Intensivstationen

Coronavirus: Krankenhäuser bereiten sich auf Ernstfall vor

Die Krankenhäuser in Oberhausen bereiten sich auf steigende Notfall-Zahlen vor. Intensivpflegeplätze wie hier auf unserem Symbolfoto werden aktuell erweitert.

Die Krankenhäuser in Oberhausen bereiten sich auf steigende Notfall-Zahlen vor. Intensivpflegeplätze wie hier auf unserem Symbolfoto werden aktuell erweitert.

Foto: Olaf Ziegler / Funke Foto Services GmbH

Oberhausen  18 Coronavirus-Patienten gibt es in Oberhausen. 236 Menschen befinden sich in Quarantäne. Die Kliniken bereiten sich auf Notfälle vor.

18 bestätigte Verdachtsfälle meldet die Stadt Oberhausen. Alle sind positiv auf die vom Coronavirus ausgelöste Lungenerkrankung Covid-19 getestet worden (Stand 18. März, 12 Uhr). Insgesamt befinden sich jetzt 236 Menschen in häuslicher Quarantäne. Die Krankenhäuser in Oberhausen bereiten sich auf den Ernstfall vor.

Das Wichtigste zuerst: Stand Mittwoch, 18. März um 12 Uhr, gibt es in den KKO-Einrichtungen - die die meisten Intensivbetten vorhalten - weder Coronavirus-Verdachtsfälle noch bestätigte Fälle oder Patienten, die medizinisch versorgt werden müssten. Das betont KKO-Sprecherin Annette Kary. Auch aus dem Evangelischen Krankenhaus Oberhausen und der Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen heißt es einhellig: "Bis jetzt alles im grünen Bereich." Das könnte sich durch einen rasanten Anstieg der Erkrankungsfälle aber rasch ändern.

Im KKO bewertet ein Expertenteam täglich die aktuelle Lage neu

"Aufgrund der sich stetig verändernden Lage bewerten wir die Anforderungen für eine medizinische Kapazitätserweiterung täglich neu", versichert Kary. Zur Zeit seien alle KKO-Einrichtungen sehr gut belegt und der tägliche Krankenhausbetrieb verlaufe nahezu wie gewohnt. Gleichzeitig erarbeite ein internes Expertenteam verschiedene Szenarien, um einen möglichen Anstieg beatmungspflichtiger Patienten logistisch und organisatorisch zu stemmen. "Unsere medizinischen Teams sind gut eingespielt und sie tragen nach Kräften dazu bei, die medizinische Versorgung der Oberhausener sicherzustellen."

Die interdisziplinäre Intensivstation des St. Clemens Hospital wurde 2016 grundlegend umgebaut sowie technisch und apparativ auf den neusten Stand gebracht. Dabei entstanden laut Homepage des KKO insgesamt 18 moderne Intensiv-Therapieplätze, von denen vier als Isolationsbetten betrieben und bis zu sechs variabel als IMC-Betten (Intermediate Care) genutzt werden können. In diesen Betten werden Intensivpatienten nach größeren Operationen ebenso wie schwerstkranke Patienten von den Kliniken für Kardiologie, Innere Medizin und Altersmedizin versorgt. Es stehen rund zehn Beatmungsgeräte zur Verfügung.

Auf die Behandlung von Lungenerkrankungen spezialisiert

Sollte es notwendig werden, ist auch ein Ausweichen auf das St.-Marien-Hospital möglich, auch dort gibt es einige Intensivbetten. Der besondere Schwerpunkt am Marien-Hospital liegt auf der Behandlung akuter und chronischer Lungenerkrankungen. Damit sind für Oberhausener aus dem Norden im Akutfall kurze Wege garantiert. "Wir haben den Ernst der Lage erkannt und machen, was möglich ist", betont Ameos-Sprecher Gerald Baehnisch (Anmerkung der Redaktion: Der Schweizer Gesundheitsdienstleister Ameos hat das KKO übernommen).

Gleiches gilt für die Stadtmitte. Auch im Evangelischen Krankenhaus Oberhausen haben die Verantwortlichen die Lage im Blick. "Wir haben uns deshalb entschlossen, unsere Intensivstation um drei weitere Betten aufzustocken", sagt EKO-Sprecherin Julia Mannheim. Damit stehen im EKO nun 15 Intensivplätze zur Verfügung. "Doch nicht jeder Covid-19-Patient muss gleich auf die Intensivstation", betont Mannheim. Bisherige Erfahrungen in anderen Häusern hätten gezeigt: "Oft reicht eine Überwachung auf einer normalen Station aus."

Das EKO habe alle nicht dringend erforderlichen Operationen verschoben. "Unsere Teams sind es gewohnt, sich aktuellen Entwicklungen anzupassen", sagt Mannheim. Für das EKO sei es kein Problem, innerhalb kürzester Zeit eine ganze Station in eine Corona-Station umzufunktionieren.

Helios will zusätzliche Kapazitäten schaffen

Gut vorbereitet sieht sich auch die Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen. "Auch wir bereiten uns darauf vor, zusätzliche Kapazitäten für die Versorgung von schwer verlaufenden Covid-Erkrankungen zu schaffen und intensivmedizinische Plätze und Beatmungskapazitäten zu erweitern", versichert Helios-Sprecherin Christina Fuhrmann. "Sowohl medizinisch-technisch als auch fachlich-personell ist das dann auch kurzfristig möglich." Außerdem treffe sich das hausinterne Pandemieteam täglich, "um die sehr schnellen neuen Entwicklungen zu bewerten". Oberste Priorität sei es, sicherzustellen, dass ein Bett, das für die Versorgung von Corona-Patienten gebraucht werden könnte, nicht blockiert sei durch einen anderen Patienten, der nicht zwingend zum jetzigen Zeitpunkt versorgt werden muss. "Alle Patienten, deren Termine aufgrund der aktuellen Lage verschoben werden müssen, werden von uns informiert."

In der Helios Klinik stehen regulär 203 Betten zur Verfügung – acht davon auf der interdisziplinären Intensivstation. Konkrete Fördermittel vom Land für die Finanzierung möglicher Kapazitätserweiterungen seien momentan nicht in Aussicht. Die Krankenhäuser in Oberhausen stemmen das auf eigenes Risiko.

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