Arbeitsplätze in Gefahr

Betreiber der US-Kette „Dunkin’ Donuts“ meldet Insolvenz an

Die Filiale von „Dunkin’ Donuts“ im Oberhausener Centro.

Die Filiale von „Dunkin’ Donuts“ im Oberhausener Centro.

Foto: Gerd Wallhorn

oberhausen.   Der Franchise-Nehmer Will Coffee GmbH produziert in Oberhausen für sämtliche „Dunkin’ Donuts“-Filialen in NRW. Der Betrieb soll saniert werden.

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Knapp 70 Arbeitsplätze stehen in Oberhausen auf der Kippe: Das Unternehmen Will Coffee GmbH, das seine Produktionsstätte an der Graßhoffstraße in Holten betreibt, hat Insolvenz angemeldet. Der Betrieb ist Franchisenehmer der US-Kette „Dunkin’ Donuts“ und betreibt als solcher zehn Filialen in ganz Nordrhein-Westfalen – unter anderem auch im Centro.

Der Betrieb möchte sich „im Wege eines Insolvenzverfahrens sanieren“, lässt das Unternehmen über die PR-Firma Möller ausrichten. Löhne und Gehälter der Angestellten sind demnach bis einschließlich September über das Insolvenzgeld gesichert. Der Geschäftsbetrieb soll in vollem Umfang weitergehen.

Umsatzeinbußen vor allem in Bahnhofs-Filialen

Betroffen ist nicht nur die Will Coffee GmbH, die ihren Sitz in der Nachbarstadt Mülheim hat, sondern auch das Berliner Unternehmen S&C International Deutschland GmbH, die in der Hauptstadt 20 Filialen und eine Produktionsstätte sowie in Leipzig zwei Filialen der Donut-Kette betreibt. S&C beschäftigt derzeit 196 Mitarbeiter, bei Will Coffee sind es 67.

Schuld an der wirtschaftlichen Schieflage seien die Einführung des Mindestlohns und Umsatzeinbußen vor allem in Bahnhofs-Filialen, geben beide Unternehmen an. In NRW gibt es beispielsweise in den Hauptbahnhöfen Dortmund, Düsseldorf, Gelsenkirchen und Essen jeweils eine Filiale des Systemgas­tronomen. Die Laufkundschaft in Bahnhöfen habe abgenommen, Grund sei unter anderen der Fernbusverkehr. Einige erst vor kurzem eröffnete Standorte wurden bereits wieder geschlossen.

Verkauf an Investor möglich

Der größte Teil der Filialen sei aber profitabel, versichert Robert Tobias, der als Sanierungsberater des Frankfurter Büros hww (Hermann Wienberg Wilhelm) mit an Bord ist. „Beide Unternehmen verfügen über gute Standorte.“

Ob die Unternehmen saniert werden können, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Der vorläufige Insolvenzverwalter, Christoph Schulte-Kaubrügger von der Düsseldorfer Kanzlei White & Case, wird alle Optionen prüfen.

Im Raum steht ein möglicher Verkauf an einen Investor oder ein Insolvenzplan, also eine Art Vergleich mit den Gläubigern. Sollte dies gelingen, könnte das Mülheimer Unternehmen im Anschluss in alter Form weiterarbeiten. Erst in den Verhandlungen wird sich herausstellen, ob Arbeitsplätze abgebaut werden müssen. Insolvenzverwalter Schulte-Kaubrügger zeigt sich insgesamt zuversichtlich: „In den Sommermonaten beginnen für die Unternehmen die umsatzstärksten Monate, das sind grundsätzlich gute Aussichten für eine erfolgreiche Fortführung und Sanierung.“

Sprecher der Belegschaft beider Unternehmen wollten am Donnerstag nichts zu den Sanierungsplänen sagen. Ein Ansprechpartner der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten war nicht zu erreichen.

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