Gastronomie

Corona: Oberhausener Wirte geben die Hoffnung nicht auf

Andreas Dehorn, Inhaber des „Uerige“, hat derzeit viel mit Behörden, Banken, Beratern zu tun, leider weniger mit Gästen.

Andreas Dehorn, Inhaber des „Uerige“, hat derzeit viel mit Behörden, Banken, Beratern zu tun, leider weniger mit Gästen.

Foto: Herbert Höltgen / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Kneipen, Cafés, Gaststätten sind wegen der Corona-Pandemie auch in Oberhausen geschlossen. Ausruhen können sich die Wirte aber nicht wirklich.

"Ernst, aber nicht hoffnungslos“, heißen die übereinstimmenden Antworten der Oberhausener Gastwirte Andreas Dehorn und Danilo Atzeni auf die Frage nach der Lage in Zeiten der Coronavirus-Pandemie. Die Gastronomen (Uerige-Treff und Valdani/Luikov) lachen dabei noch, zeigen Optimismus, wenn auch zaghaft. Schlaglichter nach den ersten Tagen der Schließung von Kneipen und Restaurants.

Andreas Dehorn, seit Jahresbeginn Patron im Uerige-Treff am Friedensplatz, wundert sich über zweierlei: „Viele rufen mich an, um sich zu verabreden und verstehen nicht, dass ich keine Zeit habe, aber ich habe mindestens so ein Pensum wie im laufenden Betrieb. Behörden, Banken, Berater, Warenwirtschaft, Infrastruktur, Personalfürsorge, das sind meine Baustellen. Und was mich ärgert, ist, dass den vollmundigen Ankündigungen aus Politik und auch Finanzwelt erst ganz, ganz langsam was folgt. Da sind falsche Erwartungen geweckt worden.“

Kellner zur Kurzarbeit angemeldet

Sein Personal – sieben sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – hat er zur Kurzarbeit angezeigt. Die acht Aushilfen auf 450-Euro-Basis müssen gucken, wie sie über die Runden kommen, wissen aber, dass sie sofort wieder die blaue Uerige-Schürze umbinden können, wenn die Kontaktreduzierungen auch für die Gastronomie gelockert werden.

In den ersten Tagen vor der Kontaktsperren-Regelung – als noch die Schließung ab 15 Uhr galt – war’s „schon komisch“, befindet Dehorn: „Die bekannten Frühschoppenfreunde kamen natürlich fast vollzählig, aber der körperliche Abstand war schwer vermittelbar.“ Nähe gehört offenbar zum Kneipenerlebnis: „Polizei und Kommunaler Ordnungsdienst waren regelmäßig zum Nachgucken hier.“

Uerige macht kein Außer-Haus-Verkauf

Mittagessen aber wurden von Anfang an weniger verkauft, und auch am Außer-Haus-Verkauf will er sich nicht beteiligen: „Dazu müsste ich Vorkehrungen zum Schutz des Personals treffen, und für die zu erwartende Anzahl der Essen würde sich das Gesamtpaket nicht rechnen.“

Einen Antrag auf Lieferservice und Außer-Haus-Verkauf haben jetzt Danilo Atzeni und Alexander Sokolov gestellt, die seit Ende September das „Luikov – Oberhausener Vielfalt“ an der Ecke Flockenfeld/Bebelstraße betreiben. „Für beides braucht man eine eigene Genehmigung“, erläutert Atzeni und gibt zu: „Das wussten wir nicht, aber die ist schnell zu kriegen und soll am Mittwoch schon vorliegen.“

Nur noch Verkauf von Lebensmitteln bei „Valdani“

Im beliebten „Valdani“ an der Goebenstraße, in dem es gerade vormittags oft zuging wie im Taubenschlag, ist es merklich ruhig geworden. Der Café-Anteil des Geschäfts ist auf Null gefahren, jetzt werden nur noch Lebensmittel verkauft – bis 15 Uhr. Wer den schnellen Espresso wollte oder einen gemütlichen Cappuccino, kommt nicht mehr. Das italienische Bar-Erlebnis ist eingestellt.

Bierfreunde brauchen sich übrigens keine Sorgen zu machen, Andreas Dehorn: „Solange die Kühlungen funktionieren, halten die Vorräte, im Schnitt übrigens ein Jahr lang.“ Gute Nachricht für die Wirte: Bereits angeschlagene Bierfässer, deren Inhalt verderben würde, werden von den meisten Lieferanten und Brauereien komplikationslos zurückgenommen.

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