Weihnachtsmarkt

Besucher tummeln sich entspannt rund um das Centro

Tatjana Hähnel bereitet Churros, ein spanisches Gebäck, zu. Sie arbeitet zusammen mit Ingeborg Cornelius, die aus Thailand gekommen ist, um die Festtage mit ihrem Sohn zu verbringen und auf dem Weihnachtsmarkt zu arbeiten.

Foto: Fabian Strauch

Tatjana Hähnel bereitet Churros, ein spanisches Gebäck, zu. Sie arbeitet zusammen mit Ingeborg Cornelius, die aus Thailand gekommen ist, um die Festtage mit ihrem Sohn zu verbringen und auf dem Weihnachtsmarkt zu arbeiten.

Oberhausen.   Auf dem Weihnachtsmarkt gibt es Leckereien und Selbstgemachtes. Ingeborg Cornelius ist aus Thailand gekommen, um spanisches Gebäck zu verkaufen.

Schokofrüchte neben Traumfängern und bunten Blechschildern mit originellen Sprüchen. Ein paar Schritte weiter asiatisches Kunsthandwerk neben selbst gestrickten Schals und Mützen, links davon Taschen, Gürtel und Portemonnaies aus Leder. Wenn es langsam dunkel wird, drängeln sich immer mehr Menschen über den Weihnachtsmarkt am Centro.

Sechs Wochen in Deutschland

Und dann haben sie nach einer Bratwurst, Champignons oder selbst gebackenem und gefülltem Brot Lust aus etwas Süßes. Das hofft zumindest Ingeborg Cornelius, die an einem Stand am Ende der Promenade Churros – ein spanisches Gebäck, das frittiert und mit Zucker oder Schokosoße serviert wird – verkauft. „Wir haben gute und weniger gute Tage“, sagt sie. „Das kommt auch immer auf das Wetter an.“

Heute ist ein weniger guter Tag – bis jetzt. Außerdem hat sie Waffeln – klassisch mit Puderzucker oder am Stil mit Schokolade, Nüssen und bunten Zuckerperlen verziert – im Angebot. „Aber die Churros sind am beliebtesten“, sagt Tatjana Hähnel, die am selbsten Stand arbeitet.

Ingeborg Cornelius hat die wohl weiteste Anreise aller Händler hinter sich. Sie ist vor sechs Jahren aus der Nähe von Mönchengladbach nach Thailand ausgewandert. Weihnachten in Deutschland möchte sie aber trotzdem nicht missen. „Die Leute sind hier alle so entspannt“, erzählt sie. Ein Kunde komme jeden zweiten Tag vorbei.

Ein anderer Grund, warum Ingeborg Cornelius für sechs Wochen das warme Thailand gegen das nasskalte Deutschland tauscht, steht ein paar Meter weiter: ihr Sohn. Er hat seit 17 Jahren einen Glühweinstand, kann also nicht nach Thailand kommen. „Weihnachten wollen wir natürlich trotzdem zusammen feiern“, sagt Ingeborg Cornelius.

An eben diesem Glühweinstand haben es sich Hildegard Hellmuth und Heidi Schäfers gemütlich gemacht. Sie sind mit einer Gruppe aus dem Sauerland nach Oberhausen gekommen. Vom Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr lassen sie sich die Weihnachtsstimmung nicht kaputt machen. „Da darf man gar nicht dran denken. Wirklich sicher ist man ja nie“, sind sie sich einig.

Security in roten Warnwesten

Uta Pfennig und Brigitte Hollstein gehören zur gleichen Gruppe und haben sich einen Stand ein paar Meter weiter ausgesucht. Sie haben den Anschlag zumindest im Hinterkopf. „Unterwegs haben wir noch darüber gesprochen, aber jetzt denke ich nicht mehr daran“, sagt Ute Pfennig. Weihnachtsstimmung will bei den Frauen aus dem Sauerland aber noch nicht so recht aufkommen. „Manche Händler gucken so grimmig, als wollten sie gar nichts verkaufen“, hat Brigitte Hollenstein festgestellt.

Polizisten sind auf dem Weihnachtsmarkt am Centro kaum sichtbar unterwegs. Nur ab und an laufen Mitarbeiter der Weihnachtsmarkt-Security in roten Warnwesten durch die Gassen. Und aus den Lautsprechern tönt „Jingle Bells“.

>> 150 HÜTTEN AUF DREI MÄRKTEN

Der Weihnachtsmarkt am Centro besteht aus drei Themen-Märkten: Wichtelmarkt, Santa’s Village und Almdorf. Insgesamt stehen knapp 150 Holzhütten am Centro. Den Weihnachtsmarkt kann man noch bis zum 23. Dezember zu diesen Zeiten besuchen: montags bis freitags 11 bis 22 Uhr, samstags, 10 bis 22 Uhr, sonntags 11 bis 21 Uhr und am letzten Tag (23.12.) 11 bis 20 Uhr.

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