Umwelt-Ausstellung

Das Ziel lautet: Auen-Idylle statt Reißbrettfluss

Die Ausstellung „Lebendige Gewässer in NRW“ fand sofort viel Anklang bei den Schülerinnen und Schülern des Sophie-Scholl-Gymnasiums.

Foto: Kerstin Bögeholz

Die Ausstellung „Lebendige Gewässer in NRW“ fand sofort viel Anklang bei den Schülerinnen und Schülern des Sophie-Scholl-Gymnasiums. Foto: Kerstin Bögeholz

oberhausen.   Von der Emscher bis zur Ems – eine Ausstellung mit vielen Lernstationen zeigt in Sterkrade, worauf es beim Gewässerschutz ankommt.

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Am besten einfach mal im Foyer vorbeischauen: Im Technischen Rathaus ist jetzt eine sehenswerte Ausstellung präsent, die sich um ein sensibles Umweltthema dreht: „Lebendige Gewässer in NRW“, so der Titel.

Umwelt-Dezernentin Sabine Lauxen und Eva Pier von der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW konnten zur Eröffnung im Rathaus-Foyer auch Schülerinnen und Schüler des Sophie-Scholl-Gymnasiums begrüßen, die sich im Zuge des Erdkunde-Unterrichts und einer Projektarbeit zum Thema „Nachhaltiger Tourismus“ über die naturnahe Gewässergestaltung informierten.

Diese Ausstellung soll Emotionen wecken

Geboten werden eindrucksvolle Bilder, Modelle, Filme und sogar interaktive Lernstationen. An einzelnen Tafeln geht es um Schwerpunkt-Themen, die anschaulich dargestellt sind: „Vom Reißbrettfluss zur Auenlandschaft“, „Entschleunigung in der Ebene“ oder auch „Zurück zu alten Kurven“ lauten die Überschriften. Da geht es um die Renaturierung bislang kanalisierter Flussläufe – die Emscher in Oberhausen lässt grüßen. Da gibt es zum Beispiel aber auch detaillierte Infos zur Bedeutung der Fließgeschwindigkeit eines Gewässers für die Landschafts-Ökologie – ein pralles Infopaket, das bestens dosiert und spannend aufbereitet ist.

Anhand ausgewählter Tiere wie Biber, Eisvogel, Lachs und Köcherfliege wird zudem veranschaulicht, was ökologisch intakte Fließgewässer kennzeichnet. Eva Pier führte zum Auftakt die Sophie-Scholl-Schüler durch die Ausstellung und wies auch darauf hin, dass Nordrhein-Westfalen von 50 000 Kilometern Flüssen und Bächen durchzogen werde.

„Diese Ausstellung soll Emotionen wecken – und den Willen, Gewässer zu schützen“, sagte die Fachfrau zu den Schülern, die von ihrer Lehrerin Cornelia Schiemanowski begleitet wurden.

Die Emscher stiftet Identität

Besonders spannend sind auch die Emscher-Aspekte der Ausstellung. Immerhin hat Oberhausen den längsten Emscherabschnitt aller Ruhrgebietsstädte und die Arbeiten in der gigantischen Baugrube fürs neue Emscherpumpwerk in Biefang sorgen seit Jahren für Schlagzeilen – ein Paradebeispiel für die Umwandlung eines industriell genutzten Flusses zurück in ein Naturgewässer mit kurvenreichem Verlauf im Holtener Bruch. Die Ausstellung hat denn auch ein Lob für die gute, alte Emscher parat, das man nicht so schnell vergisst: Sie sei ein „Identitätsfluss für das Ruhrgebiet“.

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