Foto-Buch über Sterkrades Geschichte erschienen

Bilder-Bummel durch die „Sterkrader Mitte”

Foto: WAZ

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Oberhausen.Ein neuer Bildband „Sterkrader Mitte” aus der „Archivbilder”-Reihe des Erfurter Sutton-Verlages bietet auf 96 Seiten 192 meist bisher unveröffentlichte Fotos aus Zeiten, als Sterkrade noch Sterkrade hieß – und nicht Oberhausen-Sterkrade.

Waren das Zeiten, als es in Sterkrade (und Osterfeld) noch eine Marktstraße gab. Jetzt ist das die Verlängerung der Steinbrinkstraße (in Osterfeld die Gildenstraße). Sonst hätte es nach der Eingemeindung 1929 im neuen Groß-Oberhausen drei Marktstraßen gegeben _ zu sehen in dem Bildband „Sterkrader Mitte”.Aber natürlich sind auch Bilder dabei, die nach der Zusammenlegung entstanden. Monika Elm und Alfred Lindemann haben die Motive aus den Beständen des Rheinischen Industriemuseums, der WAZ-Redakteure Ruth Gläser und Tom Thöne und ganz besonders aus dem umfassenden Archiv von Vater und Sohn Alfred und Ulrich Lindemann ausgewählt.

„Es gibt kaum Publikationen über die Sterkrader Stadtgeschichte”, so Alfred Lindemann bei der Buchpräsentation. „Oberhausen geht es nicht viel anders. Seit 1964 ein umfangreiches, aber leider in Teilen fehlerhaftes Heimatbuch erschien, ist da nicht mehr viel veröffentlicht worden.”

Umso willkommener dürfte den Sterkradern der neue Bildband sein. Der Spaziergang durch das alte Sterkrade beginnt am Bahnhof. Wussten Sie übrigens, was ein „Gummibahnhof” ist? So nannte man früher das, was wir unter Bus-Terminals verstehen. Wegen der Gummireifen. Aber ich komm vom Thema ab. Über die Bahnhofstraße, die in zahlreichen Aufnahmen zu sehen ist, geht's stadteinwärts zum Kleinen und zum Großen Markt bis zur Brandenburger Straße. Längst aus dem Stadtbild verschwundene Gebäude wie die neoromanische Clemenskirche sind zu sehen. Die wurde im Krieg zerstört. Bei den Abbrucharbeiten am 18. April 1952 wurde auch der unversehrt gebliebene Kirchturm gesprengt.

Auf der Buchseite gegenüber sieht man die neue Clemenskirche, zunächst als „turmfreie Zone”, ab 1988 mit Glockenturm. Auch das erste Rathaus von 1888 ist zu sehen, oder das Kolpinghaus, aber auch prägende Bauten des 20. Jahrhunderts wie das St.-Clemens-Hospital oder das Johanniter-Krankenhaus, deren früheres Aussehen kaum noch zu erahnen ist. Oder der alte Treffpunkt „Persiluhr”, Traditionshäuser wie der Kaiserhof oder der Brandenburger Hof, an dessen Stelle 1909 eine neue Gaststätte entstand – eines der wenigen Beispiele einer bis heute erhaltenen ursprünglichen Bausubstanz.

Jeweils eigene Kapitel sind der Gutehoffnungshütte und dem gesellschaftlichen Leben gewidmet, das sich spiegelt in Bildern von Turn- und Fußballvereinen, Chören oder der Schützengesellschaft. Am Gondelweiher, im Freibad und bei der Fronleichnamskirmes (mit streng dreinblickenden Schiffschaukelbremsern) genossen die Sterkrader ihre Freizeit. Und auf einem Foto aus dem Eingemeindungsjahr 1929 sieht man unmissverständlich, was damals Bürgermeinung war: „Achtet den Willen der Bevölkerung” ist bei einer Demo auf Transparenten zu lesen. Die wollten nicht nach Oberhausen, die wollten bestimmt nicht nach Dinslaken. Die wollten einfach Sterkrader bleiben. Das Buch gibt's für 17,90 € im Handel (ISBN: 978-3-86680-299-5).

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