Demokratie leben

Demokratie leben! – Oberhausen ist auch ab 2020 dabei

Lisa Scholten vom Team der Hochschule Düsseldorf (hier bei einem Auftritt in der Lutherkirche) stellte die Details zur Sozialraumanalyse Marienviertel im Oktober auch bei der fünften Demokratie-Konferenz vor.

Lisa Scholten vom Team der Hochschule Düsseldorf (hier bei einem Auftritt in der Lutherkirche) stellte die Details zur Sozialraumanalyse Marienviertel im Oktober auch bei der fünften Demokratie-Konferenz vor.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Am 24. Januar wird es bereits ganz konkret – dann nimmt der Begleitausschuss die ersten Förderanträge in den Blick.

Rund um den Jahreswechsel erreicht Oberhausen diese positive Nachricht: Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ wird fortgesetzt. Auch bei der zweiten Förderperiode ist die Stadt dabei.

„Mit Ihrer Arbeit stärken Sie das friedliche Miteinander und den Zusammenhalt in Deutschland. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit Ihnen in den nächsten Jahren für die Werte unseres Grundgesetzes und eine vielfältige Gesellschaft zu arbeiten.“ Das schreibt Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) an die lokalen Projektbeteiligten, ergänzt um das Wichtigste: einen Zuwendungsbescheid über 125.000 Euro für das Jahr 2020.

Das Bundesprogramm fördert bereits seit Juni 2015 Projekte von Initiativen, Vereinen und Verbänden sowie einzelnen Personen, die sich für ein gewaltfreies, tolerantes und demokratisches Miteinander engagieren. Die Projektpalette reicht dabei von „Keine Chance für Salafisten“ mit Schülern der Fasia-Jansen-Gesamtschule bis hin zu Lesungen mit Sally Perel („Hitlerjunge Salomon“). Zuletzt fand Ende Oktober die 5. Oberhausener Demokratie-Konferenz statt, bei der es zum Beispiel um die Sozialraumanalyse rund um das Marienviertel und das Wohlfühlen im Quartier ging.

Ähnlich facettenreich soll’s nun weitergehen – für die zweite Förderperiode von 2020 bis 2024 sind die Fördergelder sogar noch einmal aufgestockt worden. Jochen Kamps, Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt, hat mit seinem Verband in Oberhausen die Rolle als Programmträger inne. In Zeiten, in denen die Gefahr von rechts immer bedrohlicher werde, sei es wichtig, mit Informationen und vielfältigen Aktionen dieser Entwicklung entgegenzuwirken, so Kamps. „Wir werden uns auch weiter in diesem Sinne engagieren.“

10.000 Euro für das Jugendparlament

Seit 2015 wurden in der Stadt 103 Projekte mit einer Summe von 165.000 Euro gefördert, an denen sich über 15.000 Oberhausenerinnen und Oberhausener beteiligt haben. Für 2020 stehen mit den Bundesmitteln und dem Eigenanteil der Stadt Oberhausen gut 54.000 Euro im Aktions- und Initiativfonds zur Verfügung. Darüber hinaus wird das Jugendparlament wieder 10.000 Euro aus dem Programm erhalten, über die es eigenständig verfügen kann.

Die Beteiligten wollen 2020 umgehend möglichst konkret starten. Der örtliche Begleitausschuss, der ein breites gesellschaftliches Spektrum repräsentiert und über die vorliegenden Förderanträge mitentscheidet, wird am 24. Januar zu einer ersten Sitzung in der neuen Förderperiode zusammenkommen und über die Arbeit der kommenden Jahre beraten. Ab sofort nimmt die Koordinierungs- und Fachstelle ‚Demokratie leben!‘ Anträge auf Projektförderung entgegen und prüft sie auf Förderfähigkeit. Aufklärung und Prävention gegen Rechtsextremismus und Populismus – gerade das sehen die Programm-Macher hier in Oberhausen als einen wichtigen Schwerpunkt ihrer Arbeit. Dirk Paasch von der Koordinierungs- und Fachstelle bei der AWO Oberhausen sagt: „Dem Aufschwung von Rechtspopulisten, die das Klima im Lande vergiften, wollen wir mit Aufklärung und Prävention gerade im Jugendbereich begegnen.“

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