Behinderung im Alltag

Defekter Treppenlift bringt 82-jährige Oberhausenerin in Not

Manche Menschen sind auf Treppenlifte dringend angewiesen.

Manche Menschen sind auf Treppenlifte dringend angewiesen.

Foto: Kai Kitschenberg

Oberhausen.   Wer keine Stufen mehr bewältigen kann, ist zu Hause dringend auf einen Treppenlift angewiesen. Aber was passiert, wenn das Gerät ausfällt?

Menschen, die zu Hause einen Treppenlift haben, sind hilfsbedürftig und können alleine Stufen nicht mehr bewältigen. Aber was ist, wenn der Aufzug kaputt geht – kommt dann noch am selben Tag ein Monteur, um den Schaden zu beheben? Leider nicht immer, wie die Mutter von Heidi Otto erfahren musste.

Die 82-jährige Oberhausenerin ist schwer krank, schon ein paarmal gestürzt und dringend auf ihren Lift angewiesen, berichtet Tochter Heidi Otto. In der oberen Etage des Hauses ihrer Mutter befinden sich Schlaf- und Badezimmer. Am Montag dieser Woche nun stellte die alte Dame fest, dass der Treppen-Aufzug nicht mehr funktioniert.

Der Schwiegersohn nahm vormittags Kontakt zu der Firma auf, die den Treppenlift gebaut und eingebaut hat und auch wartet: Thyssenkrupp Home Solutions. Das Unternehmen bietet einen 24-stündigen telefonischen Kundendienst für solche Fälle an. „Wir bekamen die Auskunft, dass sich irgendwann ein Monteur mit uns in Verbindung setzen würde“, sagt Heidi Otto. Sie machte sich allerdings Sorgen, als dies bis Montagnachmittag nicht passiert war. Wie sollte die Mutter in ihr Schlafzimmer kommen? Also rief Heidi Otto nochmals beim Kundendienst an.

Die Feuerwehr anrufen

Von dem Mitarbeiter, den sie dann an der Strippe hatte, fühlte sich die Oberhausenerin allerdings nicht verstanden. Wann der Monteur vorbeikomme, könne er nicht sagen. „Aber er fragte mich, ob meine Mutter nicht unten schlafen könnte. Und notfalls könnte ich ja die Feuerwehr anrufen, damit die meine Mutter in die obere Etage bringt“, sagt Heidi Otto. Oder Nachbarn und Freunde fragen, habe der Mann noch gemeint.

Die Reaktion sei „ein Unding“, findet Heidi Otto angesichts des lebensnotwendigen Service, den eine Treppenlift-Firma biete. „Was sollen denn Menschen machen, die keine Angehörigen in der Nähe haben und alleine zu Hause sind, die müssen sich doch darauf verlassen können, dass schnell jemand kommt.“

Verwandte haben geholfen

Das sieht auch die Firma in einer Stellungnahme gegenüber der Redaktion so. „Wir bedauern es sehr, wenn die Kundin nicht zufrieden und es zu kommunikativen Missverständnissen gekommen sein sollte. Unser Anspruch lautet, jeden Kunden vollkommen zufrieden zu stellen“, erklärt Jasmin Fischer, Thyssenkrupp-Elevator-Sprecherin. „Unser Kundendienst ist rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr telefonisch erreichbar, auch nachts. Zahlreiche Störungen lassen sich auf diese Weise bereits beheben. Oft hilft es bereits, den Lift einmal aus- und wieder anzuschalten. In Fällen, in denen dies nicht ausreicht, schicken wir innerhalb eines (Werk-)Tages einen Techniker. Der Techniker hat in aller Regel die notwendigen Ersatzteile dabei und behebt die Störung direkt vor Ort. In 70 Prozent aller Fälle geschieht das sogar noch am selben Tag.“

Das gelang bei Heidi Ottos Mutter nicht, Verwandte haben die Frau abends nach oben gebracht und morgens wieder runtergeholt. Dienstagmorgen meldete sich dann der Monteur, mittags war er da und konnte die Reparatur durchführen. Der Lift fährt wieder.

>>> Info: Feuerwehr übernimmt Etagen-Transport nicht

„Es gehört nicht zur Aufgabe der Feuerwehr und des Rettungsdienstes, für einen defekten Treppenlift und das Unvermögen der Wartungsfirma einzuspringen und den Transportdienst von einer Etage zur anderen Etage zu übernehmen“, so ein Stadtsprecher auf Anfrage.

Eventuell gebe es über Verbände die Möglichkeit, dies im Ausnahmefall zu organisieren.

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