Pandemie

Corona: Oberhausen bereitet sich auf steigende Zahlen vor

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (Mitte) zeigte sich von der Arbeit des Oberhausener Krisenstabs beeindruckt. Hier im Gespräch mit Krisenstabsleiter Michael Jehn (l.) und Oberbürgermeister Daniel Schranz.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (Mitte) zeigte sich von der Arbeit des Oberhausener Krisenstabs beeindruckt. Hier im Gespräch mit Krisenstabsleiter Michael Jehn (l.) und Oberbürgermeister Daniel Schranz.

Foto: Christoph Wojtyczka / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Steigende Fallzahlen in vier NRW-Städten: Doch Oberhausen ist bislang auch dank der guten Arbeit des Krisenstabs glimpflich davongekommen. Noch.

Mit Sorge blickt die Stadtspitze auf Gelsenkirchen: Mit aktuell 177 Corona-Fällen kletterte die Nachbarstadt bundesweit auf den siebten Platz der von der Pandemie gerade am meisten betroffenen Kreise und Städte. Oberhausen dagegen ist glimpflich davongekommen (Platz 132 mit aktuell 37 Corona-Fällen). Das liegt nicht zuletzt an der guten Arbeit des Krisenstabs vor Ort. Ein Erfolg, der sich auch in der Landeshauptstadt Düsseldorf herumgesprochen hat und der NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) zu einem Besuch bewegte.

Der Minister zeigte sich beeindruckt. Tatsächlich hatte Oberhausen eine Ausbreitung der Pandemie durch rasches und konsequentes Handeln bereits im Frühjahr eindämmen können. „Wir haben für die Verfolgung der Infektionsketten das Gesundheitsamt personell aufgestockt und dabei wird es vorerst auch bleiben“, erläuterte Oberbürgermeister Daniel Schranz.

Die zweite Strategie der Stadt: „Testen, testen, testen.“ So waren bislang mehrere Ausbrüche in Oberhausener Senioreneinrichtungen und Kindertagesstätten schnell wieder unter Kontrolle gebracht worden. Jeder einzelne Fall wird von den Vertretern des Gesundheitsamts, der örtlichen Krankenhäuser, der Senioren- und Behinderteneinrichtungen, der niedergelassenen Ärzte, Zahnärzte und Apotheker sowie des Deutschen Roten Kreuzes im Krisenstab besprochen – anfangs täglich, derzeit zwei Mal in der Woche.

Drei Städte in NRW haben die Vorwarnstufe überschritten, die vierte steht kurz davor

Auch in der Landesregierung wird die Entwicklung der Fallzahlen genau verfolgt. Mit Hamm, Gelsenkirchen und Remscheid haben gleich drei Städte in NRW den Schwellenwert für die Vorwarnstufe überschritten. Köln steht dicht davor. Wenn die Inzidenz (Infektionen binnen 7 Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner) in einer Stadt den Wert von 35 überschreitet, müssen Schutzmaßnahmen ergriffen werden, um das Infektionsgeschehen schnell einzudämmen. In Oberhausen liegt der Wert derzeit bei 13,3.

Gelsenkirchen etwa hat deshalb private Feiern wieder auf 25 Teilnehmer begrenzt, öffentliche auf 50. Neben Mitgliedern einer Familie oder zweier Haushalte dürfen dort nur noch höchstens zehn Personen gemeinsam unterwegs sein. Trotz all dieser Maßnahmen: Berufspendler, Familientreffen, Ausflügler könnten für ein Aufflammen der Pandemie auch im nahen Oberhausen sorgen.

Regelmäßige Tests für Lehrer und Erzieher sollen eingestellt werden

Um genug Test-Kapazitäten für die zu erwartenden Erkältungsfälle im Herbst und Winter bereithalten zu können, will Laumann die regelmäßigen Testungen für Lehrer und Erzieher nach den Herbstferien einstellen. „Kein Mensch kann einen normalen Schnupfen sicher von einem Corona-Infekt unterscheiden, dafür brauchen wir diese Testmöglichkeiten“, sagte der Minister. Die regelmäßigen Tests in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sollen beibehalten werden. Zeitgleich deckt sich das Land bereits jetzt mit Spritzen für die ab kommendem Jahr in Aussicht gestellte Corona-Impfung ein. „Die Nachfrage nach diesem Material ist groß, da dürfen wir nicht leer ausgehen.“

Große Hoffnungen setzt Laumann auf die Ankündigung der Berliner Charité, möglichst bald aussagekräftige Schnelltests entwickeln zu wollen. „Damit könnten wir die langen Quarantänezeiten deutlich reduzieren.“

Der Krisenstab in Oberhausen bereitet sich derweil auf steigende Infektionszahlen vor – und setzt auch diesmal vor allem auf Schnelligkeit. Dafür soll jetzt auch das Drive-In-Testzentrum am Niederrheinstadion winterfest gemacht werden, an dem zurzeit bis zu 250 Tests täglich durchgeführt werden. „Dieses Zentrum wird umziehen“, verrät Oberbürgermeister Schranz. Wohin? „Das wird erst in ein paar Tagen verraten.“

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