Politik

Bürgerliste Oberhausen zieht nach zwei Jahren Bilanz

Mitglieder und Mitstreiter zogen nach zwei Jahren Bilanz (v.l.): Friedrich Meier-Ebbers, Rudolf Pfeiffer, Stephanie Krüger, Klemens Fritz, Albert Karschti, Maximilian Vilt, Ursula Jostes und Gaby Tonn.

Mitglieder und Mitstreiter zogen nach zwei Jahren Bilanz (v.l.): Friedrich Meier-Ebbers, Rudolf Pfeiffer, Stephanie Krüger, Klemens Fritz, Albert Karschti, Maximilian Vilt, Ursula Jostes und Gaby Tonn.

Foto: Michael Dahlke

Oberhausen.   Seit zwei Jahren mischt sich die Oberhausener Bürgerliste in die Politik ein. Das Zwischenfazit ist positiv, ausruhen will sich aber niemand.

Andere mögen vielleicht nach 100 Tagen zurückblicken und ein erstes Resümee der politischen Arbeit ziehen. „Wir brauchten etwas länger“, sagt Albert Karschti von der Oberhausener Bürgerliste. Doch zwei Jahre nach der Gründung der Wählergemeinschaft sei es an der Zeit, auf das Geleistete zurückzuschauen und einen Ausblick auf die künftigen Vorhaben zu werfen.

„Wir brauchten etwas Vorlauf, um als eigenständige Gruppe wahrgenommen zu werden“, sagt Karschti, der nicht nur Vorstandsvorsitzender ist, sondern auch zusammen mit Andrea-Cora Walther für die Bürgerliste im Rat sitzt. Angefangen hatten sie im Bündnis Oberhausener Bürger (BOB), nach Streitigkeiten wurden sie allerdings ausgeschlossen – und machten fortan als Bürgerliste weiter Politik. Karschti ist sich sicher: „Wir gehen neue Wege. Und wir nehmen den Bürger mit.“

Genau das zeichne die Arbeit der Bürgerliste aus. „Wir haben offene Strukturen, jeder kann mitmachen“, erklärt Karschti. Auch „normale“ Bürger hätten das Zeug, sich einzusetzen.

Maximilian Vilt führt die Jugendorganisation

Und wofür setzt sich die Bürgerliste ein? „Wir stehen nicht für eine bestimmte Gesinnung“, erklärt Beisitzerin Stephanie Krüger. „Wir möchten vielmehr dafür sorgen, dass die Menschen mit ihren Sorgen, aber auch ihren Ideen Gehör finden.“ Heißt: Die Bürgerliste erklärt Interessierten etwa, wie man einen Bürgerantrag stellt, sucht Ansprechpartner, benennt aber auch Probleme und Herausforderungen wie die Integration von Flüchtlingen und bietet Lösungsansätze wie Offene Sprechstunden, Sprach- und Computerkurse an.

Sogar eine eigene Jugendorganisation hat die Bürgerliste mittlerweile aufgebaut. „Themen, die wir in der Stadt diskutieren wollen sind zum Beispiel das Fehlen einer Hochschule und die Legalisierung von Cannabis“, sagt deren Vorsitzender Maximilian Vilt.

Knapp 50 Mitglieder hat die Bürgerliste, 20 engagieren sich aktiv. „Bei uns sind aber auch Nicht-Mitglieder herzlich willkommen“, sagt Albert Karschti. Einer von ihnen ist Rudolf Pfeiffer. Der Ärger über die „vielen Bauruinen“ habe ihn dazu gebracht, sich zu engagieren. „Bevor Gebäude vollends zerfallen, könnte man sie doch gemeinsam mit Flüchtlingen renovieren“, schlägt er vor. Wilhelm Meier-Ebbers, Mitglied der Bürgerliste, liegen vor allem die Beiratssitzungen zur Stadtgestaltung am Herzen. „Die müssen öffentlich sein. Hier ist die Oberhausener Politik nicht transparent genug.“

Keine Krusten aufbrechen

Warum engagieren sich die Mitglieder in der Bürgerliste und nicht in den Ortsgruppen der etablierten Parteien? „Für uns steht Oberhausen im Vordergrund“, sagt Albert Karschti. „Wir müssen uns an keine Landes- oder Bundespolitik halten.“ Und Klemens Fritz ergänzt: „Hier muss ich keine alten Krusten aufbrechen, hier ist die Arbeit noch formbar, hier wird direkt gehandelt ohne dass das Thema vorher an etliche Delegierte oder Unterorganisationen geleitet werden muss.“

Sie wollen bleiben, wo sie sind: bei den Bürgern. Politische Karrieren oder Posten in Gremien seien zweitrangig. Aber auch wichtig, sagt Albert Karschti, der jüngst überraschend in den Aufsichtsrat der Stadtsparkasse gewählt wurde (wir berichteten). Ohne den Fuß in der Tür zu Politik und Verwaltung zu haben, könne man nichts erreichen. „Deshalb sind wir auch quasi immer im Wahlkampf.“

>>>INFO: Neues Projekt will Hilfe zur Selbsthilfe geben

Das neueste Projekt der Bürgerliste ist die Kampagne „Das offene Ohr“. In regelmäßigen Abständen will eine Projektgruppe bei Stadtteilfesten oder Märkten mit einem Stand Präsenz zeigen. Ziele: Bürger auf der Wählergemeinschaft aufmerksam machen, Themen und Ideen sammeln und in die Tat umsetzen. „Wir sind Anlaufstelle und geben Hilfe zur Selbsthilfe“, sagt Klemens Fritz.

Der Arbeitskreis „Bürgerliste im Dialog“ verteilt gleichzeitig neue Flyer, mit Infos etwa zum Bürgerantrag. Der Flyer soll Aufklärungsarbeit leisten und als „Anleitung zum selbstständigen und unabhängigen Handeln“ verstanden werden.

Näheres zu Terminen und Angeboten gibt es im Internet auf buergerliste-oberhausen.de.

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