Asien stammenden Buchsbaumzünslers ernährt sich ausschließlich von den Blättern des Buchsbaumes“, erklärt Julian Heiermann. Was kann man nun tun, um seine Buchsbäume vor der nimmersatte Raupe zu schützen? Die Chemiekeule mit Thiacloprid sei zwar wirkungsvoll, so Heiermann, sei aber auch hochgiftig für alle anderen Insekten und Vögel.

Naturschutzbund rät zu naturverträglichen Mitteln

Der Naturschutzbund rate deshalb vom Einsatz dieser Insektizide ab. „Naturverträgliche Mittel auf der Basis von Teebaumöl oder Neemöl oder die altbewährte Handarbeit durch wöchentliches Absuchen bringen Erfolg“, erklärt der Experte. „Gerade auch Spatzen sind fleißige Helfer, die mit Vorliebe die Raupen aus den Sträuchern picken. Wasserschälchen für durstige Vögel und Nistkästen werden von den Vögeln gerne angenommen. Eine gute Wirkung erzielt man auch durch das Abspritzen mit Wasser und Absaugen mit einem Staubsauger.“

Der Verzicht auf Buchsbäume im eigenen Garten und das Ausweichen auf eine alternative Gartenbegrünung sei die letzte Lösung. „Mittlerweile kann man sich an Ersatzpflanzen wie Ölweide und Duftblüte erfreuen, die schön aussehen und eine Freude für Bienen und andere Insekten sind“, erklärt Julian Heiermann. „Dann brauchen auch unsere Vögel keine giftbeladenen Insekten zu verspeisen und kein weißes Gespinst der Buchsbaumzünsler bringt die Gärtner in Alarmbereitschaft.“

Weitere Fraßschäden drohen

Da der Buchsbaum jedoch immer noch verkauft und transportiert werde, hätten die Raupen als blinde Passagiere die Möglichkeit, sich zu verbreiten. Vater Johannes-Jürgen Heiermann ist überzeugt, dass Gärtner sich auf weitere Fraßschäden einstellen müssen.

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