Jazzfestival

Das größte Jazzfestival im Revier – vor der ersten Blue Note

„Zehn silberne Saxophone, einen Bass mit Bogen“ besang schon ein gewisser Neil Young – hier die „Saxes“ des Transorient Orchestra

Foto: Christoph Giese

„Zehn silberne Saxophone, einen Bass mit Bogen“ besang schon ein gewisser Neil Young – hier die „Saxes“ des Transorient Orchestra Foto: Christoph Giese

OBERHAUSEN.   „Hömma“ firmiert bereits vor dem Start als größtes Jazzfestival im Ruhrgebiet. An vier Abenden vom 14. bis 17. September gibt’s acht Konzerte.

Wer heute „Hömma“ hört, sollte umdenken. „Hömma“ heißt zwar nach wie vor der 33 Jahre alte Dauerseller von Claus Sprick zur Sprache des Ruhrgebiets mit so klangvollen Einträgen wie „Gepröddel“ oder „Mitleif Kreißis“ – „Hömma“ heißt jetzt aber auch das größte Jazzfestivals des Ruhrgebiets.

Das größte? „Und zwar auf Anhieb“, bestätigt Uwe Muth, „ohne noch einen einzigen Ton gespielt zu haben“. Denn der Coup gelingt einem neuen Festival, dessen erste Ausgabe erst am Donnerstag, 14. September, startet – und potenziell 1400 zahlende Gäste erreichen kann. Im Ebertbad präsentierte gestern der Geschäftsführer der Bühnenagentur „Sensitive Colours“ mit seinem Compagnon, dem Jazz-Schlagzeuger Peter Baumgärtner das Programm der neun „Hömma“- Konzerte an vier Abenden.

„Jazz hat in Oberhausen eine lange Tradition“, sagt Apostolos Tsalastras. Aber um sie frisch zu erhalten, galt es umzusteuern. „Wir haben die Szene abgefragt“, so der Kulturdezernent – und gleich zwei gute Vorschläge erhalten. So drehen Pianist Dirk Balthaus und Eva Kurowski weiter ein programmatisch verjüngtes Jazzkarussell. Und auch „Hömma“ will „junges Blut und alte Hasen“ zusammenführen. „Dafür haben wir den städtischen Zuschuss gesplittet“, erklärt der Kulturdezernent und Kämmerer.

Der Coup eines mit äußerst knapper Vorlaufzeit startenden neuen Festivals gelang auch, weil sowohl das Ebertbad als auch das Theater nicht nur schöne Schauplätze stellen – sondern auch als Sponsoren dabei sind. „Wir haben in Oberhausen offene Türen eingerannt.“ Uwe Muth spricht von der „Festivalstadt des Ruhrgebiets“.

Ihre besten Jazz-Referenzen als Festivalmacher erwarben sich Muth und Baumgärtner allerdings mit 22 Ausgaben der Hildener Jazztage. Die glänzten vor sechs Wochen mit Manu Katché, einem Weltstar am Schlagzeug, der schon auf Peter Gabriels Hit-Alben trommelte.

„Hömma“ fangt naturgemäß etwas kleiner an. Uwe Muth verweist aber auf die beiden hervorragenden Ausbildungsstätten – die Folkwang-Musikhochschule und das Musik-Institut der TU Dortmund – als Quelle hoffnungsvoller Jazzer. „Fast alle Musiker kenne ich persönlich“, ergänzt Peter Baumgärtner mit Blick auf das „Hömma“-Programm. An der heimischen Szene dürfe man keinesfalls vorbeigehen.

Ein Highlight am Eröffnungs-Donnerstag, 14. September, verspricht das Duo namens „Frau contra Bass“ mit Hanns Höhn am viersaitigen Musikmöbel und Katharina Debus als einer ganz großen Stimme, die nicht mehr als einen versierten Begleiter braucht. „Wir hoffen, dass dann die Hütte brennt“, sagen Muth und Baumgärtner.

Für Freitag, 15. September, verschenkt sich „Hömma“ mit einem Doppelkonzert „umsonst und draußen“ auf dem Altmarkt mit dem westöstlich musizierenden „Transorient Orchestra“, Gewinner des aktuellen WDR-Jazzpreises, und mit dem Neo-Soul des jungen Sängers Max Peters.

Der Samstag, 16. September, reiht gleich drei Konzerte wie Perlen auf: Die außergewöhnlichste Kombination kündigt sich als Duo von Gitarre und Kirchenorgel an – mit dem auch als Tango-Musiker exzellenten Thomas Hanz und mit Jörg Siebenhaar auf der Orgelempore in der Alt-Oberhausener Christuskirche.

Und für den sonntäglichen Ausklang in der Theaterkneipe „Falstaff“ kündigt Peter Baumgärtner ein „sehr experimentierfreudiges“ Trio an – mit dem blutjungen Drummer Jo Beyer, dessen Spiel die Passauer Neue Presse als „schweißtreibenden Sinnesrausch und musikalische Urgewalt“ erlebte.

>>> DER VORVERKAUF für „HÖMMA“ LÄUFT

Die „Hömma“-Karten gibt’s im Vorverkauf im Ebertbad und im benachbarten Theater Oberhausen sowie online unter rheinruhrticket.de/konzerte-festivals.


Tagestickets kosten einheitlich 20 Euro; der Festivalpass für alle vier Abende kostet 45 Euro.

Als Co-Sponsor bietet der städtische Energieversorger den EVO-Karteninhabern ein Extra-Kontingent ermäßigter Tickets für Donnerstag und Sonntag: Diese Tageskarten kosten nur 12,50 Euro.


Infos online – auch zum Jazzkarussell: jazz-in-oberhausen.de

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