Straßenreinigung

Posse: Bürgersteig im Niemandsland jahrelang nicht gereinigt

So sauber und gepflegt sah es an der Ripshorster Straße an der Grenze zur Nachbarstadt Essen nicht immer aus.

So sauber und gepflegt sah es an der Ripshorster Straße an der Grenze zur Nachbarstadt Essen nicht immer aus.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Seit mindestens zehn Jahren kämpfen Anwohner des Grenzgebietes zwischen Oberhausen und Essen für die Reinigung der Straße. Jetzt gibt’s Hoffnung.

Ein seltener Anblick dürfte die Anwohner einer kleinen Straße in Oberhausen dieser Tage erstaunt haben: Statt auf Müll, Ungeziefer und bis auf die Straße ragende Pflanzen blicken sie auf einen gepflegten, vermutlich erst vor einigen Tagen gemähten Straßenabschnitt. Ein seltener Anblick, hier im Grenzgebiet zwischen Oberhausen und Essen. Denn straßenreinigungstechnisch liegen rund 65 Meter der Ripshorster Straße in einem Niemandsland. Grund: der Amtsschimmel.

Der Straßenabschnitt sorgt seit mindestens zehn Jahren für lange Gesichter bei den Anwohnern. Hinter dem ungepflegten Straßenabschnitt steckt eine Verwaltungsposse. Die 65 Meter Fahrbahn der Ripshorster Straße im Bereich Unterbruch und Einbleckstraße gehören der Stadt Essen – nicht jedoch der Bürgersteig. Keine der beiden Städte sah sich in der Verantwortung, den Bereich reinigen zu lassen. Schon im Mai 2010, forderte die Oberhausener Politik ihre Verwaltung auf, Verhandlungen mit Essen aufzunehmen.

Beschwerde-Ausschuss der Stadt Essen

Zwischenzeitlich schien eine Lösung gefunden zu sein, die Oberhausener Wirtschaftsbetriebe erklärten sich bereit – obwohl nicht zuständig –, den Abschnitt aus Kulanz mit zu reinigen. Doch das Glück der Leidtragenden währte nicht lange. Der Müll kehrte zurück, die Pflanzen wuchsen unkontrolliert.

Im September unternahm Anwohner und FDP-Politiker Immanuel Schuler, der sich seit Jahren mit dem Problem beschäftigt, einen weiteren Anlauf, um die Situation zu bessern. Mittlerweile hatten sich nach seiner Aussage sogar Ratten in dem betroffenen Bereich immer weiter vermehrt. Der Oberhausener suchte das Gespräch mit der Nachbarstadt Essen.

Am 10. September brachte er sein Anliegen im Ausschuss für Anregungen und Beschwerden der Stadt Essen vor. Dort habe man ihm versprochen, mit den Verwaltungskollegen in Oberhausen erneut Kontakt aufzunehmen. Auf Nachfrage bestätigt die Stadt Essen, dass das zuständige Amt für Straßen und Verkehr das betreffende Grundstück der Ripshorster Straße im Bereich von Unterbruch und Einbleckstraße „regelmäßig kontrollieren und rechtzeitig erforderliche Maßnahmen ergreifen“ wird, um einen „ordentlichen Zustand“ zu gewährleisten.

Kontakt zur Stadt Oberhausen habe Essen allerdings nicht aufgenommen, heißt es wiederum aus dem Oberhausener Rathaus. Dort wolle man künftig so verfahren wie man es auch in der Vergangenheit getan habe: Melden Anwohner Verunreinigungen und Ungezieferbefall, werde der Ordnungsdienst den Hinweisen nachgehen und dann die Stadt Essen informieren. Es bleibt spannend im Straßenreinigungs-Niemandsland an der Stadtgrenze.

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