Creditreform

Das Pleiterisiko für Unternehmen in Oberhausen sinkt

In Oberhausener Betrieben ist die Gefahr, Insolvenz anmelden zu müssen, gesunken.

Foto: Alexander Heinl/dpa

In Oberhausener Betrieben ist die Gefahr, Insolvenz anmelden zu müssen, gesunken. Foto: Alexander Heinl/dpa

Oberhausen.   Für Oberhausener Betriebe ist die Gefahr einer drohenden Insolvenz gesunken. Langfristig wird die Lage aber wohl wieder schwieriger.

Oberhausener Unternehmen haben zwar im Vergleich zum Bundesdurchschnitt immer noch ein höheres Risiko Pleite zu gehen, dennoch ist eine leichte Tendenz zur Besserung zu erkennen. Die Wirtschaftsauskunftei „Creditreform“ hat für Oberhausen ein mittleres Insolvenzrisiko ermittelt.

Maßgeblich für diese Einschätzung ist der sogenannte „Creditreform Risiko-Indikator“ (CRI), der das Verhältnis der Unternehmsausfälle zur Gesamtzahl der Unternehmen wiedergibt. Für Oberhausen liegt er für das Jahr 2017 bei 2,46 Prozent. In der Gesamtwirtschaft liegt der Wert bei 1,43 Prozent.

Die Entwicklung ist positiv: 2016 lag der Risiko-Indikator für Oberhausen noch bei 2,66 Prozent (Gesamtwirtschaft: 1,61 Prozent). Untersucht wurden 7003 Oberhausener Unternehmen.

Der Positiv-Trend fällt auch deshalb besonders auf, weil die Entwicklung im Vorjahr deutlich schlechter ausfiel. Damals war das Pleiterisiko von 2,18 auf 2,66 Prozent vergleichsweise stark gestiegen. Und das, obwohl das Risiko sowohl landes- als auch bundesweit seit 2015 deutlich abnimmt.

Geringes Risiko in Bottrop

Im Städtevergleich der näheren Umgebung wird deutlich, dass Oberhausen für 2017 die selbe Einstufung („mittleres Ausfallrisiko“) erhält wie Duisburg und Gelsenkirchen. Mülheim an der Ruhr wird ein hohes Ausfallrisiko attestiert, den Nachbarstädten und -kreisen Wesel, Essen und Bottrop wird dagegen ein geringes Ausfallrisiko zugeschrieben.

Die größten Ausfälle gab es im vergangenen Jahr im Oberhausener Gastgewerbe (4,86 Prozent) sowie im Lagerbereich und bei Speditionen (4,61 Prozent). Philipp Böhme, Geschäftsführer der Creditreform Bochum, sieht die Gründe für die hohen Werte vor allem bei sehr kleinen Unternehmen: „Darunter sind viele Existenzgründungen, die aus einer Hilfs- oder Arbeitslosigkeit entstehen. Nach dem Motto: Ich mache mal eine Kneipe auf oder werde Gastronom.“ Seiner Meinung nach mangelt es dabei oft an professioneller Unternehmensführung.

Nach Umsatz sortiert passierten die meisten Ausfälle nach Angaben der Creditreform in Unternehmen, die einen Umsatz von weniger als 500 000 Euro pro Jahr erwirtschafteten. Je höher der Umsatz war, desto niedriger ist die Zahl der Insolvenzen.

In den vergangenen Jahren gab es einen bundesweiten Rückgang an Insolvenzen. „Der Wert von heute war mal fast doppelt so hoch“, erklärt Böhme. Positiv in die Zukunft blickt er trotzdem nicht: „Wir gehen davon aus, dass sich die Situation leicht verschlechtert und es wieder mehr Insolvenzen geben wird – über einen langen Zeitraum gesehen“. Möglicher Grund können laut Böhme steigende Zinsen sein.

Für das aktuelle Jahr 2018 wird eine Prognose von 2,4 Prozent angegeben. Damit würde sich Oberhausen trotz eines besseren Wertes weiterhin in der Rubrik „mittleres Ausfallrisiko“ bewegen.

Pleiterisiko im Ländervergleich

Das Unternehmen Creditreform hat das Pleiterisiko für Betriebe in ganz Deutschland berechnet. Am besten schneidet Hamburg ab, mit einem Risiko von 1,10 Prozent, gefolgt von Niedersachsen (1,25 Prozent) und Bayern (1,26 Prozent).

Hintere Plätze belegen Berlin, Rheinland-Pfalz (beide 1,56), NRW (1,64 Prozent) und Sachsen-Anhalt (1,69 Prozent).

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