Mit Biozid

Kampf gegen Eichenprozessionsspinner beginnt in Oberhausen

Die Kanone schießt das Biozid bis zu 25 Meter hoch, damit das Gift möglichst alle Blätter der Eiche erreicht. Foto:Kerstin Bögeholz

Die Kanone schießt das Biozid bis zu 25 Meter hoch, damit das Gift möglichst alle Blätter der Eiche erreicht. Foto:Kerstin Bögeholz

Oberhausen.  Ein eigens beauftragter Baumdienst soll vorsorglich Biozid auf die städtischen Eichen sprühen – eine Kampfansage an den Prozessionsspinner.

Ein prüfender Blick in die grüne Baumkrone, dann drückt Werner Kramer-Schroer vom Dinslakener Baumdienst WKS einen kleinen Knopf auf seiner Fernbedienung und startet somit die vorsorgliche Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners. Denn was für den laienhaften Betrachter wie ein ganz normaler Baum aussieht, könnte sich in den kommenden Wochen buchstäblich als potenzieller Gefahrenhüter für vorbeigehende Passanten entpuppen.

„Im vergangenen Jahr hatten wir einen Befall von über 600 Bäumen. Da muss man sich fragen: Reicht das aus, wie wir bisher behandelt haben?“, erklärt Alexander Höfer vom Oberhausener Gebäudemanagement. Seit Jahren hat die OGM die städtischen Eichen auf den Befall vom Prozessionsspinner überprüft und anschließend die weißen Nester von einer Firma absammeln lassen.

Allergien können hervorgerufen werden

„Das war ziemlich arbeitsaufwendig“, betont Höfer. Der Aufwand habe schon bei der Vollschutzkleidung begonnen, die Mitarbeiter beim Absammeln tragen mussten. Denn kommt der Mensch mit den Nesselhaaren der Insekten in Berührung, juckt es und Allergien können hervorgerufen werden.

Entscheidend sei aber schließlich die Effizienz der Arbeit gewesen, so Höfer: „Die Population ist trotzdem immer stärker geworden.“

Das Biozid Neem Protect soll nun Abhilfe leisten – und das noch bevor die Raupen das dritte Larvenstadium erreicht haben. Gleichzeitig müssen die Bäume allerdings auch über genügend Blattwerk verfügen, denn die Raupen nehmen das Biozid über das Fressen der behandelten Blätter auf. „Regnen sollte es deshalb in den drei Stunden nach der Behandlung bestenfalls nicht“, sagt Höfer.

Aktion geht bis zum 3. Mai

An diesem Vormittag sieht es aber gut in Schmachtendorf aus. Der Himmel ist blau, keine Wolken in Sicht. Also dreht Werner Kramer-Schroer die Maschine auf seinem kleinen Lastwagen auf. Luftströme pumpen das Biozid aus dem knallgrünen Tanker in eine Kanone mit Zerstäuberdüsen, aus der anschließend die feinen Tröpfchen bis zu 25 Meter in die Luft schießen. Mit seiner Fernbedienung steuert er die Kanone, so dass nach zwei bis vier Minuten das Mittel auf möglichst allen Blättern verteilt ist. Dann geht’s weiter. Bis zum 3. Mai soll die präventive Maßnahme alle Bäume erreicht haben, die in den vergangenen Jahren befallen worden sind.

Kleine Schilder an den Stämmen informieren bereits im Vorfeld über die Aktion und raten vom Parken oder Laufen unter den Bäumen ab, solange das Biozid innerhalb von drei Stunden noch trocknet. Kramer-Schroer erklärt den Grund dafür: „Es könnte klebrig werden.“ Giftig sei das Mittel auf biologischer Basis jedoch nicht, wie er betont: „Das Biozid hat keine Auswirkungen auf andere Insekten, weil es auf den Eichenprozessionsspinner geeicht ist.“

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