Blühende Obstbäume

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Naturschutzjugend sammelt defekte Handys, um mit dem Erlös eine Streuobstwiese anzulegen. Viele Hände helfen mit. Zehn Hochstämme im Stadtpark Rolandhalde gesetzt

Aus Technik-Schrott blühende Bäume machen? Ja, das geht, wenn viele an einem Strang ziehen. Die Naturschutzjugend hat die Idee in die Tat umgesetzt: Sie sammelt kaputte oder nicht mehr gebrauchte Handys und stellt sie T-Mobile zur Verfügung. Das Unternehmen macht für solche Handys Geld für Naturschutzprojekte locker. Damit wiederum finanzierten die jungen Naturschützer die Anlage einer Streuobstwiese. In den Himmel recken sich jetzt zehn junge, kräftige Obstbäume auf dem Gelände der Rolandhalde in Dümpten.

Der sinnvollen Umweltschutz-Aktion schlossen sich die Biologische Station Westliches Ruhrgebiet (Haus Ripshorst) und das Berufsförderungswerk Oberhausen an. Viele Mobiltelefone wurden von den Mitarbeitern und Umschülern der Einrichtung gesammelt. In der Metallwerkstatt des Berufsförderungswerks, berichtete Andreas Gnida (Team-Leiter Umwelt), entstand die robuste Informationstafel, an der sich jetzt Spaziergänger im Stadtpark Rolandhalde über die Bedeutung von Streuobstwiesen näher informieren können. Darüber hinaus wird das Förderungswerk „zunächst auch für die Pflege” der Streuobstwiese aufkommen, versprach Gnida.

Für zwölf Handys, die entsorgt oder zur Wiederverwendung aufgearbeitet werden, lässt sich ein Obstbaum pflanzen, berichtete Carmen Schauroth, Jugendbildungsreferentin bei der Naturschutzjugend Essen/Mülheim. In Dümpten handelt es sich um Apfel- und Kirschbäume. Selbstverständlich „Hochstämme”, damit eine „Streuobstwiese mit all ihren ökologischen Vorteilen” entsteht.

Einen Anspruch auf die leckeren Früchte stellen die Organisationen, die hinter der Aktion stehen, nicht, versicherte Randolph Kricke von der Biologischen Station. Das Obst ist für die Allgemeinheit gedacht, jeder kann sich an den reifen Kirschen und Äpfeln bedienen.

Wenn die Apfelbäume später einmal sehr viel Früchte tragen, kann es sein, dass die Naturschutzjugend die Ernte in ihr Apfelsaft-Projekt einfließen lassen wird. Die von Streuobstwiesen geernteten Äpfel sind an hochstämmigen Bäumen – meist alte Sorten – gewachsen und vollkommen unbehandelt, erläuterte Carmen Schauroth. In der Mosterei Dahlbeck in Heiligenhaus werden die Äpfel getrennt vom übrigen Obst verarbeitet. Diesen besonderen Apfelsaft kann man zum Beispiel bei der Naturschutzjugend in Essen, Möllhoven 62, oder auch bei der Biologischen Station Haus Ripshorst in Oberhausen kaufen.

Es werden übrigens weiter unnütz gewordene Handys gesammelt, um sie – im übertragenen Sinne – zu prächtigen Bäumen und leckerem Obst zu machen. Wer das Projekt unterstützen möchte, kann sein defektes Gerät beim Berufsförderungswerk Oberhausen abgeben, Bebelstraße 56.

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