Tourismus

Centro ist Oberhausens Besuchermagnet Nummer eins

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Oberhausen.  Die Geschichte der TMO ist seit ihrer Gründung vor 15 Jahren eng mit der Entwicklung der Neuen Mitte verbunden.

Normalerweise hat die Innenstadt einen Einzugsbereich von rund drei Kilometern, weiß City-Manager Franz Muckel: „Aber wenn Kurzfilmtage sind, kommen auch schon mal Besucher aus der Inneren Mongolei.“ Als „unschätzbaren Imagefaktor“ wertet auch der städtische Touristiker Michael Schmitz das internationale Festival. Wenn’s aber um Jahres-Übernachtungszahlen oder die Gesamtzahl der Tagestouristen geht, ist eindeutig nicht die Alte, sondern die Neue Mitte das Zugpferd: „Das Centro hat magnetische Wirkung“, sagt Burkhard Koch, Geschäftsführer der Tourismus und Marketing GmbH Oberhausen, kurz TMO. Und das schon seit Gründung der TMO vor 15 Jahren.

500.000 Übernachtungen angepeilt

Das Centro war gerade mal ein halbes Jahr eröffnet, als die neue städtische Tochtergesellschaft TMO, die damals noch „Tourismus und Verkehrsverein Oberhausen“ hieß, gegründet wurde – um das noch zarte Pflänzchen Tourismus kräftig zu gießen und aufzupäppeln. Das ist offenbar gelungen, denn die Zahlen, die TMO-Chef Burkhard Koch gestern präsentierte, sprechen weitgehend für sich: 1997, im Jahr der TMO-Gründung, betrug die Zahl der Übernachtungen 122 434, im vergangenen Jahr gab’s 442 501 Übernachtungen. „Unser Ziel ist es, in den nächsten drei Jahren 500 000 Übernachtungen hinzukriegen“, sagt Koch und fügt hinzu: „Weil die allermeisten Gäste hier übers Wochenende hinkommen, geht das aber nur mit neuen Hotels.“ Die Auslastung der bestehenden Hotels betrage im Moment 51,3 Prozent, womit Oberhausen an der Spitze aller kreisfreien Städte in NRW liege.

Um die angepeilte Übernachtungsmarke von einer halben Million zu erreichen und auch die Zahl von aktuell elf Millionen Tagesbesuchern noch zu steigern, hofft man bei der TMO auch auf die Centro-Erweiterung: „Jede Erweiterung, alles Neue, macht wieder neugierig: die bevorstehende Eröffnung der Spionage-Ausstellung, die Diskussion darum, was Merlin aus dem Centro-Park macht – Bewegung ist wichtig“, sagt Koch.

Touristen und Geschäftsreisende haben viele Ziele

Favoriten der Besucher seien in erster Linie Orte der Industriekultur – Gasometer, Industriemuseum, Antonyhütte, aber auch „Shopping, Events und Entertainment“ – also Musicals, Aquapark, Sealife und Co.

Aber nicht ausschließlich „Vergnügungssüchtige“ zieht es nach Oberhausen: Mancher Aufenthalt hier ist auch berufsbedingt, zum Beispiel durch Fachkongresse in der Luise-Albertz-Halle – worin Burkhard Koch weiteres Potenzial sieht: „Ich glaube, dass wir im Schulterschluss mit dem guten Team der Halle noch mehr bewegen könnten, unsere Netzwerke als Touristiker einbringen könnten, um Oberhausen als Kongressstandort noch attraktiver zu machen. Und in Zeiten der Haushaltskonsolidierung ist es sicher günstiger, schlagkräftige Teams zusammenzufügen.“

Auch wenn der größere Teil der TMO-Aktivitäten darauf gerichtet ist, das Interesse von Auswärtigen für Oberhausen zu wecken, kümmern sich die städtischen Touristik- und Marketing-Leute, deren Team seit der Gründung von fünf auf 26 Mitarbeiter gewachsen ist, auch um die „Eingeborenen“: Citymanager Franz Muckel und sein Team bringen sich in die Weiterentwicklung der Innenstadt ein wie etwa bei der Planung des Bert-Brecht-Quartiers. Darüber hinaus organisieren sie – mit Einzelhändlern und anderen Akteuren – mittlerweile rund 25 kleinere und größere Stadtfeste im Jahr: vom Winzerfest bis zum Weihnachtswald.