Gehälter

Das verdienten die Oberhausener Stadtmanager im Jahr 2016

Der dreiköpfige Vorstand der Oberhausener Stadtsparkasse verdient im Vergleich zu allen anderen Verantwortlichen der Kommune am meisten. Sie werden nach den in der Banken-Branche üblichen Regeln bezahlt – da hinkt sogar das Gehalt von Oberbürgermeister Daniel Schranz.

Foto: Kerstin Bögeholz

Der dreiköpfige Vorstand der Oberhausener Stadtsparkasse verdient im Vergleich zu allen anderen Verantwortlichen der Kommune am meisten. Sie werden nach den in der Banken-Branche üblichen Regeln bezahlt – da hinkt sogar das Gehalt von Oberbürgermeister Daniel Schranz. Foto: Kerstin Bögeholz

OBERHAUSEN.   Einmal im Jahr veröffentlicht die Stadt Oberhausen den Bericht über die Lage ihrer 73 Beteiligungen. Besonders spannend: Die Gehälter der Chefs.

Die Oberhausener Schallmauer von 400.000 Euro im Jahr hat diesmal keiner der obersten Verantwortlichen fürs Geschehen in der Stadt geknackt – Sparkassen-Vorstandschef Bernhard Uppenkamp verdiente nach Angaben des aktuellen Beteiligungsberichtes des Rathauses im Jahr 2016 gut 397.000 Euro. Im Jahr davor waren es 402.000 Euro.

Der 434-Seiten-Bericht der Stadt enthält die zentralen wirtschaftlichen Angaben aller Unternehmen, an denen Oberhausen Anteile hält. Darunter befindet sich nach Vorschriften der Landesgesetze auch der Vergütungsbericht zu den Gehältern der Vorstände und Geschäftsführer sowie Aufsichtsräte.

Satte Gehälter üblich

Die Spitzenkräfte der Sparkasse und der Energieversorgung Oberhausen (EVO) gehören zu den Topverdienern aller aus öffentlichen Mitteln direkt und indirekt bezahlten Manager vor Ort, weil bundesweit in den Branchen Energie und Finanzwesen satte Gehälter für Vorstandsvorsitzende üblich sind.

Im Sparkassenwesen achten sogar die Sparkassenverbände im Rahmen von Richtlinien-Verträgen mit Argusaugen darauf, dass Sparkassen-Vorstände finanziell relativ gut ausgestattet werden. Danach könnte der hiesige Sparkassen-Vorstand sogar noch größere Verdienste verlangen, doch angesichts der nicht einfachen wirtschaftlichen Lage des hiesigen Geldinstituts haben alle Vorstandsmitglieder nach eigenem Bekunden auf weitere finanzielle Vorteile freiwillig verzichtet. Das macht nach deren Darstellung insgesamt einige zehntausend Euro im Jahr aus.

Die in den 90er Jahren von vielen Kommunen gepflegte Philosophie „Konzern Stadt“ mit Ausgliederungen von Ämtern in private Gesellschaften bescherte ehemaligen Amtsleitern ein vergleichsweise sattes Salär. Aber wie jeder weiß, sind Verdienste stets relativ zu sehen: Betrachtet man die Gehälter der Vorstandschefs etwa des Kohleverstromers Steag AG, an dem die Stadt Oberhausen über die EVO mit sechs Prozent beteiligt ist, so verdienen die Stadtmanager noch bescheiden: Steag-Vorstandschef Joachim Rumstadt kassierte 1,25 Millionen Euro im Jahr 2016 – und seine drei Vorstandskollegen zwischen 870.000 und 956.000 Euro.

>>> NRW-TRANSPARENZGESETZ SORGT FÜR OFFENLEGUNG

Die Stadt Oberhausen ist nennenswert an 73 Gesellschaften direkt und mittelbar beteiligt, die alle im aktuellen Beteiligungsbericht für das Jahr 2016 aufgeführt sind. Neben den wichtigsten wirtschaftlichen Kennzahlen und den Geschäftsmodellen dieser Beteiligungen werden die Vergütungen aller Stadtmanager aufgelistet.

Grundlage für den Vergütungsbericht ist das Transparenzgesetz von NRW. Das ist im Januar 2010 in Kraft getreten – und gilt auch für Sparkassen und Stadtwerke.

Auch interessant
Leserkommentare (2) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik