Freilichtkino

Biergartenkino startet mit Super-8-Filmen aus dem Revier

Das Biergartenkino im Zentrum Altenberg musste auch vor drei Jahren aufgrund schlechten Wetters in die alte Schlosserei ausweichen.

Das Biergartenkino im Zentrum Altenberg musste auch vor drei Jahren aufgrund schlechten Wetters in die alte Schlosserei ausweichen.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Oberhausens Freie Universität verbindet an drei Mittwochabenden Profi-Spielfilme und Amateurstreifen fürs Freilicht-Kino im Zentrum Altenberg.

Kaum legt das schöne Sommerwetter eine Pause ein – kehrt das Biergartenkino zurück ins Zentrum Altenberg. Da ist die alte Schlosserei als Ausweichquartier hoffentlich vorgemerkt.

Zum Start am Mittwoch, 14. August, um 21 Uhr gibt’s Schmalfilme aus dem Familienfilm-Archiv des Ruhrgebiets von Interkultur Ruhr im Vorprogramm einer Filmreihe der Freien Universität Oberhausen. Die freie Uni konzipierte im Seminar „How to make cinema – Kino selber machen“ mit dem Kino im Walzenlager eine Reihe von Filmabenden, die professionelles Kino und Amateurfilm zusammenführen.

Wilde Autoreisen, starke Streiks und Familienleben

So werden nun an drei Abenden im August Auszüge aus dem Familienfilm-Archiv von Interkultur Ruhr im Biergartenkino gezeigt. Im Familienfilm-Archiv des Ruhrgebiets schreibt der Alltag Geschichte von unten: Wie haben die Ruhris sich selbst und ihr Umfeld im Wandel der Zeit dargestellt? Gibt es Anknüpfungspunkte an Genres des professionellen Kinofilms? Und hat der Amateurfilm seinerseits das Kino beeinflusst?

Dieses Vorprogramm präsentiert der Kölner Kurator und Filmemacher Geremia Carrara. Seine Auswahl aus der privaten Filmhistorie des Ruhrgebiets – zu sehen am 14., 21. und 27. August – zeigt wilde Autoreisen, historische Landschaftsaufnahmen, starke Streiks und komödiantische Inszenierungen des Familienlebens. Weitere Filmausschnitte folgen am 9. September auf dem Museumsbahnsteig im Hauptbahnhof.

Und die Hauptfilme? Los geht’s am Mittwoch, 14. August., mit „303“, dem sommerlich-beschwingten Roadmovie über ein junges Paar im alten Wohnmobil und seine zunehmend entschleunigte Tour von Berlin nach Portugal. Härteren Stoff verhandelt „Wackersdorf“ am Mittwoch, 21. August, der dokumentarische Spielfilm über den Anti-Atom-Widerstand in der Oberpfalz. Und am Mittwoch, 28. August, erzählt „Der Junge muss mal an die frische Luft“ von den Kinderjahren Hape Kerkelings in Recklinghausen.

„Filmbuden“ am Tag der Trinkhallen

Interkultur Ruhr begann vor eineinhalb Jahren als Teil des Projekts „Schmelztiegel Ruhrgebiet – Alltag schreibt Geschichte“, historische Amateurfilme aus der Region zu sammeln. Fast tausend Schmalfilme aus privaten Beständen der 1940er bis 1990er Jahre sind nach dem öffentlichen Aufruf eingegangen. Als zukünftiger Standort ist die noch in Entstehung begriffene Mediathek Ruhr auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein vorgesehen. Das Familienfilm-Archiv kooperiert mit zahlreichen Partnern – und zeigte einige Perlen aus seiner Schatzkiste in mehreren „Filmbuden“ während des Tags der Trinkhallen 2018.

Fürs Biergartenkino im Zentrum Altenberg ist der Eintritt frei.

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